Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neustadt: Diskussion um Mülltrennung an den Schulen

Mülltrennung – an den Neustadter Schulen nicht überall die Regel.
Mülltrennung – an den Neustadter Schulen nicht überall die Regel. ARCHIVFoto: GALL

Wird an den Neustadter Schulen der Müll korrekt getrennt? Eine Frage, die die Verantwortlichen bei der Stadt nicht eindeutig beantworten können. Der Schulträgerausschuss sorgt jetzt dafür, dass Fakten gesammelt werden.

Wer bei den Neustadter Schulen offiziell nach der Mülltrennung fragt, bekommt fast ausschließlich positive Rückmeldungen. Bei einer RHEINPFALZ-Umfrage im März räumte nur das Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium Nachholbedarf ein. Die Realität scheint aber anders auszusehen.

Ungetrennt in die Tonne

Vor dem Schulträgerausschuss griff die Schülervertretung das Thema auf und monierte die mangelnde Umsetzung. Und die Lehrer legten nach. „Mir hat die Reinigungskraft erklärt, dass sie dafür keine Zeit hat“, so eine Lehrerin. Ein Kollege berichtete davon, dass zwar in den Klassensälen getrennt gesammelt werde, der Müll dann aber anschließend ungetrennt in der großen Tonne lande.

Beim Hinweis von Dagmar Wolf-Matzenbacher, der Leiterin des Gebäudemanagements, die Hausmeister könnten die Trennung doch überwachen, gab es heftigen Widerspruch. „Der Hausmeister ist nicht mehr im Haus, wenn die Schule gereinigt wird“, erklärte zum Beispiel die Leiterin einer Grundschule.

„Die Schule ist für die vernünftige Trennung verantwortlich. Die Reinigungsfirma hat nur die Aufgabe, die Säcke in die richtigen Tonnen zu werfen“, so Wolf-Matzenbacher. Auch Andreas Gröschel, der Leiter des Schulverwaltungsamtes, verwies auf die Verantwortung von Lehrern und Schülern.

„Verstoß gegen die Abfallsatzung“

Andreas Böhringer (SPD) platzte daraufhin der Kragen: „Jeder Privatmann und jeder Gewerbebetrieb muss dafür sorgen, dass der Müll richtig getrennt wird. Und bei der Stadt schiebt man sich gegenseitig die Verantwortung zwischen den Abteilungen hin und her.“ Die Stadt verstoße gegen ihre eigene Abfallsatzung. Das sei skandalös.

Waltraud Blarr (Grüne), Schul- und Umweltdezernentin, sprach von einem untragbaren Zustand: „Wir haben hier wohl dringenden Handlungsbedarf. So kann das aus meiner Sicht einfach nicht weitergehen.“

Klimaschutzmanager gefordert

Blarr erklärte, dass in den Schulsekretariaten, die Bestandteil der Stadtverwaltung seien, der Müll wie auch im Rathaus getrennt werde. Bei der Umsetzung in den Klassensälen sei man allerdings auf die Mitwirkung der Schulleitungen, der Kollegien und der Schüler angewiesen.

Der Schulträgerausschuss beschloss, dass allen Neustadter Schulen eine Anfrage zur aktuellen Praxis der Mülltrennung zugeht. Die Ergebnisse dieser Umfrage soll dann Klimaschutzmanager Andreas Faßbender auswerten und dem Ausschuss in der Januar-Sitzung vortragen.

„Danach müssen wir ein Konzept beschließen“, so Blarr. Das müsse in Zeiten von Fridays for Future eine Selbstverständlichkeit sein.

Der Eigenbetrieb Stadtentsorgung Neustadt (ESN) kündigt auf RHEINPFALZ-Anfrage an, in der nächsten Woche eine rechtliche Bewertung abgeben zu wollen.

Zur Sache: Was 2020 in den Schulen saniert wird

Im Finanzhaushalt der Stadt sind für 2020 Investitionen in den Schulen für 3,21 Millionen Euro geplant. Eine Übersicht über die Projekte:

Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium 1,58 Millionen Euro: Brandschutz (500.000 Euro), WC-Sanierung (300.000 Euro), Neuer Blitzschutz (300.000), Schulhofsanierung (250.000 Euro), Abzugsanlage (30.000 Euro)

Leibniz-Gymnasium 533.000 Euro: Dachsanierung (478.000 Euro), Bodenbelang 3. OG (30.000 Euro), EDV-Verkabelung (22.000 Euro) Akustikdecken (21.000 Euro).

Käthe-Kollwitz-Gymnasium 359.000 Euro: Brandschutz (100.000 Euro), WC-Anlagen (100.000 Euro), Beleuchtung Turnhalle (60.000 Euro), EDV-Vernetzung (45.000 Euro), Heizkessel (14.000 Euro), Schulhof (14.000 Euro), Informatik-Saal (10.000 Euro), Bodenbeläge (10.000 Euro), Verdunklungsvorhänge (6000 Euro).

Grundschule Gimmeldingen 220.000 Euro: Energetische Sanierung.

Ostschule 150.000 Euro: WC-Sanierung (140.000 Euro), Küchensanierung im Weinkehlchenhaus (10.000 Euro).

Heinz-Sielmann-Schule 100.000 Euro: Brandschutz, Umbau ehemalige Kita-Räume.

Neumayer-Realschule plus 80.000 Euro: Architektenwettbewerb Neubau.

Brüder-Grimm-Grundschule Diedesfeld 60.000 Euro: Sanierung Duschraum und Lagerraum.

Grundschule Mußbach 45.000 Euro: Schulhof (40.000 Euro), Sonnenschutz (5000 Euro).

August-Becker-Schule 36.000 Euro: Sanierung Weitsprunganlage (20.000 Euro), Akustikdecke (16.000 Euro).

Berufsbildende Schule 32.000 Euro: Teppichböden (12.000 Euro), Bodenbeläge (10.000 Euro), Konzept Fluchtwege (10.000 Euro).

Eichendorffschule 10.000 Euro: Umbau WandhydrantenSchöntalschule 6200 Euro: Sanierung Kleinspielfeld.

Die Generalsanierung am KRG geht weiter.
Die Generalsanierung am KRG geht weiter. Archivfoto: LM
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