Neustadt Polizeichef auf dem Rad zum Dienst

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EDENKOBEN/MAIKAMMER. Er hat sich lange genug abgestrampelt, für den Erhalt der Polizeiinspektion Edenkoben, für die Präventionsarbeit in Sachen Wohnungseinbrüche, dann als Schicht-Nothelfer, wenn Kollegen krank waren, aber auch mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Dienststelle: Ende August geht Walter Dejon nach zwölf Jahren als Inspektionsleiter in Ruhestand.

Wer als Autofahrer regelmäßig zu früher Morgenstunde auf der Strecke zwischen Landau und Edenkoben unterwegs ist, dem fällt immer wieder ein Uniformierter auf dem parallel verlaufenden Weg ins Auge. Walter Dejon hat vor sechs Jahren seinen Spaß daran gefunden, mit einem Tourenfahrrad zum Dienst zu erscheinen. „Rund 95 Prozent meiner Anfahrten erledige ich so“, sagt der 63-Jährige, der seinen Dienst quittiert hat und nun für längere Zeit im Urlaub ist. Mit dem – wie könnte es anders sein – Fahrrad ist er auf einer ausgedehnten Deutschland-Tour unterwegs. Beim Radeln zum Dienst schon schlimme Unfälle erlebt? „Nein, nur einen leichten Sturz, bei dem alles heil blieb, bis auf die Uniform“, erinnert sich Dejon. Auch von schweren Unwettern sei er verschont geblieben. Und doch gab es ein besonderes Vorkommnis, das ihm nicht mehr aus dem Kopf geht: Am „Schänzel“ bei Landau kam er an zwei jungen Männern vorbei, die Werkzeugkoffer trugen. Dem Polizeibeamten, der sich als Katholik im Pfarrgemeinderat St. Albert und im Kirchenchor engagiert, kam das nicht geheuer vor. Auf seine Fragen verstrickte sich das Duo in Widersprüche. Dejon verständigte per Handy seine Kollegen, und siehe da: Die Maschinen waren geklaut, und im Kofferraum der Männer wurde noch weiteres Diebesgut von Streifzügen durch Bauhäuser entdeckt. Bei 40 Jahren Polizeidienst bleiben freilich auch viele traurige Unfälle im Gedächtnis haften: so der Tod von drei Nonnen auf der A 65 bei Landau, deren Fahrzeug in Flammen aufging, als ein Unterlegkeil die Benzinleitung aufriss. Oder die drei tödlich verletzten Männer, deren Auto an einem Brückenpfeiler bei Neustadt zerschellte. Oder der Tag, als eine Oma aus Edesheim auf der Wache eine Vermisstenanzeige wegen der Enkelin erstattete. Die Ermittlungen in Bayern ergaben, dass das Mädchen Sulanee von seinem Ex-Freund getötet und zerstückelt worden war. Jede Menge Anstrengungen gekostet hat auch der Erhalt der Inspektion Edenkoben, die innerhalb der Polizeireformen mehrmals auf der Kippe gestanden hat. Dank der Unterstützung aus der Bevölkerung, auch mit Unterschriftenlisten, und der Kommunalpolitik konnte eine Schließung bisher verhindert werden. „Aber das Thema ist noch lange nicht vom Tisch“, sagt der Vorgesetzte von rund 40 Mitarbeitern. Und dabei machten allein die steigenden Unfallquoten auf der A 65, die dortigen Raststätten, die vielen Weinfeste, die Aufwärtsentwicklung beim Tourismus eine starke Präsenz vor Ort erforderlich. Wer einmal seine Nachfolge antritt, ist laut Dejon noch nicht entschieden. Es gebe zwei Bewerbungen, eine von einer Kollegin im Haus und eine von auswärts. Zur Person Walter Dejon ist am 16. August 1951 zur Welt gekommen und in Klingenmünster aufgewachsen. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Bad Bergzabern war er für zwei Jahre Zeitsoldat. Anfang 1975 Eintritt in den Polizeidienst in Schifferstadt, Ausbildung in Mainz, Enkenbach-Alsenborn, Koblenz. Als Kommissar 1980 Dienstgruppenleiter in Landau, ab September 1993 stellvertretender Inspektionschef in Bad Bergzabern. Freigestellter Personalrat in Ludwigshafen, 1997 Wechsel zur Kripo Landau. Ab April 2000 stellvertretender Inspektionsleiter in Edenkoben, seit 2003 Chef. Walter Dejon ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

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