Neustadt Nebenrunde fällt ins Wasser
«Neustadt.»Heiß umkämpfte Finals gab es beim 10. Wilson-Junior-Race-Tennisturnier am Sonntag auf dem Gelände des TC Rot-Weiß Neustadt. Das Turnier ist Teil einer 16-teiligen Turnierserie in der Rhein-Neckar-Region für die Altersklassen U12 bis U16. Die AK U18 lief außer Konkurrenz zur Turnierserie und war ein Angebot, damit auch junge Spieler dieser Altersklasse die Möglichkeit haben, ein Turnier zu spielen.
Turnierchef Jürgen Gassert hatte bereits am Samstag seinen härtesten Tag: Rund vier Stunden Regen inklusive wolkenbruchartigen Güssen setzten die Plätze unter Wasser und wirbelten den Turnierplan kräftig durcheinander. „Wir mussten die Nebenrunde abbrechen, was viele Spieler bedauerten“, erklärte er. Die Nebenrunde wird den Spielern angeboten, die bereits in Runde eins eine Niederlage einstecken müssen und so quasi in der Trostrunde noch mindestens ein weiteres Mal antreten können. Nur Alexandra Kober (TC Blau-Weiß Lachen-Speyerdorf) konnte ihre Nebenrundenspiele in der Altersklasse (AK) U16 absolvieren und gewann schließlich das „kleine“ Finale. Die anderen Begegnungen der Hauptrunde in den AK U12, U14, U16 und U18 litten unter den wetterbedingten Absagen. Spieler, die ihre Hallenschuhe im Gepäck hatten, wichen am Samstag in die Halle aus. „Es waren fünf Matches, die wir in der Halle ausrichteten, das war schon eine Erleichterung“, betonte Gassert. Die am stärksten besetzte Altersklasse der männlichen U14 spielte teilweise erst am Sonntag ab 9 Uhr das Viertel-, danach das Halbfinale. Was Gassert erneut zum Nachdenken zwang: „Normalerweise dürfen an einem Tag keine drei Matches gespielt werden, es sei denn, beide Spieler und deren Eltern sind damit einverstanden.“ Weil die Jugendlichen das letzte Match spielen wollten, kam es auch in der U14 trotz eines langen „Arbeitstages“ zum Finale. Hier siegte Philipp Rein (Heidelberg). Vorher sahen die Zuschauer eng umkämpfte Finals. So das Match zwischen Aaliyah Hohmann (TC Blau-Weiß St. Wendel) gegen Melanie Maier (TC Blau-Weiß Leimen) in der U16. Maier fand gegen Hohmann trotz langer Ballwechsel von der Grundlinie aus kein Mittel. Sie verlor mit 3:6 und 3:6. Obwohl Hohmann ihre Gegnerin im Griff hatte, suchte sie oft den Blickkontakt zu ihrer Mutter. Das war noch regelgerecht. Gassert, der als Oberschiedsrichter ständig zwischen allen Plätzen wechselte, erklärte: „In Turnieren ist kein Coaching erlaubt. Es gab Fälle, in denen Eltern ihren Schützlingen Tipps geben wollten. Bei großen Turnieren ist auch der Blickkontakt nicht erlaubt.“ Richtig viel zu tun bekam Gassert im Finale der männlichen U16: Kim Johannes Niethammer (TC Böblingen) spielte gegen Dominic Eidenmüller (TC Alsbach). Der 15-jährige Niethammer, deutlich kleiner als sein Kontrahent, spielte mit viel Energie. Vor einigen Jahren war er in der U12 als Nummer eins in Deutschland geführt. Doch war er nicht nur voller Energie am Schläger, sondern versuchte auch, seinen Gegner mit geballter Faust und Kommentaren aus dem Konzept zu bringen. Dazu kamen einige knappe Bälle, die Niethammer im „Aus“ sah, während sein Kontrahent davon nicht überzeugt war. Hier musste Gassert einige Mal als Schlichter auftreten. „Normalerweise entscheidet der Spieler, in dessen Feld der Ball landet, ob ein Ball drin ist. Bei unterschiedlichen Meinungen kann man auch den Abdruck kontrollieren“, so Gassert. Er hatte bereits in den drei vorigen Turniertagen erlebt, dass gerade die Jüngsten, so die U12-Spieler, nervös waren. „Bei den Mädchen flossen einige Tränen. Vor allem, wenn das Spiel nicht so läuft, wie sich die Spieler es vorstellten“, sagte er. Im Match Niethammer gegen Eidenmüller gab es einen besonders strittigen Sachverhalt, weil Niethammer erst nach dem Rückschlag einen Ball als „aus“ gegeben hatte. Eidenmüller dagegen hatte den Ball mit einem gut platzierten Cross unerreichbar für Niethammer geschlagen und war der Meinung, das „aus“ hätte viel früher gerufen werden müssen. Gassert entschied: „Der Ball war aus, aber er kann auch erst gespielt und danach vom Spieler gecheckt werden, wo die Stelle war.“ Es war nicht die einzige strittige Situation in der Partie. Eidenmüller resignierte schließlich. Es gab noch einige Ballwechsel, aber im zweiten Satz gab er auf. Niethammer gewann mit 6:2 und 5:1. Die Spieler der Region schieden zum größten Teil in Runde eins aus. Lediglich Casimir Krüger (Grün-Weiß) erreichte in der U12 die zweite Runde, schied dann aber aus. Auch Peter Berg (TC Kirrweiler, U12) erreichte Runde zwei, musste allerdings wegen einer Verletzung aufgeben. Ergebnisse U12, Jungen: Moritz Münster ( TA SV Böblingen) - Rene Jung (BASF TC Ludwigshafen) 7:6, 6:4; U14, Jungen: Philipp Rein (TC Schwarz-Gelb Heidelberg) - Daniel Kirchner (TSC Mainz) 6:4, 6:0; U16, Jungen: Kim Johannes Niethammer (SV Böblingen) - Dominic Eidenmüller (TC Alsbach) 6:2, 5:1 Aufgabe; U18, Jungen: Felix Riiser (Mannheimer TSG) - Jonathan Tanriever (TC Rot-Weiss Wieslich) 6:1, 4:6, 10:7; U14, Mädchen: Veena Nazar (TC Seeheim) - Stella Schmitz (TuS Neunkirchen) 6:3, 6:2; U16, Mädchen: Aaliyah Hohmann (TC Blau-Weiß St. Wendel) - Melanie Maier (TC Blau-Weiss Leimen) 6:3, 6:3; U18, Mädchen: Caroline Brack (TC Schwarz-Gelb Heidelberg) - Charlotte Jacob TSC Mainz) 6:1, 6:2.