Neustadt Porzellan vorm Hammer gerettet

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Der städtische Mitarbeiter entwendete wertvolles Geschirr aus Porzellan, wie die Leitende Oberstaatsanwältin Angelika Möhlig berichtet. Die meisten der zerbrechlichen Exponate, die der Mann an ein Auktionshaus in der Vorderpfalz zum Versteigern gegeben hatte, habe man zurückgewinnen können. „Der Mann war geständig“, sagt Möhlig. Jetzt müsse noch geklärt werden, ob der städtische Angestellte noch mehr gestohlen habe und wie hoch der genaue Wert des Diebesguts sei. Die Ermittler schätzen, dass die Exponate einen Wert von rund 50.000 Euro haben. Die meisten Objekte befinden sich nun wieder im Landauer Archiv, wie die Oberstaatsanwältin berichtet. Mehr könne nicht offengelegt werden, da noch weiter ermittelt werde. Bereits im August war der Kripo gemeldet worden, dass Exponate aus dem Stadtarchiv, einer Einrichtung der Stadt Landau, von einem Auktionshaus in der Vorderpfalz angeboten werden. Aus „ermittlungstaktischen Gründen“, so heißt es, habe der Sachverhalt jedoch erst jetzt veröffentlicht werden können. Ermittlungen führten schließlich zu dem Angestellten, der Zugang zu den im Stadtarchiv gelagerten Objekten hatte. Mittlerweile ist der Mann schon nicht mehr bei der Stadt angestellt, wie Stadtpressesprecherin Sandra Diehl auf RHEINPFALZ-Anfrage sagt. Ihm sei bereits vor vier Wochen, am 18. August, fristlos gekündigt worden. Ob der Mann Mitarbeiter des Archivs war? Dazu will Diehl nichts sagen. Nach Angaben der Verwaltung gibt es vier feste Archivmitarbeiter. Darüber hinaus hätten auch andere Angestellte der Stadtverwaltung Zugang zu dem Depot. Von 67 gestohlenen Exponaten, alle verpackt und im Archiv verstaut, sind laut Verwaltung bislang 52 wieder aufgetaucht. Geklaut wurde unter anderem ein Milchkännchen, das einen Wert von etwa 350 Euro hat und zu einem Service aus wertvollem Frankenthaler Porzellan gehört. Neben weiteren Objekten, ebenfalls einst in Frankenthal hergestellt, wurden auch ein zwölfteiliges Teeservice und ein bayerischer Präsentierhelm gestohlen. Wer ein Gemälde, Wandteller, Schmuck und Co. versteigern lassen möchte, gibt diese zur Begutachtung an ein Auktionshaus. Dort wird das Exponat von Mitarbeitern geschätzt, die sich bei größeren Häusern oft auf eine bestimmte Epoche oder ein bestimmtes Gebiet spezialisiert haben. Ist der Einlieferer mit dem Schätzpreis einverstanden, muss er vor der Versteigerung einen Vertrag unterschreiben. Mit seiner Unterschrift versichert er, dass er der rechtmäßige Besitzer des Objekts ist, das unter den Hammer kommen soll. Erst dann wird dieses im Auktionskatalog veröffentlicht.

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