Neustadt Neustadter Kulturpreis 2021 geht an NS-Gedenkstätte
Der Förderverein wurde 2009 mit dem Ziel gegründet, im Arrestgebäude der ehemaligen Turenne-Kaserne im Neustadter Osten (heute: Quartier Hornbach) eine Gedenkstätte für NS-Opfer einzurichten. Am gleichen Ort eröffneten die Nationalsozialisten am 10. März 1933 ein so genanntes Schutzhaft- und Arbeitslager, in dem in der frühen Phase nach dem Machtantritt nahezu 500 politische Gegner aus mehr als 80 Gemeinden in der Pfalz gefangen gehalten und misshandelt wurden. Die Einweihung der Gedenkstätte erfolgte 2013. Seitdem steht sie für Besucher offen, um die Erinnerung an der Ereignisse von 1933 wach zu halten, und dient auch als außerschulischen Lernort in Sachen Demokratiebildung. Pascal Bender sieht die Auszeichnung für den Förderverein denn auch im Kontext der Aufarbeitung der NS-Geschichte Neustadts und seiner Rolle als Ort der deutschen Demokratiegeschichte.
Die Preisverleihung ist für Ende Oktober/Anfang November vorgesehen. Die genaue Lokalität der Feierstunde steht noch nicht fest, wohl aber der Laudator: Oberbürgermeister und Kulturdezernent Marc Weigel (FWG), der als früherer Lehrer für Deutsch, Politik und Ethik einen besonderen Bezug zum Thema hat.
Der Kulturpreis wird seit dem Jahr 2000 vom Stadtverband für Kultur an herausragende Neustadter Künstler, Kulturvereine, Ensembles, Chorgruppen oder Orchester vergeben und ist mit 1500 Euro dotiert. Bisherige Preisträger waren unter anderem die Fördergemeinschaft Herrenhof, das „Mandelring Quartett“, die Stiftskantorei, der Kulturverein Wespennest, der Bau- und Förderverein Stiftskirche und der Museumsförderverein. 2020 wurde der Grafiker Gerhard Hofmann ausgezeichnet. Im Jahr davor war der Preis aufgeteilt worden zwischen dem Förderverein Alte Winzinger Kirche und dem Künstler Wolfgang Friedrich.