Neustadt Passable Aussichten zum Jahresbeginn

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Welche Aussichten gibt es für das Jahr 2017? Darüber kann man nur spekulieren. Welche Aussichtweite es aber am ersten Tag des Jahres um 13 Uhr gab, das wissen wir: Sie war mit 34 Kilometern passabel. So zumindest hat es die Sichtmessstation „Fern-Sehen im Pfälzerwald“ gemeldet. So hat es auch der RHEINPFALZ-Fotograf um diese Uhrzeit dokumentiert.

Die Messstation arbeitet auf dem Gipfel der Kalmit, des höchsten Berges im Pfälzerwald. Sie registriert die aktuellen Sichtverhältnisse und bewertet sie auch mit den vier Noten schlecht (Sichtweite bis 26 Kilometer), passabel, hoch und exzellent (Sichtweite über 159 Kilometer). Wer wissen will, wie es von der Kalmit aus aussieht, kann das ganz bequem zu Hause vor dem Computerbildschirm feststellen. Auf der Internetseite des Hauses der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz (www.hdn-pfalz.de) gibt es immer ein aktuelles Bild und die Bewertung dazu mit einer Prognose für die kommenden Sichtverhältnisse. „Fern-Sehen im Pfälzerwald“ ist aber in erster Linie natürlich nicht für Stubenhocker gedacht. Es soll durchaus dazu animieren, sich in die Natur zu begeben. Zum Beispiel auf den Kalmitgipfel, aber auch zu den vielen anderen Punkten im Pfälzerwald, die für ihre schöne Umgebung bekannt sind. Und die die Möglichkeit bieten, weit in den Wald hinein oder in die Rheinebene zu blicken. Die Internetseite listet viele von ihnen auf, etwa den Eckkopfturm bei Deidesheim, das Weinbiet bei Neustadt, den Drachenfels nördlich von Neidenfels, die Madenburg bei Eschbach oder die Trifelsblick-Hütte bei Gleisweiler. Wann es sich lohnt, der schönen Aussicht wegen dorthin zu fahren, darüber gibt das „Fern-Sehen im Pfälzerwald“ auch persönliche Auskunft. Und zwar allen, die sich dafür auf der Internetseite des HdN angemeldet haben. Dort kann sich jedermann registrieren und seine Wunschsichtweite angeben. Wenn die gewünschte Sichtweite erreicht ist, wird er per E-Mail oder SMS darüber informiert. Am Kalmitturm, der vom Polizeipräsidium Rheinpfalz gepachtet ist und deswegen auch für die Öffentlichkeit gesperrt bleibt, ist die Messstation untergebracht. Sie schaut nach Südwesten über den Pfälzerwald in Richtung der elsässischen Vogesen. Eine Digitalkamera und ein spezielles Objektiv erfassen das, was ein erfahrener menschlicher Beobachter mit Auge und Fernglas sieht. Winfried Lang, Professor für Elektrotechnik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim, hat das System entwickelt. Es ist seit dem Jahr 2012 in Betrieb. Die RHEINPFALZ hat das bundesweit einmalige „Fern-Seh-Programm “ am 15. Oktober 2013 ausführlich vorgestellt. Darüber, wie stark das Messsystem und sein „Fern-Seh-Alarm“ genutzt werden, liegen der Redaktion keine Zahlen vor. Wer ins Gästebuch des Internetauftritts schaut, sieht dort vor allem Einträge, die aus der Frühzeit der Messstation, also aus dem Jahr 2012, stammen. Aber die wenigen Gäste, die sich dort gemeldet haben, waren alle begeistert über diese Möglichkeit, Naturerlebnis und digitale Technik zu verbinden. Und noch eins: Mehrere Gäste wünschten sich, sie könnten auch mal den Turm auf dem Kalmitgipfel besteigen. Das ist aber nicht möglich. Schadet nichts: Auch so ist die reale Fernsicht von der Kalmit aus bei guten Fern-Seh-Bedingungen bestens und kann im Idealfall bis fast 400 Kilometer Entfernung reichen. Und für die Menschen, die es ganz genau nehmen und mit dem Blick ins Weltall argumentieren, präzisiert Lang: „Die Rede ist von nicht selbstleuchtenden Zielen, die in der Atmosphäre am hellen Tage in horizontaler Richtung im Mittelgebirgsniveau aufgesucht werden ...“ |ff

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