Neustadt Neue Planung: Lebenshilfe baut größer
Eigentlich sollte mit dem Neubau der Lebenshilfe im Harthäuserweg schon im Spätsommer begonnen werden. Weil jetzt aber doch größer gebaut wird, hat sich der Startschuss verschoben.
Das haben der Vorsitzende des Vereins Lebenshilfe, Heinz Busch, und Geschäftsführer Alfred Hambsch erklärt. Das Wohnheim mit stationären Plätzen für Erwachsene mit geistiger und körperlicher Behinderung und ständigem Unterstützungsbedarf falle größer aus. Das sei gemeinsam mit der Stadt entschieden worden. So gebe es auch acht Zimmer für Personen mit Autismusspektrumsstörungen, da diese Plätze in der Region rar seien. Bürgermeister und Sozialdezernent Ingo Röthlingshöfer begrüßt den Bau, der älter werdenden Eltern behinderter Kinder die Sorge nehme, wie es weitergehe, wenn sie ihr Kind nicht mehr selbst betreuen könnten. „Bisher wohnen diese Kinder ja in der Regel noch Zuhause“, erklärt Busch. Es gebe bereits so viel Nachfrage, dass das von 16 auf 24 Plätze erweiterte Projekt mit Sicherheit dauerhaft ausgelastet sei. „Wohnfläche und Nebenräume werden künftig 1500 Quadratmeter durch ein zusätzliches Wohngeschoß betragen“, erklärt das planende Architekturbüro Disson + Ritzer aus Neustadt. Es entstehe nun ein barrierefreies, dreigeschossiges Gebäude mit 24 Zimmern, je acht auf einem Stockwerk, im Erdgeschoss eingerichtet für zwei Vierergruppen, die jedoch jederzeit durch interne Verbindung zu einer Achter-Wohngruppe geöffnet werden könnten. Jeder Behinderte erhalte seinen persönlichen Rückzugsort mit eigener Dusche und Toilette. Die oberen Stockwerke sollen mit Aufzug erreichbar und die Bereiche über gemeinsam genutzte Flure erschlossen sein. Sozial-, Pflege- und Hauswirtschaftsräume, Gemeinschaftsküchen, Mehrzweckräume, Balkone in den Obergeschossen sowie Terrassen im Erdgeschoss sind geplant. Von der Terrasse soll das derzeitige Wiesenareal am Harthäuserweg, das naturnah angelegt wird, betreten werden können. Das gesamte Grundstück des Neubaus ist etwa 2500 Quadratmeter groß. Doch auch, wenn das Grundstück geschützt vor Einblicken von Seiten der umgebenden Straßen liegt, wolle man sich auf keinen Fall von der Außenwelt abschotten, so Busch. Man rechne nicht mehr mit 3,5 Millionen, sondern mit rund fünf Millionen Euro Baukosten. Das sei nicht nur der Erweiterung, sondern auch den teilweise erheblich gestiegenen Preisen seit dem Bau des Georg-Jungmann-Hauses geschuldet. Außer von der „Aktion Mensch“ gebe es keine öffentliche Förderung. Daher müsse der Verein die Finanzierung selbst schultern, was er über die Vermietung der Räume an die Betreuten, die je nach wirtschaftlicher Situation Zuschüsse vom Sozialamt bekämen, refinanzieren wolle. Trotzdem seien Spenden willkommen, die die künftigen Belastungen senken könnten. Wenn nach der Rodung bis Februar alles wunschgemäß weiterlaufe, wolle der Verein Ende 2019 einziehen.