Neustadt Neue Ideen zum Grundschul-Konzept

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Die Arbeit am Konzept für die Grundschule Frankenstein, mit dem deren Erhalt gesichert werden soll, schreitet voran. Orts- und Verbandsgemeinde sowie Schule ziehen an einem Strang. Die Grundsatzfrage, ob erst das mit den Eltern abgestimmte Konzept stehen soll, bevor man sich für den Erhalt ausspricht, oder ob die Zusicherung des Erhalts die Grundlage für eine Konzepterarbeitung ist, spaltet hingegen.

In der jüngsten Verbandsgemeinderatssitzung hatten SPD, FWG und die Grünen einen Antrag eingebracht, mit dem der Rat sich für den Erhalt der Grundschule erklären sollte. Aus der CDU gab es jedoch Bedenken dagegen, weil man den Elternwillen voranstellen und die Unterstützung davon abhängig machen wollte. So stimmte letztlich rund die eine Hälfte der CDU-Fraktion gegen den Antrag, die andere Hälfte sowie alle restlichen Ratsmitglieder samt FDP dafür. Über dieses Abstimmungsergebnis zeigte sich Frankensteins Ortsbürgermeister Eckhard Vogel (FWG) sehr besorgt: Er sieht das „zarte Pflänzlein des Vertrauens“ angegriffen. „Natürlich steht der Elternwille im Vordergrund, aber ein klares Zeichen der Verbandsgemeinde ist nötig“, plädiert er. Durch die Forderung des CDU-Fraktionschefs „zäume ich das Pferd von hinten auf“, urteilt er. Deswegen sei das Abstimmungsergebnis das falsche Signal. So argumentiert auch CDU-Ratsmitglied Gudrun Heß-Schmidt, zugleich Kreisbeigeordnete für den Bereich Schulen: „Ich wollte ein eindeutiges Signal setzen! Ich möchte generell die Schule erhalten.“ Denn sie spüre die Verunsicherung der Eltern, was zur Folge haben könne, dass Frankensteiner Kinder woanders angemeldet werden, nur aus Angst, die Schule könnte nicht weiterbestehen. Auch die Grundschule in Esthal gehört, wie mehrfach berichtet, zu den kleine Schulen im Land, die nur aus zwei Klassen bestehen und deren Existenz deshalb auf den Prüfstand gestellt wird. Orts- und Verbandsgemeinde wollen aber um deren Weiterbestand kämpfen. Jürgen Wenzel (CDU), als VG-Beigeordneter für den Geschäftsbereich Schulen zuständig, sieht die Sache in Frankenstein pragmatisch. So wäre es seiner Ansicht nach sinnvoller gewesen, erst ein Konzept zu erstellen, die Eltern daran zu beteiligen und dann den Erhalt generell im VG-Rat zur Disposition zu stellen. „Wenn ich dagegen etwas übers Knie breche, muss ich mich nicht wundern, wenn einige dagegen sind.“ So sei die Abstimmung im VG-Rat eher emotional, aus dem Bauch heraus gelaufen statt faktenbasiert. Eine Schwachstelle der Frankensteiner Grundschule ist Wenzels Ansicht nach, dass sie keine Ganztagsschule sei. „Der Trend geht eindeutig dahin“, für viele berufstätige Eltern ist dies eine Voraussetzung. Deshalb überlegen er, der Ortsbürgermeister und die Schulleitung, ob dies realisiert werden könne. Die verschiedenen Modelle einer Ganztagsschule haben auch unterschiedliche Finanzierungsgrundlagen: Handelt es sich hauptsächlich um eine Betreuung – eine so genannte Ganztagsschule in offener Form –, ist der Schulträger, also die VG, für die Finanzierung verantwortlich. Bei einer „echten“ Ganztagsschule, die von der ADD (Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion) genehmigt und vom Land bezahlt wird, ist der Schüler mindestens für das Schuljahr zur Teilnahme verpflichtet. Über eine leichter umzusetzende Ganztagsbetreuung hat sich bereits Ortsbürgermeister Vogel Gedanken gemacht. „Um Kosten zu sparen, könnten engagierte Eltern einen Teil übernehmen oder Vereine und andere Institutionen“, lautet die Idee. Gerade in Hinblick auf das vom ihm erdachte Biosphären-Schul-Konzept – das Ökologie und Nachhaltigkeit in den Fokus stellt – seien schon Gespräche mit Partnern vereinbart, verrät er. Vor einer vom Land finanzierten Ganztagsschule steht die Hürde einer Mindestschülerzahl: Da sie für Grundschulen 36 beträgt, in Frankenstein aber derzeit nur 25 Kinder unterrichtet werden, scheidet diese Möglichkeit aus. Eigentlich. Denn es gibt noch eine Idee, wie die Hürde umschifft werden könnte: „Wenn wir Frankenstein zur Zweigstelle der Grundschule Hochspeyer machen, wäre die Mindestzahl kein Problem“, so Wenzel. Bei einem Treffen mit Vogel und der Schulleiterin sei diese Idee entstanden. „Aber das muss noch geprüft werden!“, schickt der Beigeordnete vorsorglich hinterher, um keine vorschnellen Erwartungen zu wecken. Dass diese Variante nicht völlig aussichtslos ist, zeigt das Beispiel der Grundschulen Bruchmühlbach und Martinshöhe. Jene haben vor einigen Jahren fusioniert, die Einrichtung heißt seither Ganztagsschule Bruchmühlbach-Martinshöhe. Eine Schule mit zwei Standorten. Die Kooperation dort hat Vorteile gebracht.

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