Lambrecht Nachruf: Volker Edel verstorben
Er kam aus einer Verleger- und Druckerfamilie. Vorfahren hatten im Saulgau eine Zeitung mit dem Namen Intelligenzblatt herausgegeben. Im Dezember 1899 übernahm der Großvater von Volker Edel Verlag und Druckerei Lambrechter Talpost. Der Betrieb ging später an Roman und Rosel Edel, die Eltern von Volker Edel, und für ihn war es keine Frage, dass er die Familientradition fortsetzte.
Nach einer Lehre als Schriftsetzer im elterlichen Betrieb studierte er an der Höheren Fachschule für das Graphische Gewerbe in Stuttgart. Edel war etwa fünf Jahrzehnte lang Unternehmer, Verleger, Redakteur, Schriftsetzer und Drucker. Die Firma Edel-Druck druckte alles. Volker Edel hing zwar an der Tradition des Schriftsetzer- und Druckerberufs, doch er versäumte nicht die Umstellung auf Fotosatz und digitale Technik.
Als Redakteur beachtete Edel journalistische Kriterien, wie Objektivität und Überparteilichkeit, doch er verhehlte nie, dass sein Herz an seiner Heimatstadt Lambrecht und an der Verbandsgemeinde hing. Die Talpost, die bis 1982 täglich, dann wöchentlich erschien, ist die Chronik des Lebens in der Verbandsgemeinde.
Still und integer
Sich selbst stellte Edel nie in den Mittelpunkt, er war ein stiller, zurückhaltender, eher introvertierter, integrer Mensch. Unterstützt wurde er von seiner Ehefrau Ursula, die sich um Büro und Anzeigen kümmerte. Als klar war, dass der einzige Sohn die Familientradition nicht fortsetzen will, verkaufte Edel 2003 schweren Herzens Verlag und Druckerei. Redaktion, Gestaltung und Anzeigen waren weiter Aufgabe von Volker und Ursula Edel. Bis vor einem knappen Jahr war Edel fast jeden Tag für die Talpost unterwegs. Dann nahm ihm eine schwere Krankheit zunehmend die Kraft, doch bis Januar kam er in seinem Lambrecht noch zu Terminen.
Edel war in zahlreichen Vereinen aktiv. Wenn er mal frei hatte, spielte er gerne Tischtennis und fuhr Ski. Sein letztes großes Engagement für seine Heimat war sein Einsatz für die Anerkennung des Geißbock-Brauchtums als Immaterielles Kulturerbe der Unesco.
Trauerfeier und Urnenbeisetzung sind am Freitag, 13. Juni, 14 Uhr, auf dem Lambrechter Friedhof.