Neustadt
Neue Einschränkungen in Kellereistraße: Das müssen Sie wissen
Die Arbeiten an der Kellereistraße haben bereits im April vergangenen Jahres begonnen. An dem Flickenteppich, aus dem der Straßenbelag besteht, hat sich seither nichts geändert, denn bisher wurden im Auftrag von Stadtwerken und Eigenbetrieb Stadtentsorgung (ESN) Kanal- und Leitungsarbeiten erledigt. Die Erneuerung der Oberflächen, für die als reine Baukosten 1,65 Millionen Euro vorgesehen sind, steht nun an. Die Arbeiten wurden aufgeteilt, um die Erreichbarkeit der Geschäfte zu gewährleisten. Das habe sich auch bewährt, zieht Kerstin Baum, die Projektleiterin bei der Stadtverwaltung, eine Zwischenbilanz. Gleichwohl werden die Arbeiten am Oberbau der Straße die meisten Belastungen für Passanten und Geschäftsleute mit sich bringen. Das verhehlt Baudezernent Bernhard Adams nicht. Er ist aber zuversichtlich, weil die beauftragte Firma Flörchinger bei anderen Projekten immer sehr sauber und ordentlich gearbeitet habe und kooperativ mit den Anliegern umgehe. Ein Überblick über die wichtigsten Fragen.
Wie sieht der Zeitplan aus?
Nach jetzigem Stand werden die Arbeiten der Stadtwerke bis Mitte/Ende August abgeschlossen sein. Am 1. September soll dann die Einrichtung der neuen Baustelle beginnen. Die Fertigstellung der Kellereistraße ist für August 2026 vorgesehen, „wenn alles ideal läuft“, macht Projektleiterin Baum eine Einschränkung. Allerdings wird die Straße schon vorher in den jeweils abgeschlossenen Bauabschnitten freigegeben.
Welche Bauabschnitte gibt es?
Fünf Bauabschnitte sind vorgesehen, wobei diese zum Teil wieder untergliedert sind, um der Feuerwehr im Notfall überall die Zufahrt zu ermöglichen. Der erste Bauabschnitt, mit dem es nach Einrichtung der Baustelle losgeht, reicht von der Hauptstraße bis zur Einmündung zur Mittelgasse. Der zweite Bauabschnitt erstreckt sich von der Mittelgasse bis knapp vor die Einmündung zur Hintergasse. Der dritte Abschnitt umfasst ein kleines Stück der Hintergasse sowie die Kellereistraße bis zur Laustergasse. Der vierte Abschnitt betrifft das Stück Kellereistraße östlich der Laustergasse. Die Kreuzung Laustergasse/Kellereistraße ist der fünfte und letzte Bauabschnitt.
Mit welchen Einschränkungen beginnt die Baumaßnahme?
Die Baustelle wird direkt in den ersten drei Bauabschnitten eingerichtet, also in dem Stück Kellereistraße zwischen Hauptstraße und Laustergasse. In der Mitte der Straße wird eine Fahrspur von etwa 3,50 Meter Breite abgesperrt, auf der die Baustellenfahrzeuge unterwegs sein werden. Die Absperrung erfolgt mit einem Schrankenzaun und nicht, wie bisher, mit gelben Bändern. Für die Arbeiten sowie die Anlieferung und den Abtransport von Material würden größere Baugeräte und Fahrzeuge gebraucht als bisher, erklärt Baum. Aus Sicherheitsgründen sei eine deutlichere Abtrennung notwendig, „damit da kein Kind zwischenrein gerät“. Jenseits der Fahrspur bleibt auf beiden Seiten eine Restbreite von 1,50 bis 1,70 Meter, so dass die Geschäfte erreichbar sind.
Wie laufen die Arbeiten ab?
Die Oberfläche der Straße wird komplett abgebrochen. Begonnen wird in jedem Bauabschnitt entlang der nördlichen Häuserfront bis etwa zur Mitte der Straße. Um die Erreichbarkeit der Geschäfte und Hauseingänge sicherzustellen, werden Holzstege aufgebaut. Danach geschieht das Gleiche auf der Südseite der Straße. Nach der Leitungsverlegung für die Sinkkästen und dem Anschluss an den Kanal erfolgt der Einbau einer etwa 30 Zentimeter dicken Frostschutzschicht. Laut Baum steht auch die Telekom bereit, um Glasfaser (oder zumindest Leerrohre dafür) zu verlegen. Sobald eine 20 Zentimeter dicke Drainbetonschicht eingebaut wurde, können Passanten über diese Fläche gehen – bis das Pflaster, das dem in der Hauptstraße gleicht, verlegt wird. Bei den Granitplatten aus China gebe es Lieferverzögerungen, berichten Baum und Adams. Sie gehen derzeit davon aus, dass sie Mitte November kommen. Garantiert ist das freilich nicht. Sollten die jemenitischen Huthi-Rebellen wieder verstärkt Frachtschiffe im Roten Meer angreifen, könnte das Auswirkungen bis nach Neustadt haben. Die Arbeiten an den anderen Bauabschnitten können allerdings unabhängig davon weitergehen.
Wenn das Pflaster fertig ist, werden die entsprechenden Abschnitte freigegeben. Projektleiterin Baum weist allerdings darauf hin, dass man für das Verfugen drei Tage und Nächte in Folge eine Mindesttemperatur von fünf Grad brauche. In den Wintermonaten ist das nicht immer der Fall.
Was bedeutet der fünfte Bauabschnitt für die Zufahrt zum Klemmhof?
Die Kreuzung Kellereistraße/Laustergasse bildet den Abschluss der Arbeiten. Auch dort wird das Granitpflaster verlegt, um optisch zu unterstreichen, dass Fußgänger Vorrang haben. Allerdings wird diese Kreuzung dafür zeitweise vollgesperrt werden, Baum spricht von etwa vier Wochen. Die Zufahrt zur Klemmhof-Tiefgarage ist auf diesem Weg dann nicht möglich. Kurzzeit-Parker würden den Klemmhof in dieser Zeit gar nicht nutzen können, erläutert die Projektleiterin. Für Mieter und Dauerparker werde eine Lösung gefunden, die ähnlich der des Rheinland-Pfalz-Tages sei: Die Zufahrt erfolgt über die Gutenbergstraße, Schütt, Schwanengasse und die Ausfahrt über Marstall, Landschreibereistraße und Stangenbrunnengasse.
Was ändert sich an der Gestaltung der Kellereistraße noch?
Die historischen Laternen bleiben erhalten, sie werden jedoch auf Pfähle gesetzt. Bisher sind sie an Häuserfassaden montiert. Gepflanzt werden sieben hitzeresistente Säulenamberbäume, drei in Höhe der Metzgerei Neumaier, vier weitere östlich der Laustergasse. Außerdem werden neue Sitzbänke, neue Abfalleimer und zusätzliche Bügel für Fahrräder aufgestellt.