Neustadt Polizei in Alarmbereitschaft

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Neustadt. 1. FC Kaiserslautern gegen den Karlsruher SC und gleichzeitig Weinlesefest: Die als „Hochrisikospiel“ eingestufte Begegnung der Zweiten Fußball-Bundesliga hat am heutigen Samstag auch Auswirkungen auf Neustadt. Polizei und Bundespolizei rüsten auf.

Das Südwestderby zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem Karlsruher SC ist stets von besonderer Brisanz. Die rivalisierenden Fans sind sich ganz und gar nicht grün. Vor der Partie dürfte wenig Gefahr drohen. Die aus der Vorderpfalz kommenden FCK-Anhänger und die Fans des KSC sitzen meist in Direktzügen nach Kaiserslautern. Aber wenn es nach dem Schlusspfiff auf dem Betzenberg in Richtung Heimat geht, könnte für einige Fußballanhänger ein Zwischenstopp auf dem Weinlesefest verlockend sein. Die Neustadter Polizei ist vorbereitet und wird mit einer deutlich verstärkten Mannschaft aufwarten. Auch die Bundespolizei beordert zusätzliche Kräfte nach Neustadt. Das Weinlesefest an sich sorge schon für „besondere Einsatzmaßnahmen“, wie Hauptkommissar Dierk Siegfried von der Neustadter Polizei auf Anfrage erläutert. Darüber hinaus werde das brisante Fußballspiel „entsprechend berücksichtigt“. Er dürfe keine Zahlen nennen, was die Mannschaftsstärke betreffe. „Aber wir reagieren mit aufgestocktem Personal“, so Siegfried. Es handele sich um „eine besondere Konstellation“. Und zwar nicht nur, weil zwei stark rivalisierende Fanlager aufeinandertreffen. Sondern auch, weil das Spiel am frühen Nachmittag stattfindet – Anstoß in Kaiserslautern ist um 13 Uhr –, und die Fans somit auf dem Rückweg noch ausreichend Zeit haben, einen Abstecher aufs Weinlesefest zu machen. Man müsse davon ausgehen, dass heute schon einige Fans in Neustadt aussteigen werden, um ein paar Runden auf dem Fest zu drehen. Nicht ausgeschlossen, dass sich dann gegnerische Fangruppen begegnen. Bislang habe es aber noch nie Zusammenstöße von Fans in Neustadt gegeben, informiert der Hauptkommissar. Und vor allem zu Zeiten, als der FCK noch in der Ersten Bundesliga spielte, habe man die Konstellation FCK-Heimspiel/Weinlesefest fast jede Saison gehabt. Während die Neustadter Ordnungshüter für den Festplatz – und natürlich für den Rest der Stadt – zuständig sind, fallen die Züge sowie der Bahnhofsbereich ins Aufgabengebiet der Bundespolizei. Laut Josef Brandt, dem Leiter der Polizeidirektion des Polizeipräsidiums Westpfalz, der am Samstag als Einsatzleiter der Polizei in Kaiserslautern gefordert ist, fahren aus Karlsruhe zwei Sonderzüge mit jeweils 800 Fans in die Westpfalz. Und zwar ohne Zwischenhalt. Begleitet werden sie von Kräften der Bundespolizei. Insgesamt rechnet die Polizei mit 4000 bis 5000 Fans aus Karlsruhe und mit insgesamt über 40.000 Besuchern. Im günstigsten Fall sollten die KSC-Fans auch die Rückfahrt mit durchgehenden Sonderzügen antreten, sagt Stefan Heina, Sprecher der Bundespolizei in Kaiserslautern, die auch für Neustadt zuständig ist. Die Beamten am Kaiserslauterer Hauptbahnhof würden das entsprechend forcieren, allerdings könne nicht ganz ausgeschlossen werden, dass Karlsruher Anhänger doch in reguläre Züge steigen, um nach Neustadt zu kommen. Man werde aber verstärkt kontrollieren und Personen, für die wegen ihres eventuell alkoholisierten Zustands „das Weinlesefest zu viel ist“, von diesem Unterfangen abhalten, so Heina. Im vergangenen Jahr war das Südwestderby zwischen dem FCK und dem KSC ebenfalls an einem Samstag ausgetragen worden. Am 19. Oktober 2013 war das Weinlesefest allerdings schon vorbei. Damals hatte ein Sprecher der Bundespolizei gegenüber der RHEINPFALZ „quasi zu 100 Prozent“ ausgeschlossen, dass große Gruppen Karlsruher Fans in Neustadt aussteigen. Es war dann auch zu keinerlei Zwischenfällen gekommen. In Kaiserslautern sah das allerdings ein bisschen anders aus: „Letztes Jahr hatten wir das eine oder andere Problem“, informiert Heina. So hatte es am Bahnhof gegenseitige Provokationen gegeben, die Karlsruher Fans waren aus den Sonderzügen wieder ausgestiegen und teilweise auch über die Gleise gelaufen. Sogar der Bahnverkehr musste damals zeitweise gestoppt werden.

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