Neustadt Neustadt: Junge Obdachlose oft noch gemeldet
Röthlingshöfer beantwortet Anfrage der Grünen
In Neustadt sind der Stadtverwaltung derzeit 40 Fälle von Obdachlosigkeit bekannt, die 75 Personen betreffen. Zwei davon sind zwischen 18 und 25 Jahren alt. Diese Zahlen hat Sozialdezernent Ingo Röthlingshöfer (CDU) mitgeteilt. Die Auskunft geht auf eine Anfrage der Grünen zurück. Deren Stadtratsfraktion wollte wissen, wie viele Jugendliche kein Dach über dem Kopf haben. Beim Jugendamt heißt es, dass diese Anzahl nur schwer zu ermitteln sei. „Junge Menschen bleiben häufig bei ihrem letzten Wohnsitz, bei Eltern, Vater oder Mutter, polizeilich gemeldet, halten sich dort jedoch nicht mehr auf“, so Röthlingshöfer. Die Ordnungsbehörde weise Personen, die über keinen festen Wohnsitz verfügten und um Hilfe bitten würden, in eine Not-Unterkunft ein. Ab und zu komme vor, dass unter 18-Jährige beim Jugendamt vorsprechen würden. Röthlingshöfer nannte als Beispiel den Fall einer obdachlosen minderjährigen Schwangeren, die kürzlich nach Neustadt gekommen sei, weil der Vater des Kindes hier lebe. „Will man konkret für diesen Personenkreis aktiv sein, bedarf es eines Streetworkers, der sich sehr niedrigschwellig Zugänge zu den betroffenen jungen Menschen verschaffen kann und dann im zweiten Schritt eines jugendhilferechtlichen Ansatzes, um passgenaue Hilfe leisten zu können“, so der Sozialdezernent. Er schlägt vor, dass sich der Jugendhilfeausschuss in seiner nächsten Sitzungen intensiv mit dem Thema befasst. Hintergrund der Anfrage war eine landesweite Befragung des Deutschen Jugendinstituts in München, die ergeben hatte, dass rund 37.000 junge Menschen in Deutschland ohne festen Wohnsitz sind, davon 20 Prozent Minderjährige. Neben den Sozialbehörden werden Obdachlose in Neustadt auch von der Tagesbegegnungsstätte Lichtblick betreut. Bis 2013 gab es das Bodelschwinghhaus des Diakonischen Werks.