Neustadt Persönlicher Kontakt wichtig

Ob Existenzgründer oder etabliertes Unternehmen – sie alle kommen an einem Mann nicht vorbei. Klaus Müller ist seit 21 Jahren Geschäftsführer der Mittelstands- und Betreuungsgesellschaft (MBB) Südliche Weinstraße. Am 1. Juni geht der 63-Jährige in den Ruhestand. Als sein Nachfolger wurde gestern Uwe König ernannt.
Der 49-jährige König ist wie Müller ein Sparkassenmensch. Bei dem Geldinstitut wird er halbtags Müllers Aufgabenbereich übernehmen und sich in der anderen Hälfte der Arbeitszeit der Betreuung der Unternehmen im Kreis widmen. Der Landauer Familienvater habe durch seinen beruflichen Werdegang eine „tiefe und umfassende Kenntnis der wirtschaftlichen Struktur an der Südlichen Weinstraße“, wie Landrätin Theresia Riedmaier gestern schilderte. Der Sparkassenbetriebswirt war Leiter der Geschäftsstelle Godramstein, hat danach in der Kreditabteilung, als Firmenkunden- und Sanierungsberater gearbeitet. „Trotzdem legen wir Wert darauf, dass die MBB eine neutrale Stelle ist, bei uns gilt das Hausbankprinzip und wir haben zu allen Geldinstituten gute Kontakte“, so Müller, der gestern im Kreistag zum letzten Mal seinen Jahresbericht vorstellte. Für einen reibungslosen Übergang wird König die Stelle bereits ab 1. Mai antreten. Im ersten Monat wollen die beiden Herren Firmen besuchen, damit sich der neue Mann vorstellen kann. „Es ist mir wichtig, die Unternehmen nicht nur vom Papier zu kennen, sondern den persönlichen Kontakt herzustellen.“ Den guten Weg von Müller fortführen, aber auch ein paar Dinge anders machen, hat sich König vorgenommen. Dass Müller auf erfolgreiche 21 Jahre zurückblicken kann, würdigte Landrätin Riedmaier mit anerkennenden Worten. Unaufgeregt, umsichtig und engagiert habe er in dem wichtigen Arbeitsfeld Wirtschaftsförderung gewirkt. Der Kreis habe die zweitniedrigste Arbeitslosenquote in der Pfalz. 51 Prozent der von der MBB in den vergangenen zehn Jahren beratenen Existenzgründer hätten ihr Gewerbe immer noch angemeldet. Wichtige Standortsicherungen, Erweiterungen und Neuansiedlungen seien in den vergangenen Jahren erreicht worden – wie die Konversion des alten Asta-Geländes in Annweiler zum Wasgau-Center, die noch nicht abgeschlossene Vermarktung des Gewerbe- und Industriegebiets Edenkoben, die Reaktivierung des Lanzet-Geländes in Herxheim oder die Investitionen und Ansiedelungen in der Verbandsgemeinde Offenbach mit ihren Schwergewichten Hornbach, Prowell, Tricor, Henge und Mercedes-Benz. Die MBB engagiere sich zudem in der 1998 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Wirtschaftsförderung Südpfalz, im Club der Wirtschaftsförderer der Regio Pamina, in der Metropolregion Rhein-Neckar und der Technologie-Region Karlsruhe. Neben der Vermarktung der großen Industrie- und Gewerbeflächen in Edenkoben, Herxheim und Offenbach sowie der Sicherung des Fachkräftebedarfs wird vor allem der Ausbau der DSL-Breitbandversorgung ein Schwerpunktthema von König sein. „Das ist noch neu für mich, aber es ist sehr wichtig für die Unternehmen im Kreis.“ (höj)