Am Rand der Bande RHEINPFALZ Plus Artikel Pommes blau-weiß des FC 23 Hambach

Rebekka Rottmayer (links) gibt Schiedsrichter Luis Pereira de Sousa eine Portion Pommes blau-weiß.
Rebekka Rottmayer (links) gibt Schiedsrichter Luis Pereira de Sousa eine Portion Pommes blau-weiß.

Die Speisekarte zum Fußball-B-Junioren-Verbandspokalspiel zwischen dem FC 23 Hambach und dem FK 03 Pirmasens ist farbenfroh: Es gibt Pommes blau-weiß.

In Deutschland sind Pommes frites eines der beliebtesten Tiefkühlprodukte. Alleine im Jahr 2023 wurden 367000 Tonnen davon abgesetzt. Ihre Entstehung ist allerdings unklar.

Ein Dokument aus dem Jahr 1781 besagt, dass Fischer der Österreichischen Niederlande, zu denen damals auch die Gebiete des am 4. Oktober 1830 gegründeten Staates Belgien gehörten, ihren Fischfang aus der Maas frittiert hätten. Und wenn der Fluss zugefroren gewesen sei, hätten sie Kartoffeln als Ersatz verwendet. Der Ernährungswissenschaftler Pierre Leclerq meint dagegen, der Ursprung des Frittierens von Kartoffeln liege in den Jahrmärkten des 18. Jahrhunderts. Die Stäbchenform gebe es erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts.

Pommes ein Standardangebot

An Imbissbuden und auch bei Sportveranstaltungen gehören Pommes frites seit Langem zu den Standardangeboten, wobei der Verzehr dieser Beilage bei einem Fettanteil von fast 20 Prozent sicher wenig zur Fitness von Sportlerinnen und Sportlern beiträgt, in der beliebten Kombination mit einer Currywurst, deren Fettanteil bis zu 30 Prozent betragen kann, noch weniger. Kommen dann noch Ketchup oder Mayonnaise oder bei der im Ruhrgebiet in Anspielung auf die Farbgebung von Bahnschranken als Pommes Schranke gar beide Toppings hinzu, ist die Kalorienbombe perfekt.

In den 2000er-Jahren brachte das 1869 vom in Pittsburgh geborenen Henry John Heinz, einem Sohn des aus Kallstadt ausgewanderten Johann Heinrich Heinz, der ein Cousin zweiten Grades des Großvaters von US-Präsident Donald Trump war, gegründeten amerikanische Unternehmen H. J. Heinz Company Ketchup in blauer, grüner und violetter Farbe heraus. Anfangs war es beliebt, aber die Nachfrage nach diesen mit Lebensmitteln hergestellten Farben Produkten nahm schnell wieder ab.

Zwei Vereine in Blau und Weiß

Erhältlich ist zumindest blaues Ketchup immer noch. Solches bestellte jüngst der 1. FC 23 Hambach, um am vergangenen Dienstagabend zum Fußball-B-Junioren-Verbandspokalspiel gegen den FK 03 Pirmasens als außergewöhnliches kulinarisches Angebot „Pommes blau-weiß“ auf die Speisekarte nehmen zu können. Der Hintergrund: Die Farben beider Vereine sind Blau und Weiß.

Die nach einem chinesischen Unternehmen weltweit zweitgrößte Fast-Food-Kette verhalf blauem Ketchup vor über zehn Jahren bei einem für Kinder gedachten Menü zu einem kurzzeitigen Comeback, nun also der Hambacher Fußballverein.

Keine negativen Kommentare

Der Anblick war gewiss gewöhnungsbedürftig. Negativ geäußert hat sich im Nachgang aber kein Konsument. „Mir hat es gut geschmeckt“, kommentiert der junge Hambacher Schiedsrichter Luis Pereira de Sousa das Menü. Er pfeift seit dem 3. Juni 2024 für den 1. FC 23 und hat am Dienstag den Liveticker auf www.fussball.de gefüttert. Vorher war er als einer der ersten Kunden von Rebekka Rottmayer, Ehefrau von Hambachs Jugendleiter Marc Rottmayer, und hatte eine Portion Pommes blau-weiß verzehrt.

Marc Rottmayer lobt derweil die Reaktion seiner Spieler nach der 0:9-Niederlage gegen die Pirmasenser, die vor der Heimfahrt auch eifrig die „Pommes blau-weiß“ verzehrt haben. „Die Moral der Mannschaft hat trotz des deutlichen Ergebnisses gestimmt hat. Es macht mich deshalb mehr stolz, dass die Mannschaft direkt nach dem Abpfiff noch in der Kabine auf das Spiel am Samstag gegen den Ludwigshafener SC II eingeschworen als sich über den Ausgang des Pokalspiels geärgert hat“, sagt er im Nachgang.

Pommes blau-weiß mit Currywurst: Ein spezielles Angebot des FC 23 Hambach.
Pommes blau-weiß mit Currywurst: Ein spezielles Angebot des FC 23 Hambach.
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