Neustadt Neue Filtertechnik in der Diskussion
Die technische Ausrüstung der mittlerweile 20 Jahre alten Kläranlage der Verbandsgemeinde Deidesheim in Niederkirchen wird immer wieder auf den neusten Stand gebracht. Mit dem Einbau der neuen Belüftungstechnik vor zwei Jahren können jährlich 22 Prozent der gesamten Stromkosten eingespart werden. Mit möglichen Verbesserungen, um Geruchsprobleme weiter zu verringern, befasst sich demnächst der Werksausschuss.
In einer Machbarkeitsstudie der Westpfälzischen Ver- und Entsorgungs-GmbH Kaiserslautern (WVE) aus dem Jahr 2015 wurde die Anlage im Hinblick auf Verfahrens-, Maschinen- und Elektrotechnik sowie Geruchsemissionen und Arbeitssicherheit bewertet. Im ersten Schritt einer umfassenden Sanierungsmaßnahme wurden die alten Rohrbelüfter der Belebungsbecken durch hocheffiziente Belüftungsplatten ersetzt. Diese haben neben der höheren Reinigungsleistung auch einen geringeren Energiebedarf. Mit Impulsbelüftung arbeitet das System quasi selbstreinigend und die robusten Plattenmembranen sollen 20 Jahre standhalten. Während der ersten Weinkampagne traten nach dem Umbau zunächst Stauungen in der Anlage auf. Diese konnten jedoch durch geringe Höhenkorrekturen der Platten im Einlaufbereich behoben werden. „Danach lief die Anlage einwandfrei und bringt mittlerweile sehr gute Ergebnisse“, betont Friedrich Schalk, Fachbereichsleiter der Wasser- und Abwasserwerke. 2016 wurde ein weiterer Schlammstapelbehälter gebaut. Diese Erweiterung verbesserte den Rotteprozess des Klärschlamms und machte den Betrieb der Kompostierungsanlage planbarer. Die Klagen aus dem angrenzenden Wohnviertel in Niederkirchen seien zurückgegangen, doch seien die Verbandsgemeindewerke ständig bemüht, die Geruchsbelästigung der Kläranlage auf das Mindestmaß zu reduzieren, so Schalk. „Ein gewisser Grundgeruch wird jedoch immer vorhanden bleiben“, sagt Verbandsbürgermeister Peter Lubenau. Die gesetzlichen Grenzwerte wurden bei bisher durchgeführten Messungen nicht einmal ansatzweise überschritten. In den vergangenen Wochen hat das Ingenieurbüro Müller-BBM aus Frankfurt weitere Messungen der Geruchsemissionen auf der Anlage durchgeführt. Die Ergebnisse werden dem Werksausschuss am 23. August vorgestellt. Anhand dieser Werte können weitere Maßnahmen, wie zusätzliche Überdachung der Kompostlagerfläche und neue Abluftreinigung, erwogen werden. Die Abluft wird zurzeit über einen 48 Quadratmeter großen Biofilter aus dem Jahr 1994 gereinigt. 2002 wurde dieser eingehaust. Das Filtermaterial besteht aus Hackschnitzeln. Als mögliche Verbesserungsvariante könnte an den bestehenden Biofilter eine zusätzliche Abluftreinigung angeschlossen werden oder der Anlagenbereich wird komplett durch einen effizienteren Aktivkohlefilter ersetzt. Eine Lagerhalle für den Klärschlammkompostplatz habe gleich mehrere Vorteile, betont Schalk. Zurzeit ist über dem Kompost eine Plane gespannt. Um die Staubbelastung beim Verladen möglichst gering zu halten, wird dieser regelmäßig befeuchtet. Trotzdem bleibt der Ladevorgang kritisch, so Schalk. Das Arbeiten auf der offenen Verladefläche ist auch für die Mitarbeiter der Kläranlage, gerade im Winter und bei Regenwetter, beschwerlich. Sollte ein Dach über den Lagerplatz kommen, wird dieser in den hinteren Anlagenbereich verlegt. Damit kommt der Verladebereich ein weiteres Stück von der nächsten Bebauung weg. Und auch der Anschluss an die Abluftreinigung sei von dort aus einfacher durchzuführen, erklärt der Verbandsbürgermeister.