Neustadt Nach zwei Minuten ist Schluss

Speed-Dating: Zwar tickt eine digitale Stoppuhr nicht, die Zeit nimmt aber auch sie unerbittlich.
Speed-Dating: Zwar tickt eine digitale Stoppuhr nicht, die Zeit nimmt aber auch sie unerbittlich.

Vor der Wahl: Klare Frage, kurze Antwort – beim RHEINPFALZ-Speed-Dating in der Berufsbildenden Schule Neustadt war genau das angesagt. 15 Fragen hatten die Schülerinnen und Schüler für die drei OB-Kandidaten in petto. Und diese nur 120 Sekunden Zeit für die Antwort. Eine ungewohnte Situation für beide Seiten.

Die Zeit von zwei Minuten kann völlig unterschiedlich wahrgenommen werden. Wer 120 Sekunden bekommt, um auf eine Frage zum Weltfrieden zu antworten, für den vergeht sie meist wie im Flug. Wer indes sagen soll, welches Tier er gern wäre, für den kann sie sich ziehen wie Kaugummi, wenn ihm gerade keines einfällt. Eine Erfahrung, die die Neustadter OB-Kandidaten am Mittwoch beim Speed-Dating mit Schülerinnen und Schülern der Berufsbildenden Schule (BBS) und deren Beruflichem Gymnasium gemacht haben. Um es vorweg zu nehmen: Alle drei Bewerber schlugen sich wacker. In der Aula der BBS ging es an jenem Morgen ein bisschen zu wie im Taubenschlag. Nicht nur die beim Speed-Dating engagierten Schülerinnen und Schüler, sondern auch ihre Kollegen wollten etwas von dem Frage-und-Antwortspiel mitbekommen oder zumindest einen Blick auf die OB-Kandidaten werfen. Am Speed-Dating beteiligt waren rund 35 junge Leute, die in den Tagen zuvor gemeinsam 15 Fragen formuliert hatten – eigenständig, wohlgemerkt, ohne Einfluss durch die Lehrer oder die RHEINPFALZ. 15 von ihnen hatten dann den Auftrag, jeweils eine der Fragen beim Speed-Dating zu stellen. Je fünf Schüler waren es pro Kandidaten-Tisch, die dann geschlossen an den nächsten wechselten, wenn alle fünf Fragen gestellt waren. Zudem gab es mehrere Schüler-Protokollanten, die je einem der drei OB-Kandidaten zugeteilt waren und mit ihnen am Tisch blieben. Ihre Aufgabe: Das Speed-Dating zu verfolgen, mitzuschreiben und hinterher einen kleinen Text über den Bewerber zu schreiben, der heute in der RHEINPFALZ veröffentlicht ist. Berührungsängste kannten die Schülerinnen und Schüler nicht. Dass sich – als die RHEINPFALZ angefragt hatte – Pascal Bender (SPD), Marc Weigel (FWG) und Ingo Röthlingshöfer sofort bereit erklärt hatten, bei der Speed-Dating-Premiere mitzumachen, freute sie außerdem. Auch wenn der eine oder andere den Lehrer Weigel kannte, Bürgermeister Röthlingshöfer schon mal gesehen hatte oder Bender als Neustadter SPD-Chef – für sie war es eine tolle Sache, dass die Bewerber Wert auf ihre Meinung legten und sich mit ihnen auseinandersetzten. Viele der Schülerinnen und Schüler sind Erstwähler – alle wollen am 24. September zur Urne gehen. An den drei Tischen ging es während der Fragerunden mal gespannt, mal locker zu – je nachdem, welcher Themenblock gerade angesagt war: Persönliches, Kommunalpolitik sowie Welt- und Bundespolitik. Mehr Kommunikation und mehr Miteinander, um Neustadt voranzubringen, sprachen alle Kandidaten an, bezeichneten den Einsatz für Neustadt auch unisono als Herzenssache. Kniffliger, allerdings auch lustiger, wurde es bei der berühmt-berüchtigten Tierfrage: Welches man denn gerne wäre? Marc Weigel und Ingo Röthlingshöfer brauchten ein wenig, mussten sich quasi erstmal tiergedanklich warmlaufen. Der eine mit Sätzen wie „Also zuhause bin ich Hasi, das darf aber nur eine zu mir sagen“, der andere mit einer Aufzählung aller Haustiere, die in seiner Familie leben. Letztlich lief es dann auf „Bär“ beziehungsweise „Elefant“ hinaus. Nur Pascal Bender musste nicht überlegen: „Ein Hund.“ Derweil „tickte“ die digitale Stoppuhr. Bei ihrem Start ertönte eine Glocke, sobald die zwei Minuten um waren, wurde wieder geläutet. Unerbittlich – auch wenn das an den Tischen gerade ungelegen kam. Wobei nicht nur die Kandidaten, sondern oft auch die Schülerinnen und Schülern gern weiter diskutiert hätten. Interessiert und konzentriert verfolgten sie, was Röthlingshöfer, Weigel und Bender zu sagen hatten. Wochenspiegel Blickpunkt: Lokalseite 4

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