Neustadt Neustadt: Weinstraßen-Wettkämpfe im Stadionbad
Nach den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften ist vor den Weinstraßen-Schwimmwettkämpfen: Innerhalb von drei Wochen richtet der SC Neustadt erneut im Stadionbad eine große Veranstaltung aus. Sogar eine noch größere als bei den Landesmeisterschaften Mitte März: Am Samstag und Sonntag finden im Stadionbad die 25. Weinstraßen-Schwimm-Wettkämpfe statt.
1678 Einzelstarts hatte es im März gegeben bei den Rennen um die Landestitel. Jetzt sind es am Samstag und Sonntag 2653. „Wir hatten auch schon mal vor ein paar Jahren über 5000 Meldungen“, erinnert sich SCN-Schwimmwart Peter Benker. Da hätten einzelne Abschnitte drei bis vier Stunden gedauert, „und die Kampfrichter und Zeitnehmer haben in der Halle ausharren müssen“. Der SC Neustadt hat seit Mittwoch Schwimmer aus der Ukraine zu Besuch. SCN-Trainer Niko Konopinski ist früher mit dem Coach der Ukrainer, Serhij Fessenko, in einem Verein gewesen. Wie im November berichtet, hatten sich Fessenko, Olympiasieger bei den Spielen 1980 in Moskau über 200 Meter Schmetterling, und Konopinsky 1999 bei der EM der Masters, der Senioren, in Innsbruck wieder getroffen. Prompt waren 2000 erstmals ukrainische Schwimmer bei den damaligen Weinstraßen-Wettkämpfen zu Gast. „Wir bringen die ukrainische Nachwuchsschwimmmannschaft privat unter“, verrät Peter Benker. Ausflüge auf den Trifels, ins Dynamikum nach Pirmasens, aufs Hambacher Schloss und ins Sportmuseum nach Hauenstein sind geplant.
Technische Neuerungen
Weil am Wochenende die Osterferien enden, „sind diesmal so ganz überragende Schwimmer nicht dabei“, weiß Peter Benker nach dem Blick ins Meldeergebnis. Viele gute Sportler seien noch im Trainingslager oder kämen davon erst zurück. Dem Sportwart, der von Anfang an bei den Weinstraßen-Wettkämpfen dabei ist, denkt beim Rückblick auf die 24 vorherigen Wettkämpfe vor allem an die technischen Neuerungen. „Früher haben wir fürs Erstellen eines Meldeergebnisses zwei, drei Tage gebraucht“, erzählt er. Heute sei mit dem Computer alles viel einfacher. Einst habe man zudem zig Leute benötigt, um ein Ergebnisprotokoll zu erstellen. Zeitnehmer hätten manuell die Zeit eines Schwimmers gestoppt und diese handschriftlich auf eine Startkarte eingetragen. „Nach jedem Lauf mussten die Startkarten eingesammelt werden. Dann wurden die Zeiten von einem vorgelesen, ein anderer hat sie eingetippt.“ Früher habe man erst eine Stunde ab Wettkampfende warten müssen, um alle Ergebnisse zu haben. „Heute könnten wir ohne den technischen Fortschritt so viele Meldungen nicht verarbeiten“, ist Benker sich sicher.
Anzeigetafel ist die alte
Auch am Verhalten vieler Schwimmer hat er Änderungen beobachtet: „Heute sind einige Schwimmer, wenn sie zum Start gehen, nicht so konzentriert. Da wird viel Blödsinn gemacht“, sagt er, weiß aber auch, dass „es natürlich Topleute gibt“, die gewissenhaft ihrem Start entgegenfiebern. Eins hat sich in all den Jahren nicht geändert: Die Anzeigetafel, auf der zu sehen ist, auf welcher der zehn Bahnen welche Zeit geschwommen worden ist, ist die alte. Früher jedoch war sie auf ein Metallgestell montiert, das in der Halle gestanden hatte. Heute hängt sie an der Wand. „Die Anlage ist über den Verband gekauft worden und auch für Wasserball zu nutzen“, erzählt Peter Jacqué. Der frühere Bundesliga-Wasserball-Trainer der Neustadter und heutige Jugendcoach war ebenfalls bei den Anfängen der Weinstraßen-Wettkämpfe dabei. Vor einigen Jahren seien Elektronik und Gehäuse erneuert worden. Früher wie heute werde diese Anlage beim SCN deponiert.
Nudeln waren nicht gefragt
Als der SC Neustadt 1994 erstmals seine Weinstraßen-Wettkämpfe ausrichtete, war er ohne Erfahrungen. Denn das Stadionbad war von der Wintersaison 1988/1989 bis 17. September 1993 für eine Generalsanierung und zum Umbau in eine Traglufthalle geschlossen gewesen. „Wir hatten vorher auch kaum Schwimmfeste gehabt, so dass wir uns daran orientiert haben, was andere Vereine machen“, erinnert sich Peter Benker. Weil eben „die Basis für jegliche Planungen gefehlt hatte“, waren bei den ersten Wettkämpfen um zwölf Uhr mittags Würstchen und Wurstsalat ausverkauft. Nudeln hingegen waren damals nicht gefragt. „Die Ernährung der Sportler hat sich in 25 Jahren geändert“, stellt der Schwimmwart fest. „Nudeln sind heute Standard.“ Bei den Landesmeisterschaften vor drei Wochen seien sie sehr gefragt gewesen. Auch Fitnessbrötchen mit Frischkäse, Salat und Tomaten „sind gut gegangen“. All das gibt es erneut am Wochenende. Und dazu ist das SCN-Grillteam draußen wieder im Einsatz.