Leichtathletik
Nikolauslauf in Haßloch: 38 Volkslaufdebütanten und ein Doppelsieger
Gerd Berlin, Vorsitzender des LC Haßloch, ist mit über 400 Anmeldungen glücklich: „Es ist wie immer, die meisten Anmeldungen trudeln während der letzten Woche ein.“ Einige Sorgenfalten wegen der Wetterprognosen glätteten sich schnell am Samstagvormittag. Es blieb trocken. Doch irgendwie sind auch die hartgesottenen Langstreckenläufer Temperaturen um den Gefrierpunkten nicht mehr gewohnt. Besonders litten aber die 38 Schüler der „Realschule am Speyerbach“ aus Lambrecht. Aus den Klassenstufen sieben bis zehn wagten sich die Jungs und Mädels des Wahlpflichtfachs Sport an ihren ersten Volkslauf über fünf Kilometer.
Stolze Siebtklässler
Auch wenn sie nicht ganz vorne ankamen, waren die Siebtklässler Liam Collaku, Justin Eller und Ben Wacker stolz auf ihre Zielankunft. Ben: „Es war aber kalt.“ Justin: „Es war ein bisschen schwierig heute. Ich hatte Schmerzen im Oberschenkel und bin dann zwischendurch immer wieder gegangen.“ Das Ziel erreichte er schließlich in 47 Minuten. Begeistert war Nils Langguth aus der 8. Klasse, der in 22 Minuten Dritter seiner Altersklasse wurde. „Das war ein besonderes Gefühl, am Limit weiterzulaufen.“ Und Ömer Shala ergänzte: „Wir waren motiviert, wir wurden angefeuert.“ Jessica Csuti wurde ein bisschen von einem mitlaufenden Lehrer unterstützt und erreichte das Ziel in 31 Minuten. Lehrer Franz Weber: „Es ist eine wichtige Erfahrung für die Jugendlichen, solch einen Wettkampf zu absolvieren und im Ziel anzukommen. Wir Lehrer sind stolz auf die Läufer.“ Dennoch gestanden die meisten Schüler, dass sie nicht unbedingt noch mal an einem Volkslauf teilnehmen. Weber stellte lächelnd fest: „Es war eben auch sehr kalt.“ Zurück ging es dann auch noch mit Bus und Bahn zur Lambrechter Schule. Die Schüler waren also lange unterwegs. Ihre Belohnung für das besondere zeitliche Engagement: Bis zu den Weihnachtsferien wird die Anzahl der Sportstunden reduziert.
Nies läuft zweimal
Ganz anders trumpfte da Lennart Nies auf. Der Läufer des TV Maikammer bevorzugt zwar Marathonläufe, doch dafür muss auch kürzere, schnelle Einheiten trainieren. Anfang März steht für ihn der Marathon in Tokio im Plan. In Haßloch finishte er zunächst über fünf Kilometer als Sieger in 16:39 Minuten. „Irgendwie war diese Strecke aber ein bisschen länger. Ich konnte mein Tempo nicht so richtig einteilen. Deshalb wollte ich über zehn Kilometer Gas geben.“ Und das gelang ihm. Mit 32:45 Minuten hatte er fast vier Minuten Vorsprung auf Florian Reh. Der 37-jährige Nies: „In meinem Alter muss ich an der Grundschnelligkeit arbeiten, deshalb diese Läufe heute.“
Die schnellste Frau im Hauptlauf war Monique Grossrieder aus der Schweiz. Die 48-jährige Triathletin kommt der Liebe wegen alle zwei Wochen in die Pfalz. Ihr Partner Christian Pfadt lebt in Hördt, beide sind in der LG Rülzheim aktiv. Doch diesmal gestaltete sich die Anreise wegen des Wintereinbruchs im Süden etwas schwierig. „Statt drei Stunden habe ich diesmal vier Stunden benötigt, es war eine Herausforderung. Wir hatten mindestens 20 Zentimeter Schnee“, erzählte Grossrieder.
LCH plant Osterlauf
Gerd Berlin verkündete derweil den Langstrecklern, dass der LC Haßloch neben dem Nikolauslauf 2024 auch wieder einen Osterlauf plant. „Das wurde so gut angenommen, wir wiederholen es.“
Allerdings steht der Club vor einer neuen Herausforderung. Er muss eine andere Zeitnehmerfirma finden, nachdem Martin Hellige von de-timing das Aus für sein Unternehmen verkündet hatte. LCH-Volkslauf-Manager Frank Hasch: „Wir stehen mit drei Unternehmen in Verbindung und holen Angebote ein. Die Kosten für einen Lauf dieser Art bewegen sich bei der Zeitmessung zwischen 2500 und 3000 Euro.“ Neben einer Pauschale für die jeweilige Veranstaltung gebe es wahlweise Zusatzleistungen wie Zeitanzeige, Inkasso der Gebühren, Startnummern. Vereinsboss Berlin: „Wir machen mit dem Lauf keinen Gewinn. Wir bieten die Läufe an wegen der Werbung für den Sport.“ Und Hasch ergänzte: „Der Profit steht erst an zweiter oder dritter Stelle.“