Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Nikolauslauf des LC Haßloch: „Superschneller Kurs“ im Plopsaland

Allein die Halbmarathonläufer verließen auf ihrer Strecke zwischenzeitlich das Plopsaland.
Allein die Halbmarathonläufer verließen auf ihrer Strecke zwischenzeitlich das Plopsaland.

Der Haßlocher Nikolauslauf im Plopsaland entpuppt sich als Erfolg. Wieso Lambrechter Schüler hier Noten bekommen.

Die Freude war Marko Martin anzusehen. „Es ist ein Traum für mich, diesen Lauf zu gewinnen“, sagte der Läufer vom TV Maikammer strahlend nach seinem überlegenen Erfolg im Halbmarathon im „1. Plopsa Nikolauslauf by LCH“. Nach der 51. Auflage der Traditionsveranstaltung und dem Neuanfang in Zusammenarbeit mit dem Freizeitpark durfte auch der Ausrichter LC Haßloch zufrieden mit Resonanz und Ablauf sein. Lambrechter Schüler haben einen speziellen Grund, den Nikolauslauf zu absolvieren. Läufe entlang der Parkattraktionen und ein Empfang im Ziel von einen Schokoladennikoläuse verteilenden Nikolaus erfreuten am 6. Dezember nicht nur die jüngsten Teilnehmer des Biene-Maja-Mini-Laufs, in dem mit Alvaro Eberle ein Läufer des gastgebenden LC Haßloch siegte.

Mit Jahreskarte für den Park

„Ich habe eine Jahreskarte für den Park und hier schon viele schöne Zeiten erlebt“, freute sich vor allem Halbmarathonsieger Marko Martin über die Rückkehr an eine ihm sehr vertraute Stätte. Beim Verlassen des Plopsalandes ließ er zwar noch dem späteren Drittplatzierten Patrick Darling den Vortritt, übernahm aber spätestens nach dem Einbiegen in die zweimal zu bewältigende Waldrunde das Kommando im Feld. „Eigentlich wollte ich nicht alleine laufen. Aber ich habe mein Tempo gehalten. Ab Kilometer vier war ich alleine unterwegs“, freute sich der 51-Jährige über seinen Auftritt auf „superschnellem Kurs“.

Marko Martin passierte schließlich nach 1:17.41,1 Stunden mit einem Vorsprung von über vier Minuten auf seinen schärfsten Verfolger Jan Schmitt (Team VeloWerk/Dörrenbach) das Ziel, der sich bei seiner dritten Teilnahme am Nikolauslauf vor allem über die großartige Atmosphäre freute. „Ein Zehn-Kilometer-Lauf wäre mir aber lieber gewesen“, so der Zweitplatzierte. „Zwischendrin war es mir manchmal etwas zu rutschig.“

Frauensiegerin mit Bestzeit

Als standfest zeigte sich dagegen über die gesamte Distanz Frauensiegerin Larissa Eckrich. Die seit eineinhalb Jahren für die MTG Mannheim startende 29-Jährige aus Waldsee verbesserte ihre Bestzeit auf dem offiziell ausgemessenen Kurs um mehr als zwei Minuten auf 1:27.57,4 Stunden: Das trotz zwischenzeitlich vom Sprecher Samuel Schwake gemeldeter sieben Rehe als Hindernisse auf der Strecke. Sie lag damit deutlich vor Conny Thon (LLG Wustweiler) und Sarah Schmitt (FSV Freimersheim).

Einsteigerlauf früh ausgebucht

Hatten sich zum Holly-Halbmarathon bereits in Rekordzahl fast 300 Läufer angemeldet, war der Tabaluga-Einsteigerlauf mit 250 Teilnehmern schon im Vorfeld komplett ausgebucht. Mit Nico Steißlinger war darunter mit dem Sieger des Neustadter Altstadtlaufes und des in diesem Jahr erstmals ausgetragenen Brezelfestlaufes in Speyer ein Spitzenläufer der Region, der die Premiere in neuer Umgebung in Haßloch vom ersten Meter an dominierte. „Das hat auf den fünf Runden vor allem durch die Anfeuerung der vielen Zuschauer viel Spaß gemacht“, so der erstmals beim Nikolauslauf startende Läufer von ABC Ludwigshafen. Die Teilnahme sei für ihn auch ein letzter Test für die nächste Woche in Rheinzabern startende Winterserie gewesen, so Steißlinger, bei der er über zehn Kilometer eine Zeit unter 32 Minuten anpeilt. Dabei lobte der nach 17:07,6 Minuten vor Jan Steinmüller und Benjamin Kass siegreiche 28-Jährige auch die Disziplin aller Teilnehmer: „Ich musste bei den Überrundungen zwar manchmal etwas Slalom laufen, aber die allermeisten haben sich immer schön rechts gehalten.“

Deutlich knapper verlief das Rennen bei den Frauen: Lange sah mit Sholeen Kunitz eine Lokalmatadorin wie die Siegerin aus. Doch auf der Schlussrunde schob sich Sonja Müller aus Limburgerhof auch zu ihrer eigenen Überraschung noch vorbei und siegte in 24:31,0 Minuten vor der Läuferin des LC Haßloch (24:39,1) und der ebenfalls nur wenig später folgenden Magdalena Wald (Ludwigshafener SV, 24:43,5). „Nein, nein, habe ich tatsächlich gewonnen?“, fragte die Siegerin ungläubig nach dem Zieldurchlauf bei ihrer dritten Teilnahme am Nikolauslauf. „Im vergangenen Jahr war ich Altersklassen-Siegerin, und jetzt stehe ich ganz oben“, freute sich die für das Team YNWA („das heißt you never walk alone“) antretende Sonja Müller und lobte ebenso wie die Halbmarathon-Siegerin die „Superveranstaltung“ .

Über 900 gemeldete Läufer

Ein Lob für den Veranstalter, das nicht nur der LCH-Vorsitzende Michael Stumpp mit Stolz entgegen nahm. „Sensationell“ nannte er die Beteiligung von über 900 gemeldeten Läufern zur Premiere im Plopsaland und freute sich über den nach leichten Abstimmungsproblemen am Vormittag am Ende reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. „Die Infrastruktur hier im Park ist einfach perfekt, und wir als Verein haben gezeigt, dass wir organisatorisch alles im Griff haben.“ Alle Läufe gingen pünktlich über die Bühne. Die Siegerehrungen erfolgten zügig nach Ende der acht Rennen.

Eher Nebensache waren ihre Erfolge im inklusiven Einsteigerlauf über drei Runden und die dadurch gewonnenen Urkunden allerdings für einige Schüler der Realschule plus Lambrecht. „Weil unsere Sporthalle wegen der laufenden Generalsanierung nicht benutzbar ist, sind wir seit drei Jahren in Haßloch dabei. Die Schüler trainieren im Wahlpflichtfach Sport für den Nikolauslauf und erhalten ihre Noten für die dabei erzielten Zeiten“, erläuterte der sie während des Laufs begleitende Lehrer Garwin Giebel. Die Note eins verdiente sich dabei vor allem Nils Langguth, der als Fünfter des Schülerlaufes die schnellste Zeit der Lambrechter Schüler erzielte.

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