Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neustadt: Mehr Grün auf die Dächer

Ein begrüntes Dach hat viele Vorteile.  Foto: Imago Images
Ein begrüntes Dach hat viele Vorteile.

Neustadts Dächer sollen grüner werden. Doch was kann die Stadt tun, um dieses Ziel zu erreichen? Zunächst soll ein Kataster erstellt werden, aus dem hervorgeht, welche Dächer überhaupt für eine Begrünung geeignet sind.

Bei dem Projekt geht es darum, die Wasserrückhaltung zu verbessern, das städtische Mikroklima zu verbessern, Feinstaub zu binden und Verdunstungseffekte zu verringern. „Gründächer können außerdem auch optisch das Wohnumfeld aufwerten und zu einem wohnortnahen Naturerlebnis beitragen“, sagte Umweltdezernentin Waltraud Blarr (Grüne) am Dienstag bei der Vorstellung des Konzepts im Stadtrat.

Eine grundlegende Frage dabei sei der Neigungswinkel des Dachs. Dieser soll aus einem Kataster hervorgehen, das ein externes Büro erarbeitet. Die Dächer sollen darin „farblich nach ihrem Eignungspotenzial“ dargestellt werden. Dieses Kataster soll öffentlich einsehbar sein, so dass jeder Einzelne erste Informationen zur Realisierbarkeit eines Gründachs bekommt. Auf Nachfrage erklärte Blarr am Mittwoch, dass die Erstellung des Katasters vom gleichen Büro geliefert werde wie das Solarpotenzialkataster, für das 13.000 Euro im Haushalt stünden. Die Mehrkosten für die Gründächer seien mit 4000 Euro angesetzt.

Stadt will beraten und informieren

Was dann noch fehlt, ist die Überprüfung der Statik in jedem Einzelfall. Die Stadt will deshalb eine Liste mit Statikern zusammenstellen und diese Interessenten an die Hand geben. Die Erstberatung soll das Bauberatungszentrum übernehmen. Die Stadt will außerdem mit gutem Beispiel vorangehen, ein geeignetes städtisches Dach heraussuchen und dieses als Gründach gestalten. Außerdem soll es Informationsveranstaltungen geben, um den Bürgern gelungene Beispiele aufzuzeigen.

Ob es Fördermöglichkeiten gibt, will die Verwaltung noch recherchieren. Ebenso soll überprüft werden, ob Gründächer in Neubaugebieten per Satzung vorgeschrieben werden sollten. Auch die rechtliche Grundlage für ein Verbot von „Schottergärten“ soll überprüft werden. Zu diesem Thema haben zuletzt die Umweltminister der Länder vom Bund eine Kampagne für eine insektenfreundliche Gestaltung von Vorgärten gefordert.

Blarr kündigte an, dass das Konzept in drei Jahren komplett umgesetzt sein soll. Die Initiative dazu ist im vergangenen Jahr von der SPD ausgegangen. Fraktionsvorsitzender Pascal Bender begrüßte das Konzept, betonte aber, dass es letztlich nur so gut sei, wie es „gelebt“ werde.

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