Neustadt Nicht noch eine Schluderei
Neustadt. Die TSG Deidesheim hat einen Lauf. Und dieser soll nach vier Siegen in Serie heute Abend nicht enden. Ab 19.30 Uhr empfängt die Elf des Trainergespanns Benkler/Doll in einem Nachholspiel der Fußball-A-Klasse Rhein-Mittelhaardt den Tabellenletzten VfL Neustadt II. Auch der TSV Königsbach sitzt nach. Gastgeber ist ab 18.30 Uhr der FV Berghausen.
Dem Papier nach eine höhere Hürde. Doch die TSG hat in der Hinrunde an der Neustadter Haidmühle trotz einer klaren Favoritenstellung ihr blaues Wunder erlebt. Die 1:2-Niederlage schmerzt die ambitionierte Deidesheimer Elf noch heute. Zur Verdeutlichung: Der VfL holte in dieser Partie ein Drittel seiner bisherigen Punkte. Kann so etwas der TSG in der jetzigen Phase der Spielzeit noch einmal passieren? Oder sind die Schludereien gegen Kellerkinder der Liga passé? Trainer Rudolf Benkler ist sich sicher, dass Bruder Leichtfuß ins Exil verbannt worden ist. Er habe die Einstellung seiner Spieler oft kritisiert, sagt er, in letzter Zeit aber sei diese ausdrücklich zu loben. Wer nach einem 0:1-Rückstand in Harthausen gewinne, ohne den an einem Hexenschuss leidenden Mario Seckinger, der in optimaler Verfassung der „beste Spieler der Liga“ sei, wer in solch einem Spiel nicht die Nerven verliere, der habe die Zeichen der Zeit erkannt. Auch heute wird die TSG nicht in Bestbesetzung auflaufen. Seckingers Rückkehr ist fraglich, Christian Schubing schreibt in Mannheim eine Klausur und wird beim Anpfiff sicher noch nicht in Deidesheim sein. „Ich habe ihm gesagt, er soll auf jeden Fall schneller schreiben, als er gelernt hat“, scherzt Benkler. Mit einem Sieg würde die TSG bis auf einen Punkt an den FC Speyer 09 II heranrücken, den Tabellendritten, der am Sonntag in Deidesheim gastiert. Die Lücke zu Rang zwei wäre nur mehr fünf Zähler breit. Ein weiteres Nachholspiel steht im Kalender, der Klassement-Zweite TSV Lingenfeld ist ebenfalls noch Deidesheimer Gegner. Auch der TSV Königsbach befindet sich mit zwei Spielen im Hintertreffen. 42 Punkte sind verbucht, als Tabellensechster besitzt die Elf des Trainerduos Klein/Hörnschemeyer elf Punkte weniger als die TSV Lingenfeld. Es war indes nie das Anliegen der Königsbacher Elf, Rang zwei zu erreichen und als Aufsteiger in die Bezirksliga durchzumarschieren. Die jetzige Platzierung sei „kein Beinbruch“, seine Mannschaft spiele eine „Super-Saison“, sagt Sven Hörnschemeyer, „es war super für uns, sehr lange die Mannschaften ärgern zu können, die eigentlich dort hingehören.“ Die beste Platzierung des TSV war Rang vier (an zehn Spieltagen, zuletzt vor drei Wochen) – und dort will das Team wieder hin. Da die Partie bereits um 18.30 Uhr angepfiffen wird, kann es berufsbedingt zu personellen Ausfällen kommen. Unter der Woche sei das Zusammenstellen einer Mannschaft generell verzwickt, sagt Hörnschemeyer. Er selbst kann heute auch nicht mitwirken. (aboe)