Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neustadter Wochenrückblick: Ein Wunschzettel der Stadtpolitik an das Christkind

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Karikatur: Uwe Herrmann

Liebes Christkind, einen Wunschzettel zu schreiben, ist gar nicht so einfach. Schließlich weiß man nie, ob es des Guten nicht zu viel ist, ob Du überhaupt die Wünsche erfüllen kannst. Davor scheut so mancher zurück, weshalb wir mit diesem Wunschzettel stellvertretend für einige Neustadter in die Bresche springen wollen.

Gutes Wort für OB

Zum Beispiel für unseren Oberbürgermeister Marc Weigel. Der hat es echt nicht leicht. Zum Jahresende musste er dem Stadtrat vorschlagen, Steuern zu erhöhen. Das kommt natürlich nicht gut an bei den betroffenen Bürgern. Gerüchteweise sollen sich sogar schon Hundehalter zum aktiven Widerstand formieren, weil auch sie tiefer in die Tasche greifen müssen. Deshalb wäre es doch schön, wenn Du bei der Kommunalaufsicht ein gutes Wort einlegen könntest. Wird der Haushalt 2020 anstandslos genehmigt, wäre das zumindest ein kleines Trostpflaster. Nicht für die Hundehalter, aber zumindest für den OB. Schließlich steht schon in 2025 seine mögliche Wiederwahl an.

Aufbaukur für Kulturdezernenten

Ähnlich gebeutelt ist unser Kulturdezernent Ingo Röthlingshöfer. Für ihn wäre vielleicht eine Aufbaukur angebracht, damit er wieder Optimismus versprühen kann. Denn ob Du es glaubst oder nicht: Dem Kulturausschuss hat er jetzt vorgeschlagen, sich aufzulösen. Weil die städtische Kulturarbeit nichts mehr kosten dürfe und neue zündende Ideen damit erst gar nicht entworfen werden müssten. Vielleicht hast Du aber auch ein anderes Rezept für ihn, denn Frust dürfte Dir nicht unbekannt sein. Deshalb aber mit dem Wünsche erfüllen aufzuhören, käme Dir sicher nicht in den Sinn.

Marketing-Tipps für Umweltdezernentin

Eine bittere Pille musste unsere Umweltdezernentin Waltraud Blarr schlucken. Ihre Besoldung wurde vom Stadtrat nicht erhöht, weil nicht genügend Stadtratsmitglieder von ihrer Arbeit beeindruckt sind. Möglicherweise liegt das daran, dass sie sich nicht gut genug verkauft hat. Ob deshalb eine Art Fortbildung in Eigenmarketing das richtige Geschenk für sie wäre? Das kann ja nie schaden, auch wenn es letztlich doch nicht daran gelegen haben sollte.

Freikarte für Baudezernenten

Richtig schwer ist es derweil, etwas für unseren Baudezernenten Bernhard Adams auf den Wunschzettel zu schreiben. Er ist neu im Amt, und was ihn freuen oder trösten würde, ist daher noch ungewiss. Möglicherweise ließe eine Dauerkarte für die Landesgartenschau 2026 in Neustadt sein Herz höher schlagen. Das wäre ein tolles Signal unter dem Motto „Mutig voran“. Für den Fall, dass es mit der Schau nicht klappt, könnte sie sicher umgetauscht werden. Vielleicht gegen eine Karte für eine kulturelle Veranstaltung, die sein bis dahin wieder aufgebauter Dezernentenkollege gemeinsam mit dem Kulturausschuss kreiert hat.

Catering für Stadtrat

Viel einfacher ist es, einen Wunsch für unseren Stadtrat zu formulieren. Obwohl dort fünf Fraktionen und ein einzelnes Mitglied vertreten sind, will keiner von ihnen eine Extrawurst gebraten bekommen. Zumindest meistens nicht. Denn in Neustadt wird seit Sommer gemeinsam Politik gemacht. Nur die besten Ideen zählen, Parteipolitik war gestern. Weil das ganz schön anstrengend sein kann und viel Zeit in Anspruch nimmt, versorgen sich die Ratsmitglieder mit Essen und Trinken für die langen Sitzungen. Das muss aber doch nicht sein. Schließlich ist es ein Ehrenamt, das sollte schon gewürdigt werden. Deshalb, liebes Christkind, wäre eine Art kostenloses Catering für Stadtratssitzungen ein tolles Geschenk. Für Getränke müsstest Du allerdings nicht sorgen. Wasser gibt es genug, manchmal sogar Wein. Aber nur, wenn es zu schlimm wird mit der Gemeinsamkeit.

Hoffentlich sind das jetzt nicht zu viele Wünsche, schließlich ist nicht mehr viel Zeit bis Heiligabend. Wir sind gespannt, welche Du erfüllen kannst ... Deine Anke Herbert

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