Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neustadt: Elfjährige überzeugt beim Vorlesewettbewerb mit Buch über Mobbing

Maya Andres, Roman Schefer, Logan Trösch, Tamisha Otieno und Serafina Mae Puri (von links) lasen in der Stadtbücherei um die Wet
Maya Andres, Roman Schefer, Logan Trösch, Tamisha Otieno und Serafina Mae Puri (von links) lasen in der Stadtbücherei um die Wette.

Erwartungsvolle Spannung in der Stadtbücherei: Wer wird Stadtsieger beim 61. Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels? Wie viel Spaß das Lesen auch im digitalen Zeitalter bringt, zeigten die Schulsieger, drei Mädchen und zwei Jungen, am Mittwoch.

„Das Vorlesen ist zwar ganz alt, aber immer noch modern“, sagte Kulturdezernent Ingo Röthlingshöfer zum Auftakt des Wettbewerbs und wünschte den Sechstklässlern viel Erfolg. Bibliothekarin Ute Pantschitz gab das Startzeichen.

Zum Auftakt stellte Logan Trösch (Leibniz-Gymnasium) eine Passage aus „Die Känguru-Chroniken“ des deutschen Autors und Liedermachers Marc-Uwe Kling vor. Die Geschichte eines Mädchens mit magischen Kräften auf der Suche nach dem Vater, die Valija Zinck in ihrem Jugendroman „Penelop und der funkenrote Zauber“ schildert, las Maya Andres (Käthe-Kollwitz-Gymnasium Neustadt) eindrucksvoll vor.

Bücher aus unterschiedlichen Genres

Spannung entstand, als Roman Schefer (Gebrüder Ullrich Realschule plus Maikammer-Hambach) „Für immer Alaska“ von Anne Waltz vorstellte. In dem Jugendbuch geht Parker auf Verbrecherjagd nach dem Mann „mit den flammenden Schuhen“. Serafina Mae Puri (Realschule plus Neustadt) wählte „Magisterium“ aus, eine mystische Fantasy-Story von Holly Black. Lebhaft las Tamisha Otieno eine Szene aus Meg Cabots Buch „Wie man sich beliebt macht“, in dem sich die Protagonistin erfolgreich gegen das Mobbing ihrer Intimfeindin wehrt.

Schwieriger wurde es, als die Schüler den Überraschungstext „Die beste Bahn meines Lebens“ von Anne Becker präsentierten. Darin geht es um Jan, der traurig ist, dass er mit seiner Familie umziehen muss. Nur beim Schwimmen fühlt er sich gut.

Kriterien: Lesetechnik, Interpretation und Lesekompetenz

Danach zog sich die Jury – bestehend aus Brigitte Hayn, ehemalige Stadträtin und Landtagsabgeordnete, Gisela Pütter, Fördervereinsvorsitzende „Freunde der Stadtbücherei“, Svenja Braunstein, Stadtsiegerin des Vorjahres, Redakteur Markus Pacher und Annette Penn, Buchhändlerin bei „Quodlibet“ –zur Beratung zurück. Nach den Kriterien Lesetechnik, Interpretation und Lesekompetenz ermittelten sie den Sieger, während der „Kleine Chor“ des Leibniz-Gymnasiums peppige Lieder sang.

Die Spannung stieg, als die Jury-Mitglieder den Teilnehmern eine Bücherei-Tasche mit Urkunde und das Buch „Die beste Bahn meines Lebens“ sowie ein weiteres Buchgeschenk überreichten. Nach 80 Minuten stand dann fest: die elfjährige Tamisha Otieno vom Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium ist Stadtsiegerin: Sie bekam zudem das Buch „Das Abrakadabra der Fische“ von Simon van der Geest. Die Elfjährige hatte nach eigenen Angaben nicht mit einem Sieg gerechnet. Sie ist übrigens die erste Stadtsiegerin mit Migrationshintergrund, ihre Mutter stammt aus Kenia, sie selbst kam hier zur Welt. ImApril geht ihre „Lesereise“ auf Bezirksebene in Ludwigshafen weiter.

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