Neustadt Nach 14 Jahren wieder Tankmöglichkeit

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Die frühere Tankstelle Moser in Elmstein-Appenthal soll wieder eröffnet werden. Die Classic Tankstellen GmbH hat das Gelände gepachtet und will in der kommenden Woche einen Bauantrag bei der Kreisverwaltung Bad Dürkheim stellen. Carl-Clemens Einsle, Prokurist und Verkaufsleiter des Unternehmens, hofft, dass ab September in Elmstein wieder getankt werden kann – an einer Automatenstation mit beidseitig anfahrbarer Zapfsäule.

Der Elmsteiner Bürgermeister Stefan Herter (SWG) berichtet, dass sein Sohn Steffen angeregt habe, die seit 2001 geschlossene Tankstelle wieder in Betrieb zu nehmen. Stefan Herter hat dann Anfang Oktober vergangenen Jahres die Grundstücksbesitzerin Trude Moser gefragt, ob sie bereit wäre, das Gelände zu verpachten, und die sei sofort einverstanden gewesen. Die Familie Moser hatte die Tankstelle schweren Herzens geschlossen. Alma und Walter Moser, die inzwischen verstorbenen Eltern von Trude Moser, hatten den Betrieb aus Altersgründen nicht weiterführen können und es hatte sich kein Pächter gefunden. Die Elmsteiner müssen derzeit bis nach Neustadt oder Hochspeyer/Fischbach fahren, um zu tanken. Steffen Herter schrieb noch im Oktober alle Tankstellen-Unternehmen an. Drei hätten Interesse gezeigt, so Stefan Herter. Einem der Interessenten sei das rund 700 Quadratmeter große Gelände zu klein gewesen. Ein weiterer habe abgesagt, weil es auf dem Gelände keine Möglichkeit gibt, einen Verkaufs-Shop einzurichten. Einsle war die Verbandsgemeinde Lambrecht nicht unbekannt. Die Classic Tankstellen GmbH hatte im vergangenen Jahr Interesse gezeigt, in Lambrecht auf dem Gelände der ehemaligen Shell-Tankstelle eine Tankstelle zu eröffnen. Von diesem Plan habe man aus zwei Gründen Abstand genommen, so Einsle. Zum einen wegen der hohen Auflagen der Kreisverwaltung, weil das Gelände in einem Wasserschutzgebiet liegt. Zum anderen, weil ein anderes Unternehmen eine Tankstelle in Lindenberg eröffnen will. Die Classic Tankstellen GmbH habe jedoch großes Interesse daran, in der Region eine Tankstelle zu betreiben, sagt Einsle. Die knapp 120 Tankstellen des Unternehmens sind bisher überwiegend in Nord- und Ostdeutschland und in der Rhein-Main-Region. Beim Tankstellennetz setze man vor allem auf kleinere Gemeinden, denn in den größeren Orten sei der Bedarf durch die großen Konzerne abgedeckt. Die wiederum hätten kein Interesse an kleineren Gemeinden, da sie hier nicht die gewünschten Umsätze erreichen könnten. Wie Einsle berichtet, hat er Mitte Oktober das Schreiben von Herter bekommen, sich kurz danach das Gelände in Elmstein angeschaut und festgestellt, dass es für eine Tankstelle geeignet sei. Inzwischen seien im Auftrag der Classic Tankstellen GmbH ein Bodengutachten erstellt sowie die Tanks und Rohrleitungen, die noch von der früheren Tankstelle vorhanden sind, überprüft worden. Das Gutachten habe ergeben, dass keine Rückstände im Boden sind, die Tanks und Rohrleitungen seien in Ordnung. Auch liege das Gelände nicht in einem Wasserschutzgebiet oder sonstigem besonders geschütztem Gebiet. Die Classic Tankstellen GmbH will in Elmstein eine sogenannte Automatenstation eröffnen. Dies bedeutet, dass kein Mitarbeiter an der Tankstelle ist und dass man nur mit EC- oder Kreditkarte zahlen kann. Auch besteht nur die Möglichkeit zum Tanken. Shop, Waschstraße oder ähnliches sind nicht vorgesehen. „Dafür reicht der Platz nicht“, so Einsle. Nach seinen Angaben betreibt die Classic Tankstellen GmbH etwa zehn Prozent ihrer Tankstellen als Automatenstation. Für Elmstein sei eine Automatenstation optimal, ist Herter überzeugt. Ein Shop würde sich nicht rechnen. Unter der noch vorhandenen Überdachung der ehemaligen Tankstelle soll eine Zapfsäule installiert werden, die von beiden Seiten angefahren werden kann. Auf jeder Seite kann Super, Super E 10 und Diesel getankt werden. Nach Angaben von Einsle soll der Boden des Geländes mit einer Betonplatte versiegelt werden, so dass kein Kraftstoff in das Erdreich tropfen kann. Auch soll ein neuer Ölabscheider installiert, eine Preissäule aufgestellt, die Überdachung gestrichen und das frühere Kassenhäuschen sowie das danebenstehende kleine Gebäude hergerichtet werden. Insgesamt wolle das Unternehmen rund 150.000 Euro investieren. Man habe Berechnungen angestellt, dass in Elmstein pro Monat 120.000 bis 150.000 Liter Kraftstoff verkauft werden können. Herter geht davon aus, dass es um einiges mehr wird, denn viele, die durch Elmstein fahren, würden sicher die Gelegenheit zum Tanken nutzen. „Derzeit kommt man ja nur noch mit einem vollen Tank durch das Tal“, so Herter. Die Classic Tankstellen GmbH gehört nach Angaben von Einsle zu den sogenannten B-Marken. Dies bedeute nicht, dass der Kraftstoff von schlechterer Qualität sei, sondern, dass der Kraftstoff immer einen Cent billiger pro Liter verkauft werde als an den Tankstellen der großen Konzerne. Zusätzlich biete man noch eine „Roadrunner-Card“ an. Wer die besitzt, könne nochmals ein Jahr lang einen Cent billiger pro Liter tanken. Sobald eine Baugenehmigung vorliege, wolle man mit den geplanten Arbeiten beginnen, die etwa drei bis vier Wochen dauern würden. Wenn die Genehmigung reibungslos verlaufe, könne man im September eröffnen, sagt Einsle. (ann)

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