Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neustadt: Käthe-Kollwitz-Gymnasium jetzt Informatik-Profil-Schule

Begreifen spielerisch, wie die digitale Welt funktioniert (von links): die KKG-Sechstklässler Jonas, Hendrik, Lieselotte und Fra
Begreifen spielerisch, wie die digitale Welt funktioniert (von links): die KKG-Sechstklässler Jonas, Hendrik, Lieselotte und Franziska mit Lehrer Thomas Hahn. Foto: Mehn

Am Käthe-Kollwitz-Gymnasium waren sich alle einig: Schüler, Lehrer und Eltern. Die Schule wollte mit einem Schwerpunkt Informatik punkten und hat umgesetzt, was möglich war. Jetzt wird noch mehr möglich, und das ganz offiziell.

Die Sechstklässler Jonas und Hendrik sind schon „alte Hasen“, ihre Altersgenossinnen Franziska und Lieselotte machen gerade ihre ersten Erfahrungen mit dem kleinen Einplatinen-Computer „Calliope“. Begeistert sind aber alle vier. Nicht nur von der digitalen Welt, sondern auch davon, dass sie am Dienstagmorgen die zweite Stunde offiziell schwänzen dürfen. Statt im Unterricht zu sein, zeigen sie den Gästen von Schulleiter Mervyn Whittaker, was es bedeutet, dass das Käthe-Kollwitz-Gymnasium (KKG) ab 2020/21 Informatik-Profil-Schule ist.

Das bedeutet nämlich, dass Informatikunterricht ab der fünften Klasse bis zum Abitur angeboten werden kann, eine fächerübergreifende Digitalbidung möglich wird, ähnlich dem bilingualen Ansatz, sowie mehr Lehrerstunden für diese Aufgaben. Schon zuvor hatte das „Käthe“ einen Schwerpunkt auf Informatik gesetzt, war beispielsweise die Keimzelle für die erfolgreiche Neustadter Jugend-forscht-AG.

Alleinstellungsmerkmal fürs KKG

Jetzt wurde dieser Einsatz belohnt, indem das Gymnasium als eine von zehn weiteren Schulen vom rheinland-pfälzischen Bildungsministerium als Informatik-Profil-Schule eingestuft wurde. Insgesamt gibt es nun 21 solcher Schulen. Ziel ist es, an ihnen eine Art Blaupause für digitale Bildung an allen Schulen im Land zu entwickeln. Mit dem Schwerpunkt Informatik hat das Käthe-Kollwitz-Gymnasium ein Alleinstellungsmerkmal unter den weiterführenden Schulen in Neustadt, freuten sich Whittaker, Schuldezernentin Waltraud Blarr sowie die Landtagsabgeordneten Giorgina Kazungu-Haß und Dirk Herber.

„Das macht uns sehr stolz“, so Whittaker, der darüber nicht vergaß, den „Vater dieses Projekt“ zu benennen: Fachlehrer Dirk Schmerenbeck, der indes erkrankt ist und bei der Feier am Dienstag nicht dabei sein konnte. Im Herbst 2018 hatte sich das Käthe-Kollwitz-Gymnasium um die Anerkennung als Informatik-Profil-Schule beworben, etliche Hürden mussten genommen werden. So mussten beispielsweise alle zustimmen von den Eltern über die Schülervertretung bis zum Kollegium. Damit wurde das offizielle Informatik-Profil auf breite Füße gestellt.

Es geht ums Verstehen

„Wer konstruiert und nicht nur konsumiert, der kann auch verstehen. Und genau darum geht es uns“, machte der Schulleiter deutlich, warum Digitalunterricht so früh wie möglich sinnvoll sei. Davon werde auch die Jugend-forscht-AG weiter profitieren: Weil sie neue Mitglieder bekommen würden, die schon früh Grundfähigkeiten erlernt hätten.

„Was am KKG passiert, kommt ganz Rheinland-Pfalz zugute“, erklärte die SPD-Landtagsabgeordnete Kazungu-Haß. Es sei herausragend, welches Angebot Neustadt bei weiterführenden Schulen machen könne, lobte ihr CDU-Kollege Dirk Herber.

Mehr infos zum Thema unter https://informatik.bildung-rp.de.

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