Neustadt Polizist und Familienvater

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Nachdem sich die CDU bei ihrem Kreisparteitag am Dienstagabend auf Dirk Herber als Wahlkreisbewerber für die Landtagswahl 2016 geeinigt hat (wir informierten gestern), ist die endgültige Nominierung des Mußbacher Ortsvorstehers nur noch eine Formsache. Wenn es am 9. Juli in Haßloch um die Kandidatenkür für den Wahlkreis 42 geht, ist der Neustadter CDU-Kreisverband mit seinen 56 Delegierten im Vergleich zu den Christdemokraten aus Lambrecht (18) und Haßloch (13) deutlich in der Überzahl. Es war eine ganz enge Kampfabstimmung am Dienstag in der Geinsheimer Festhalle. Im ersten Wahlgang hatte keiner der vier Bewerber die notwendige Stimmenanzahl von 50 Prozent plus einer Stimme erhalten. Somit musste eine Stichwahl zwischen Dirk Herber und Claudia Albrecht (beide 50 Stimmen) die Entscheidung bringen. Ernst Ohmer (28) und Alexander Graf (9) waren aus dem Rennen. Am Ende setzte sich Herber mit 73:60 Stimmen durch. Albrecht trug es mit Fassung: Die Gimmeldinger Ortsvorsteherin stand sofort auf, um Herber zu gratulieren. Der Sieger, der mit seiner Frau und seinen Mitstreitern aus Mußbach jubelte, appellierte danach an alle Unterlegenen, ab sofort ihn zu unterstützen. Er zeigte sich überzeugt davon, dass das auch der Fall sein wird: „Ich denke, dass wir alle zusammen, auch mit den Lambrechter und Haßlocher Kollegen, in den Wahlkampf gehen werden. Ich glaube fest daran, dass wir das Direktmandat im nächsten Jahr gewinnen können.“ Die SPD schickt Giorgina Kazungu-Haß ins Rennen (wir berichteten). Bei der Kandidatenvorstellung hatte sich Herber kämpferisch und sehr selbstbewusst präsentiert. Viele seiner Sätze begann der 35-Jährige mit „Ich will, dass ...“. Zum Beispiel: „Ich will, dass in Mainz Entscheidungen wieder aus einem soliden, konservativen Kreis heraus getroffen werden!“ Die Lebenswirklichkeit müsse wieder in die Landespolitik getragen werden. Die SPD-geführte Regierung tue seit Jahren alles dafür, dass sich das Land in eine falsche Richtung entwickele. Herber sprach aber auch seine persönliche Situation an. Der Polizist ist verheiratet und hat zusammen mit seiner Frau drei kleine Kinder. Seine Familie stehe voll und ganz hinter seiner Kandidatur. So könne jeder sicher sein, dass er sein Amt als Landtagsabgeordneter, so er denn gewählt werde, mit voller Kraft ausüben werde. Als Grund, warum er in die Politik gegangen sei, nannte er „den unsäglichen Linksruck“, der vor einigen Jahren durch Deutschland gegangen sei. Claudia Albrecht hatte in ihrer Vorstellung betont, wie gut sie in Neustadt, aber auch in Haßloch vernetzt sei. Sie traue sich zu, „die Wähler abzuholen und mitzunehmen, um den Wahlkreis zu gewinnen“, sagte die 50-Jährige. Sie sprach bildungs- und sozialpolitische Themen an und forderte eine bessere Wirtschafts- und Flüchtlingspolitik. Dass sie am Ende knapp unterlegen war, hielt Albrecht nicht davon ab, bei den späteren Wahlen wieder als stellvertretende Kreisvorsitzende zu kandidieren. Sie wurde ebenso wiedergewählt wie der Kreisvorsitzende Ingo Röthlingshöfer. Der alte und neue Chef der Kreis-CDU schoss nochmals ein paar Pfeile in Richtung des früheren Koalitionspartners im Stadtrat: Mit der FWG habe es nicht weitergehen können. Röthlingshöfer kritisierte auch, dass die Freien Wähler sich bereits mehr als zwei Jahre vor der Wahl mit einem Oberbürgermeister-Kandidaten beschäftigten. Das Thema Bürgerbefragung zur B 39 war dem Neustadter Bürgermeister ebenfalls noch einige Sätze wert. Er halte Bürgerbeteiligung für gut und wichtig, aber man solle achtsam mit vorschnellen Rufen nach Bürgerbefragungen umgehen: „Die Mehrheit hat nicht immer recht – auch nicht bei Bürgerbefragungen.“ (ffg) Wahlen Kreisvorsitzender: Ingo Röthlingshöfer; Stellvertreter: Claudia Albrecht, Marco Göring; Schatzmeister: Klaus Kerth; Schriftführerin: Anette Eichhorn.

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