Neustadt Neustadt: Ebenerdig in die Innenstadt?

Die Fußgängerunterführung wird als wenig einladend wahrgenommen.
Die Fußgängerunterführung wird als wenig einladend wahrgenommen.

Ein Verkehrstest soll zeigen, ob eine Schließung der Fußgängerunterführung beim Saalbau möglich ist. Nach einer ersten Diskussion im März hat der Bauausschuss dem Vorschlag am Donnerstag zugestimmt. Der Innenstadtbeirat ist gespalten.

Bahnhof und Innenstadt besser miteinander zu verbinden – dieser Wunsch, der schon hinter den gescheiterten Tunnelplänen stand, ist auch der Hintergrund neuer Pläne für diesen Bereich. Die Idee ist, die als dunkel und unattraktiv empfundene Fußgängerunterführung am Saalbau zu schließen und die Fußgänger an der Stelle ebenerdig über die Landauer Straße zu führen. Machbar wäre das nur mit einer Ampel. Außerdem müsste die Straße so verändert werden, dass für die Linksabbiegerspur auf der Landauer Straße (aus Richtung Westen in die Exterstraße) kein Platz mehr wäre. Linksabbieger müssten deshalb in die Bahnhofstraße, an der Post vorbei zur Kreuzung Landauer Straße/Bahnstraße/Exterstraße geführt werden. Eine solche Führung des Pkw-Verkehrs soll nun von den Sommerferien bis zum Weinlesefest getestet werden. Nicht einbezogen in den Test ist die geplante Führung der Fußgänger. „Die Unterführung bleibt offen, eine Überquerung der Landauer Straße ist nicht geplant“, machte Volker Klein, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung, deutlich. Nachdem über die geplante Testphase erstmals im März im Bauausschuss diskutiert worden ist, stand sie gestern auf der Tagesordnung einer gemeinsamen Sitzung von Bauausschuss und Innenstadtbeirat. Die Mitglieder des Bauausschusses stimmten dem Verwaltungsvorschlag bei zwei Enthaltungen zu, der Innenstadtbeirat, der allerdings nur beratende Funktion hat, zeigte sich gespalten. „Wir sollten den Mut haben, diese Verkehrsführung zu testen“, sagte Clemens Stahler (CDU, Bauausschuss). Auch Christoph Bachtler (FWG, Bauausschuss) plädierte für den Versuch, fügte allerdings hinzu, dass er sich gewünscht hätte, die Fußgänger einzubeziehen. Kritik kam von Werner Schreiner (SPD, Bauausschuss). Er habe „extrem hohe Bedenken“, mehr Verkehr auf den Bahnhofsvorplatz zu lenken. „Die Bahnhofstraße ist nicht die Lösung.“ Schreiner forderte, zunächst das neue Konzept für den Bahnhofsvorplatz fertig zu stellen. „Dann können wir das nächste Fass aufmachen.“ Klein erklärte, dass der Zeitpunkt im Spätsommer geeignet sei, weil später die Bauarbeiten auf der B 39 beim Stadion begännen. Zur Frage Andreas Böhringers (SPD, Innenstadtbeirat), warum statt der Linksabbieger nicht die Fahrradfahrer über die Bahnhofstraße geführt würden, erklärte Klein, dass es dort für einen Fahrradstreifen zu eng sei. Böhringer plädierte dafür, den Test zu verschieben, genauso Claus Schick (SPD, Bauausschuss). Die Stadt habe zu viele Baustellen. Kritik an den Plänen kam auch von Norbert Schied, dem Vorsitzenden des Innenstadtbeirats (CDU). Auf diesem Weg komme die Stadt nicht dem Ziel näher, der B 39 ihre trennende Wirkung zu nehmen. In dem Zusammenhang erinnerte Schied auch daran, dass das Gelände der Esso-Tankstelle an der Landauer Straße mittelfristig frei werde und sich dadurch neue Planungsperspektiven auch für den Bahnhofsvorplatz ergäben. Oberbürgermeister Marc Weigel (FWG) reagierte genervt: Dass die beschlossenen Pläne zum Umbau des Bahnhofsvorplatzes wieder in Frage gestellt würden, überrasche ihn. „Wir können uns nicht ständig im Kreis drehen.“ Bernhard Adams vom Stadtplanungsamt erinnerte daran, dass zahlreiche Alternativvorschläge bereits geprüft und verworfen worden seien. Die B 39 zwischen Saalbau und Hetzelplatz abzusenken, sei genauso wenig möglich wie eine Fußgängerbrücke. Für beide Vorschläge reiche der Platz nicht aus. Ulrike Kraft wies auf eine mögliche Gefährdung der Fußgänger an der westlichen der beiden Ampelanlagen, die an der Bahnhofskreuzung über die Landauer Straße führen. Die Grünphasen seien deckungsgleich mit den Grünphasen der Linksabbieger, die vom Bahnhofsvorplatz in die Landauer Straße abbiegen. Dazu Klein: „Das ist schon jetzt so.“ Die Planer hätten diesen Punkt aber durchaus auf dem Schirm. Denkbar sei, die Fußgänger nur noch über die Ampel beim Achat-Hotel zu führen.

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