Neustadt Noch genug private Wohnungen verfügbar

110 Asylbewerber sind derzeit der Verbandsgemeinde Deidesheim zugewiesen. Die meisten sind in Meckenheim untergebracht. Dies erfuhren die zahlreichen Besucher einer Informationsveranstaltung der Verbandsgemeindeverwaltung.
Das Interesse war so groß, dass o es im ganzen Meckenheimer Rathaus keinen einzigen freien Stuhl mehr gab und der Ratssaal bis in den letzten Winkel belegt war. „Dass heute so viele Leute gekommen sind, überrascht mich wirklich“, sagte Verbandsbürgermeister Theo Hoffmann (CDU). Es zeige jedoch eindeutig, wie wichtig das Thema den Bürgern sei. Mit Infoabenden in den einzelnen Ortsgemeinden will die Verwaltung den Bürgern Rede und Antwort stehen, Ängste nehmen und mit kursierenden Gerüchten aufräumen. In der Verbandsgemeinde Deidesheim herrsche, so Hoffmann, ein gutes Miteinander. Die Aufnahme der Flüchtlinge sei, Dank der engagierten Initiative „Freunde für Flüchtlinge“, unproblematisch. Und es werde, gerade in Meckenheim, ausreichend privater Wohnraum für die Unterbringung der Asylbewerber zur Verfügung gestellt. Ein Asylbewerber kostet die Verwaltung monatlich rund 1000 Euro. Zurzeit erstattet das Land einen Betrag von 513 Euro. Vom Bund sollen weitere 670 Euro dazukommen. In diesem Fall soll der Landeszuschuss jedoch zurückgenommen werden und in die Erstaufnahmezentren fließen. Die finanzielle Belastung werde also weiter an den Kommunen hängenbleiben, schätzt Hoffmann. Die an dem Abend vorgestellten Zahlen vom Oktober würden bis zum Jahresende wohl auch nicht stehen bleiben, ist sich der Bürgermeister sicher. Bis dahin könnten es auch 200 Asylbewerber sein, die die Verbandsgemeinde eventuell zugewiesen bekomme. In der Verwaltung werde es ab Januar 2016 zwei Mitarbeiter in Vollzeitstellen geben, die für die Registrierung und Betreuung der Flüchtlinge zuständig seien. Bedingt durch das Wohnraumangebot, sind die meisten Asylbewerber zurzeit in Meckenheim untergebracht. Doch strebt der Bürgermeister eine gerechtere Verteilung innerhalb der Verbandsgemeinde an. Auch in den anderen Ortsgemeinden würde er ein solches Angebot an privaten Wohnraum wie in Meckenheim begrüßen, denn eine Containerunterbringung lehnt er ab. Weiter sieht Hoffmann keinen Grund zur Befürchtung, dass Sporthallen oder die VG-Halle zur Unterbringung von Asylbewerber genutzt werden. Die Kommunen seien jedoch dazu verpflichtet, einen Notfallplan zu erstellen, worin alle öffentlichen Gebäude mit deren möglichen Aufnahmekapazität aufgelistet seien. „Ich bin mir aber sicher, dass wir keine öffentlichen Räumlichkeiten für die Unterbringung der Flüchtlinge brauchen“, betonte er. Weitere Fragen aus dem Publikum kamen vorwiegend zu organisatorischen Abläufen, aber auch, wer hafte, wenn es zu Schäden durch das unsichere Radfahren einiger Flüchtlinge komme. Das Fahrrad sei für die Mobilität der Asylbewerber sehr wichtig, betonte Birgit Groß von der Initiative „Freund für Flüchtlinge“. Hier zeige sich, wie wichtig Hilfsangebote seien, die den Flüchtlingen Verkehrsregeln, Deutschkenntnisse und weitere alltägliche Dinge vermitteln. An Sachspenden werden nach Angaben der „Freunde für Flüchtlinge“ noch Kinderwagen, Kinderwinterkleidung, Männerkleidung in kleinen Herrengrößen sowie Winterschuhe benötigt. Ansprechpartner der Freunde für Flüchtlinge in den Ortsgemeinden sind: Deidesheim Bernhard Bücker, Telefon 0172/2667189, Forst Jacqueline Klein, 06326/980717, Meckenheim Birgit Groß, 06326/965628, Niederkirchen Bernhard Kren, 06326/7010449, Ruppertsberg Rosemarie Lesnik, 06326/7010212. (vnl)