Neustadt Neustadt: RHEINPFALZ-Mitarbeiterin Angelika Wilde-Kaufhold 76-jährig verstorben
Ihr Wunsch, ins Hetzelstift gebracht zu werden, blieb der Ur-Neustadterin dabei wegen des Corona-Notstands zuletzt versagt. So starb sie am Dienstag fern der Heimat im Klinikum in Ludwigshafen.
Geboren wurde Angelika Wilde – den Doppelnamen führte sie erst seit ihrer Hochzeit mit Klaus Kaufhold 1978 – im Frühsommer 1943 als Tochter einer bekannten Neustadter Familie. Großvater und Vater waren Inhaber eines renommierten Handwerksbetriebs für Stahl- und Leichtmetallbau. Wie ihr Vater engagierte sie sich schon früh im Karneval. 1962 erklomm sie als Prinz Vino Palatina sogar den Thron der Neustadter Narren. Die „fünfte Jahreszeit“ mit Rathausstürmungen und Prunksitzungen war auch später bei der RHEINPFALZ eines ihrer Leib- und Magenthemen.
„Das was die Leser bewegt“
Zum Journalismus kam die Pfälzerin in München. In der RHEINPFALZ erschienen die ersten awk-Artikel 1981, nachdem sie zuvor bereits einige Zeit das „Neustadter Wochenblatt“ verantwortet hatte. Die Themen, die sie im Laufe der Zeit bearbeitete, waren so bunt wie die Pfalz selbst. Ob Kerwen, Chorkonzerte, Firmenjubiläen, Goldene Hochzeiten oder historische Jahrestage – Angelika Wilde-Kaufhold übernahm alles. „Den Menschen gerecht werden, vor allem, wenn sie ehrenamtlich tätig sind“ und „Das was die Leser bewegt, auch aufzuarbeiten“, nannte sie dabei selbst als wichtigstes Anliegen. Eines der Highlights war sicher 1985 der Besuch des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan auf dem Hambacher Schloss, von dem sie aus nächster Nähe berichtete. Eine besondere Leidenschaft hegte sie außerdem für kunsthistorische Themen. Als eine von wenigen Mitarbeiterinnen der RHEINPFALZ fotografierte sie zu ihren Artikeln auch selbst. Im Laufe der Jahre entstand so ein großes Privatarchiv über Neustadt und die Pfalz, das auch uns Redakteuren gelegentlich „aus der Klemme“ half.
Großzügige Spenderin
Aber auch großzügige Sponsorin trat Angelika Wilde-Kaufhold hervor. Für den Sozialverband VdK organisierte und moderierte sie mehrere Benefiz-Veranstaltungen im Saalbau. Immer wieder förderte sie unbürokratisch Kulturveranstaltungen der Stadt Neustadt. Auch dem katholischen Kirchlein St. Wendelinus und Hubertus in Speyerbrunn spendierte sie, um nur ein weiteres Beispiel zu nennen, kurzerhand einen ganzen Kissensatz für die Kirchenbänke. Und auch „neben der RHEINPFALZ“ trat sie als Autorin hervor, so im Jahr 2000 mit dem Pfälzer Kochbuch „Familie Elwetrittch bittet zu Tisch“. Dass sie trotz ihrer Liebe zur Pfalz bis zuletzt leidenschaftlich gern in ferne Länder reiste, vervollständigt das Bild.
Die Trauerfeier findet am Freitag, 3. April, um 10.30 Uhr auf dem Neustadter Hauptfriedhof statt – wegen Corona mit Sicherheitsabstand und Personenbegrenzung.