Neustadt Nachruf: Experte in Sachen Rittersteine

Steinerne Geschichtsschreibung war nicht sein einziges, aber sein größtes Steckenpferd: Auf vielen Entdeckungstouren durch den Pfälzerwald rund um Neustadt hat Ernst Kimmel vor allem Rittersteine ausgemacht und vor dem Vergessen bewahrt. Daher wird auch sein Name mit diesen Steinen verbunden bleiben. Am 4. Februar ist Kimmel im Alter von 88 Jahren gestorben. 306 Rittersteine – gemeißelte Hinweise auf Sehenswürdigkeiten im Pfälzerwald, seit 1912 benannt nach dem ersten Vorsitzenden des Pfälzerwald-Vereins Karl Albrecht von Ritter - hatte Ernst Kimmel im Lauf der Jahre zusammengetragen. Beschrieben – und per Hand von seiner Frau Erika nachgezeichnet – sind sie in dem vor gut 15 Jahren erschienenen Nachschlagewerk „Rittersteine im Pfälzerwald“. Verfasst hatte es Walter Eitelmann, darin zu finden sind 59 Wandervorschläge Kimmels rund um die steinernen Zeitzeugen. Seine Wanderleidenschaft hatte Ernst Kimmel gern damit begründet, dass ihm als 15-jähriger Panzergrenadier im Frühjahr 1945 in Wasserburg die Flucht vor dem US-Militär gelungen war und er sich mit Kameraden zu Fuß auf den langen Heimweg nach Lambrecht gemacht hatte. Dort war er 1929 als ältester Sohn des „Kanonenwirts“ geboren worden. Später absolvierte er eine Ausbildung bei der Lambrechter Stadtverwaltung und wechselte 1956 nach Neustadt: Knapp 30 Jahre lang war er Leiter der Stadtkasse. Zuvor aber war geheiratet worden: Im November 2016 konnte das Ehepaar Ernst und Erika Kimmel daher seine diamantene Hochzeit feiern. Aktiv bis ins hohe Alter – wenn auch zuletzt vor allem am Computer – ist Ernst Kimmel nun einer Krankheit erlegen. Am Freitag um 10.30 Uhr wird er auf dem Friedhof in seinem langjährigen Wohnort Gimmeldingen beigesetzt.