Neustadt
Neustadter Stadtradeln: Wer radelt mit?
Bislang haben sich rund 140 Radfahrbegeisterte fürs Stadtradeln in Neustadt angemeldet. Am 25. August startet die Aktion. Die Verantwortlichen hoffen auf weitere Mitstreiter – vor allem auch aus dem Stadtrat. Indes steht der „Radelstar“ fest, der drei Wochen lang kein Auto fahren darf.
Noch sehen die Planer der „Stadtradeln – Radeln für ein gutes Klima“ Luft nach oben, wenn es um die Teilnehmerzahlen geht. 135 Radfahrer in 23 Teams haben sich bislang im Internet registriert. „In der vergangenen Woche hatten wir einen regelrechten Schub, was die Zahlen betrifft. Das wird sich hoffentlich fortsetzen, je näher der Termin rückt“, hofft Arnold Merkel, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Neustadt. „Das hängt wohl mit den Flyern zusammen, die wir vergangene Woche an markanten Stellen in der Stadt ausgelegt haben“, sagt die Beigeordnete Waltraud Blarr. 100 Plakate würden noch in dieser Woche in der Stadt aufgehängt.
Nicht fehlen beim Stadtradeln darf natürlich die Neustadter Ortsgruppe des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Deren Sprecher Martin Burkhardt fände es „sehr schön, wenn auch von jeder Partei jemand mitfahren würde“. „Bislang haben sich nur acht Stadtratsmitglieder angemeldet“, bedauert Blarr. Sie hat in der Sitzung am Dienstag deshalb noch mal die Werbetrommel gerührt.
Wer wird „Radelstar“?
Und dann lüftet sie das Geheimnis, wer der Neustadter „Radelstar“ während der Aktion sein wird: sie selbst. „In meiner Funktion als Beigeordnete und Grüne bietet sich das ja an“, sagt Blarr. Konkret bedeutet das für sie, dass sie vom 24. August bis 15. September kein Auto fahren darf – weder als Fahrerin noch als Beifahrerin. Das werde nicht ganz einfach, da sie eine Vielzahl an Terminen zu stemmen habe. Zudem: „Ich fahre immer mit dem E-Roller von Lachen-Speyerdorf nach Neustadt. Das fördert die Bequemlichkeit“, so die Beigeordnete. Die wird sie ablegen, wenn es heißt: ordentlich in die Pedale treten. Denn ihr Fahrrad habe keinen Elektroantrieb. Übrigens können sich laut Blarr und Merkel noch weitere Radelstars aus allen gesellschaftlichen Bereichen melden. Wenn der Radelstar tatsächlich drei Wochen aufs Autofahren verzichtet hat, winkt ihm eine hochwertige Fahrradtasche als Belohnung.
Gefahr des Schummelns?
Blarr zieht in Erwägung, auch mal den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu nutzen. Stichwort ÖPNV: Besteht da nicht die Gefahr, dass einige Teilnehmer schummeln? „Es wäre schon auffällig, wenn einer immer nur gerade Strecken fahren würde, wie das im Zug der Fall ist“, sagt Merkel. Und schließlich könne die Gruppe den Weg von denjenigen, die beim Fahren die App benutzen, über das Navigationssatellitensystem GPS nachverfolgen. „Das ist eine reine Aktion des guten Willens. Wer meint, schummeln zu müssen, wird das tun“, sagt Burkhardt. Ob man sich damit einen Gefallen tue, sei fraglich.
Burkhardt hofft, dass die Teilnehmer nach dem Stadtradeln ihre Drahtesel nicht direkt wieder einstauben lassen. „Wir wollen deutlich machen, dass für viele das Fahrrad das schnellste Verkehrsmittel in Neustadt wäre. Außer hoch nach Hambach oder nach Haardt sind die Strecken eben.“ Blarr erklärt sich das damit, dass viele es für zu gefährlich hielten, durch die Innenstadt zu fahren. „Dabei muss man nur wissen, welche Wege man fahren muss.“
„Werden wieder mitmachen“
Laut Merkel, der mit dem Fahrrad von Haßloch zur Arbeit nach Neustadt fährt, braucht es aber auch sichere Abstellplätze. „Jahrzehntelang ist in Neustadt nicht viel passiert in Sachen Radfahrfreundlichkeit“, sagt er. Eine Veränderung gebe es nicht von jetzt auf gleich. „Aber ich bin überzeugt, dass wir nächstes Jahr wieder beim Stadtradeln mitmachen werden – und noch mehr Zulauf haben als dieses Jahr“, ist er überzeugt.