Neustadt
Neustadt: Werbung für die Artenvielfalt
Der Einheitsrasen auf öffentlichen Grünflächen im Stadtbild könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Neustadt bewirbt sich um das Label „StadtGrün naturnah“ beim Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt.“ Zu dem Projekt gehört auch Öffentlichkeitsarbeit, die gestern begann: mit der Eröffnung einer Posterausstellung in der Stadtbücherei im Klemmhof.
„Wie erklären wir als Ortsvorsteher den Bürgern, warum Wiesen seltener gemäht werden“, fragte am Dienstag Claus Schick aus Lachen-Speyerdorf im Stadtrat. Die Antwort gab Umweltdezernentin Waltraud Blarr am Donnerstag bei der Ausstellungseröffnung: „Wenn wir mit Wildblumen auf Artenvielfalt setzen, dann kann eben erst gemäht werden, wenn die Samenbildung der Pflanzen abgeschlossen ist.“ Dieses zu verstehen, erfordere ein Umdenken bei Bürgern und auch bei den Mitarbeitern der Grünflächenabteilung und des Bauhofs. „Und damit dieser Prozess in den Köpfen der Menschen besser ankommt, brauchen wir eine solche Ausstellung“, so Blarr.
Die Werbung für das Projekt müsse auch in Kindergärten, Schulen und in Vereinen ansetzen. „Nur wenn möglichst viele Bürger zur Artenvielfalt beitragen, haben wir auch eine Chance, sie umzusetzen“, predigt Blarr und nannte als Vorbild Frankfurt am Main. Die Großstadt sei eine der fünf Pilotkommunen des Label-Projekts und könne mittlerweile wieder 1675 Farn- und Blütenpflanzen vorweisen.
Die Ausstellung ist bis zum 3. Juni zu sehen und soll 2020 nochmals gezeigt werden. Die Eröffnung musste um zwei Wochen verschoben werden, weil der Paketbote an einem Samstag vorfuhr, keinen Briefkasten mit der Anschrift Diana Wagner im Klemmhof vorfand und die Poster zurück nach Bremerhaven schickte. Diana Wagner ist die Leiterin der Stadtbücherei ...