Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neustadter Wochenspiegel: Von schlechten und guten Nachrichten

Karikatur: Herrmann
Karikatur: Herrmann

Hetzelstift: Abwarten und Nerven behalten

Mitten in den Ferien hat ein Interview der „Rhein-Zeitung“ mit dem Geschäftsführer der Marienhaus-Unternehmensgruppe in Waldbreitbach für Unruhe gesorgt. Die Holding muss sparen, und das kann auch das Marienhaus-Klinikum Hetzelstift in Neustadt betreffen. Zwar soll der geplante Neubau nicht in Frage gestellt werden, ein Stellenabbau ist aber kein Tabu. Keine gute Nachricht für das Hetzelstift und auch nicht für Neustadt. Bis Genaueres bekannt wird, heißt es abwarten und Nerven behalten. Was natürlich leichter gesagt als getan ist.

Geldinstitut: Ehrliche Finder eine Freude

Dass Zeitungsleserinnen und -leser lieber gute Nachrichten im Blatt haben wollen, ist empirisch belegt. Und es gibt sie auch tatsächlich noch, die gute Nachricht, jenseits von Sparzwängen, Müllverschmutzung, Vandalismus und Gewalt. So war diese Woche eine Dame in der Redaktion, die ihre Scheckkarte in einer Bankfiliale hatte liegen lassen. Erst am nächsten Morgen bemerkte sie den Verlust und ließ die Karte sofort sperren. Doch schon kurz darauf kam die Entwarnung durch das Geldinstitut: Ein unbekannter „Engel“ hatte das gute Stück gefunden, in einen Umschlag gesteckt und in den Briefkasten der Bank eingeworfen. Übrigens ohne vorher versucht zu haben, das Konto ein wenig zu plündern.

Containern: Erst denken, dann einkaufen

Eine ebenso gute Nachricht dürfte sein, dass viele Supermärkte und Discounter in der Region mit der Tafel Neustadt-Haßloch zusammenarbeitet. Auf diese Weise kann ein Großteil der Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können, an Menschen abgegeben werden, die darauf angewiesen sind. Aber: In Sachen Verschwendung von Lebensmitteln hat der Handel nur einen geringen Anteil. Die Hälfte des jährlich weggeworfenen Essens stammt vielmehr aus Privathaushalten. Rein rechnerisch wandern laut Uni Stuttgart pro Mensch und Jahr 85,2 Kilogramm Lebensmittel in die Tonne. Was keine gute Nachricht ist. Und sie würde auch nicht besser, wenn es irgendwann legal wäre, sich als Bedürftiger einfach aus solchen Tonnen bedienen zu dürfen. Also „containern“ zu können, ohne sich strafbar zu machen.

Gimmeldingen: Gute Lösungen am Horizont

Zwei gute Nachrichten sind für Gimmeldingen zu vermelden. Zugegeben ist alles noch nicht ganz in trockenen Tüchern, aber die Zeichen stehen bei zwei Problemen auf Erfolg. Im Fall der Kindertagesstätte, deren Erweiterung an der Frage des Brandschutzes hätte scheitern können, soll eine Lösung gefunden worden sein. Und zwar eine, die viel einfacher war als ursprünglich gedacht. Allerdings ist sie eben noch nicht ganz spruchreif, sondern nur fast. Gleiches gilt für den kurzen, schmalen Durchgang zwischen der Stabenbergstraße und der Herzogstraße als Verbindung zwischen Gimmeldingen und Königsbach. Auch da wurde ein Ei des Kolumbus entdeckt, das dauerhaft verhindern kann, dass der Weg noch mal gesperrt wird. Mag sein, dass in beiden Fällen die endgültig gute Nachricht noch etwas auf sich warten lässt. Aber ein bisschen freuen vorab und Daumen drücken, dass es klappt, hat noch nie geschadet.

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