Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neues Kulturcafé: Französische Leckereien und Theaterstücke

Daniela Luise und Peter Miklusz setzen bei der Einrichtung des Cafés bewusst auf die 20er- und 30er-Jahre.
Daniela Luise und Peter Miklusz setzen bei der Einrichtung des Cafés bewusst auf die 20er- und 30er-Jahre.

Für ihren Traum vom eigenen Kulturcafé haben Daniela Luise und Peter Miklusz in der Zwerchgasse alles in Eigenregie renoviert und ausgebaut. Am Samstag öffnet Mon Général erstmals seine Tür.

Beim Betreten des Cafés in der Zwerchgasse umfängt den Besucher französisches Flair. Leise Chansons von Edith Piaf, die Gestaltung der Räume in pudrigem Blau mit weißer Balkendecke und weißen Wandvertäfelungen, eine antike französische Wanduhr erzeugen diese besondere Stimmung. Dann noch das Emblem des Café Culturel mit dem Schriftzug Mon Général unter dem stilisierten Kopf von General de Gaulle mit der für ihn typischen Mütze – passt.

Kennengelernt haben sich die gebürtige Pfälzerin und der aus Niedersachsen stammende Peter Miklusz auf der Bühne. „Wir spielten am Stadttheater Bern, zu dessen Ensemble ich damals gehörte, Ulysses. Im Stück sagte Peter ,Das ist meine Verlobte’! Und so kam es dann auch, wir waren sofort verliebt und wurden ein Paar“, erinnert sich Daniela Luise Miklusz. Neben ihrer Leidenschaft fürs Theater hatten beide den Traum von einem kulturell ausgerichteten Café. Diesen erfüllten sie sich mit dem Kauf und der Umgestaltung des Hauses in der Neustadter Zwerchgasse.

Stücke für zwei Personen

„Bei der Ausstattung haben wir uns an den 20er- und 30er-Jahren orientiert. Wir wollen ein wenig an die gute alte Zeit erinnern und eine individuelle Atmosphäre schaffen, die sich von Ketten-Cafés abhebt“, erzählt der Café-Inhaber. Auch an eine Kinder-Spiel-Ecke wurde gedacht.

Neben einer Auswahl an typisch französischen Gerichten wollen die beiden Schauspieler in ihrem Café auch ein kulturelles Angebot machen. „Freitags- und samstagabends werden wir das Café zum Theater umbauen und Schauspielstücke für zwei Personen, szenische Lesungen oder Chansons aufführen“ erzählt Peter Miklusz. Für die Abende werden dann Tische und Stühle beiseite geräumt und der Hauptraum mit 25 Sitzen in Theater-Bestuhlung bestückt.

Die Speisekarte weist diverse Variationen von französischen Frühstückzusammenstellungen aus, für den Mittagshunger gibt es Croques (gefüllte Toastbrote) und eine Suppe. Den Nachmittagskaffee ergänzen vom Chef selbst gebackene Tartes, Tartelettes und elsässischer Kouglof (Gugelhupf). Baguette und Brote werden jede Nacht frisch geliefert von der Bio-Bäckerei des Kleinsägmühlerhofs Altleiningen.

Erst Konditor gelernt

Für beide Inhaber ist es unerlässlich, nur mit Biolebensmitteln aus der Region zu arbeiten. „Für meine Tartes verwende ich auch keinen Industriezucker, sondern Rohrohrzucker, Kokosblütenzucker und Dattelzucker“, erläutert Peter Miklusz. Vegane und laktosefreie Lebensmittel können ebenso geordert werden wie Kaffee- und Schokolade-Getränke mit Hafermilch. Das entsprechende Handwerkszeug eignete sich der Enddreißiger während seiner Konditorlehre an, die er auf Wunsch seiner Eltern vor seinem Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch begonnen hatte. „Wir sind beide sehr gerne Gastgeber, wir machen es den Leuten gerne bei uns gemütlich, auch im privaten Kreis.“

Mon Général heißt das neue Café nach Daniela Luise Miklusz’ Vater, der diesen Spitznamen trug. Zum einen war er französischer Herkunft, zum anderen war er ein glühender Verehrer von General de Gaulle. „Unser Café ist ihm gewidmet, weil er die französische Lebensart in unsere Familie einbrachte. Wir kochen und backen im Grunde genommen alles nach den Rezepten aus seiner heißgeliebten Gourmet-Bibel“, so die 32-Jährige.

Mon Général ist donnerstags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr geöffnet, die Kulturabende finden freitags und samstags von 19.30 bis etwa 20.30 Uhr statt.

x