Neustadt Picknick mit unappetitlichen Beigaben

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Über Hundehaufen in den Weinbergen bei Forst haben sich vor geraumer Zeit schon die Winzer beschwert. Aber auch auf den schönen Rastplätzen am Haardtrand bietet sich oft ein übler Anblick. Der Forster Friedrich Thomé hat einige Hinterlassenschaften fotografisch dokumentiert und das Thema kürzlich dem Gemeinderat vorgetragen.

Im Winzerdorf Forst tummelt sich eine beachtliche Anzahl von Haushunden, die in der Gemarkung ideale Bedingungen und Wege zum „Gassigehen“ vorfinden. Allein in Forst sind 60 Hunde gemeldet und 180 in Deidesheim, mit steigender Tendenz, vor zwei Jahren waren noch 49 und 170 Hundesteuerzahler verzeichnet. Seit 2015 herrscht auch in der Ortsgemeinde Forst Anleinpflicht, entsprechende Hinweisschilder hängen am Ortseingang. Dennoch laufen viele Hunde frei, und auch Hundehalter aus den Nachbarorten Deidesheim und Wachenheim genießen Spaziergänge in der Forster Flur. Zwangsläufig stellen die Hinterlassenschaften der Vierbeiner ein Problem dar, denn so ein Wingert oder Rain scheint ein willkommener Ort für das große Geschäft zu sein. Bereits vor zwei Jahren war dies Thema im Gemeinderat, wo sich Winzer über die Haufen an ihrem „Arbeitsplatz“ beschwert hatten (wir haben am 1. Oktober 2014 berichtet). Nun hat Gemeinde- und Verbandsgemeinderatsmitglied Friedrich Thomé (FWG) vorgetragen, dass häufig auch Rastplätze in der Flur von Hundekot verschmutzt seien. „Liebevoll angelegte Rastplätze mit Bänken und Sandsteinen werden verunstaltet von Sch…haufen, dass einem der Appetit vergeht!“, schimpft Thomé. Besonders unangenehm sei dies bei Weinbergstouren mit Touristen und Geschäftsfreunden mit Speis’und Trank. „Da möchte ich doch saubere Rastplätze antreffen.“ Oder man denke an Familien mit Kindern, die dort Picknick machten. Thomé hat Fotos vorgelegt, wo auf einem Sandsteinfindling ganze acht Haufen zu sehen sind. Thomé selbst, so sagt er, sei ein Hundefreund, der seine Pfleglinge an „geeigneten“ Stellen ihr Geschäft verrichten lasse. Im Rat habe sein Anliegen nach einer Lösung und Abstimmung wenig Gehör gefunden. In der Gefahren-Abwehrverordnung der Verbandsgemeinde Deidesheim heißt es, dass „Halter und Führer von Hunden dafür sorgen müssen, öffentliche Anlagen nicht zu verunreinigen und zur Beseitigung von Verunreinigungen verpflichtet sind“. Ortsbürgermeister Bernhard Klein (CDU) meint, dass die Einhaltung dieser Verordnung beim Ordnungsamt und nicht bei der Ortsgemeinde liege. Von Thomé angeregte Überlegungen, Tüten und Abfallbehälter in Forster Randlagen anzubieten, seien zwar löblich, doch zu aufwendig für die Gemeinde. Theo Hoffmann, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, sagte auf Anfrage, Hundehalter könnten Tüten bei der Verwaltung im Rathaus abholen. „Man kann nicht überall Tüten hinhängen“ findet er, zumal diese seiner Erfahrung nach auch zweckentfremdet werden oder mit Inhalt im Wingert landen. Oft seien die Tüten-Automaten (wie in Bad Dürkheim) auch leergeräumt. „Die Verpflichtung liegt ganz klar bei den Hundehaltern“, betont er. Verantwortungsbewusste Hundeführer brächten ihre Tüten selbst mit. Hinweisschilder an Parkplätzen bezeichnet Hoffmann als sinnvoll, was auch Thomé befürwortet. Der FWG-Ortsvorsitzende findet, dass „Gäste von außerhalb, die vor dem Besuch der örtlichen Speiselokale ihre Hunde im Freundstück entleeren lassen, zuvor keine Tüten in Deidesheim abholen“. Er plädiert daher für Tüten in der Forster Flur und den Appell an alle Halter, mehr auf die Einhaltung der Gesetze zur Sauberkeit zu achten. Denn immer noch liefen viele Hunde in der Forster Gemarkung frei. Sein Wunsch sei eine Abstimmung im Ortsgemeinderat über entsprechende Maßnahmen. (piw)

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