Nils berichtet Naturschutzbund pflanzt neue Bäume am Sonnenweg
„Mitglieder vom Naturschutzbund (Nabu) Neustadt haben zwei Birnbäume und eine Weiße Maulbeere auf ihrem Grundstück am Sonnenweg gepflanzt“, erzählt Opa Nörgel am Feiertag. „Das passt ja wunderbar mit den Birnen“, sagt meine kleine Schwester Nessy. „Da haben sie den ganzen Tag Sonne. Die sorgt für zuckersüße Früchte. Aber warum denn eine Maulbeere?“
Natürlich weiß der Opa das auch: „Weil die Maulbeere früher in unserer Gegend mal eine ganz besondere Rolle gespielt hat. Vor über 270 Jahren hat Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz angeordnet, dass sie überall in seinem Herrschaftsgebiet gepflanzt werden. Insgesamt sollen es über 300.000 Bäume gewesen sein.“ „So viele?“, fragt Nessy erstaunt. Opa Nörgel nickt: „Ja, in manchen Dörfern mussten 10.000 Bäume gesetzt werden. Dass die Leute davon nicht begeistert waren, könnt ihr euch denken. Schließlich nahmen sie den nützlicheren Obstbäumen den Platz weg.“
Umzug nach München
Nessy kann das gar nicht verstehen. Was macht man denn mit Maulbeeren, will sie wissen. „Mit den Blättern werden Seidenraupen gefüttert, die sich später einen Kokon aus Seide spinnen, in dem sie sich verpuppen. Und auf die Produktion von edler Seide hatte es Karl Theodor abgesehen.“
„Und warum hat jetzt der Nabu so einen Baum gesetzt?“, fragt Nessy. „Weil Vögel darin gerne ihre Nester bauen und auch gerne die Beeren fressen“, antwortet Opa Nörgel. Und er weiß auch, dass das mit dem Kurfürsten und der Seide nicht so ganz geklappt hat: „Karl Theodor wurde später auch noch Kurfürst von Bayern und ist deshalb 1778 von Mannheim nach München umgezogen. Immerhin hat er damals den Leberkäse mit ins Land gebracht, den kannten die Bayern bis dahin gar nicht.“ „Na, wenigstens etwas, woran die Leute Freude haben konnten – und das bis heute“, ist Nessy schließlich zufrieden.