Neustadt „Ohne Schnickschnack“

Kevin Aigner arbeitet in der neuen Feuerwehr-Einsatzzentrale in Edenkoben.
Kevin Aigner arbeitet in der neuen Feuerwehr-Einsatzzentrale in Edenkoben.

„Die Schleusen sind dicht, wir können loslegen!“ So begrüßte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Edenkoben, Olaf Gouasé (CDU), am Samstag Feuerwehr-Frauen und -Männer aus fast allen 16 Orten der VG sowie Gäste zur Einweihung des Erweiterungsbaus der Feuerwehreinsatzzentrale (FEZ) in Edenkoben, nachdem sich die großen Tore der Zentrale geschlossen hatten.

In gut einjähriger Bauzeit ist unter Leitung des Edenkobener Architekten Kristoph Rheinwalt ein sich ans bestehende Gebäude anfügender Bau erstellt worden. Dieser nimmt einen bis dato fehlenden Technikraum sowie im Obergeschoss einen Serverraum und eine Funkwerkstatt auf. Geschaffen wurden zudem zwei vollwertige Funktionsarbeitsplätze und ein „Notarbeitsplatz“ im Erdgeschoss. Die Stromversorgung wird im Notfall mit einem neuen Aggregat sichergestellt, auch ein neues Notstromkonzept wurde erstellt. Der Funkbetrieb wird mit einem neu installierten Funkmast optimiert und unterstützt die auf Grund des Digitalfunks und der digitalen Alarmierung notwendig gewordene Erneuerung der zuvor noch aus den 80er-Jahren stammenden Technik. Auch für Schulungen stehen die Räume zur Verfügung. Für den Bau wurden rund 145.000 Euro aufgewandt, weitere fast 97.000 Euro flossen in die Technik. Der Landeszuschuss fiel mit 14.000 Euro vergleichsweise bescheiden aus. „Es ist ein sehr gutes Projekt ohne Schnickschnack.“ Die gestellten Forderungen seien optimal umgesetzt, freute sich der Architekt. Kreisfeuerwehrinspektor Rudi Götz lobte: „Jeder hierfür eingesetzte Euro ist gut angelegtes Geld zum Schutz der Bürger.“ Die FEZ betreut die Verbandsgemeinden Edenkoben und Maikammer und wird bei jedem Einsatz besetzt. Die Zentrale ist für rund 28.000 in den beiden VG lebende Menschen zuständig und führt bei circa 200 Feuerwehreinsätzen pro Jahr die alarmierten Einheiten. Weiterhin stellt sie die Verbindung zur Leitstelle Landau, zu Polizei, Rettungsdiensten und THW sowie zu den Behörden wie Gewerbeaufsicht, untere Wasserbehörde, Straßenmeisterei her. Darüber hinaus führt sie Ausbildungen, Unterweisungen und Übungen durch. Über neue Tragspritzenfahrzeuge-Wasser (TSF-W) freuen sich die Wehren in Gleisweiler und Weyher. Es handelt sich um Allrad-Fahrzeuge. Wie der Wehrleiter der VG Edenkoben, Bernd Sturn, ausführte, sind die beiden IVECO die ersten Fahrzeuge dieser Art, die bei Wehren in Rheinland-Pfalz zum Einsatz kommen. Die Feuerwehr Gleisweiler wird künftig bei Einsätzen der technischen Hilfeleistung im westlichen VG-Gebiet (oberhalb der A 65) mit der Feuerwehr Edenkoben eingesetzt. Die TSF-W kosten inklusive des nachgerüsteten, aber für den Einsatz im Wald unabdingbaren Allradantrieb jeweils 140.000 Euro. Das Land bezuschusste die Gesamtkosten von 280.000 Euro mit 74.000 Euro. Darüber hinaus wird in Gleisweiler künftig ein Mannschaftstransportwagen zur Verfügung stehen, der für die Jugendfeuerwehren am Haardtrand eingesetzt wird. Das Fahrzeug, das auch für sonstige Einsätze zur Verfügung steht, wurde für 1500 Euro von der Feuerwehr in Mannheim erstanden, in Edenkoben vom Gerätewart in Eigenleistung komplett überarbeitet.

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