Neustadt Musik, Pointen und skurrile Poesie

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Zwei Premieren, drei Klassiker und viel Musik stehen im zweiten Halbjahr beim Neustadter Kleinkunstvereins „Reblaus“ im Theater Katakombe auf dem Programm. Höhepunkt ist sicher das Gastspiel von Thomas Freitag im Oktober, bei dem sich die Kabarettfreunde auf ein taufrisches Soloprogramm des Altmeisters freuen können, denn „Europa – der Kreisverkehr und ein Todesfall“ feiert erst zwei Wochen vorher im Düsseldorfer „Kom(m)ödchen“ Premiere.

Neustadt. Los geht es allerdings schon am 23. September mit einer Neuentdeckung der „Rebläuse“: Felix Oliver Schepp. Sein Auftritt bei einer Benefiz-Gala des „Lichtblick“ im Oktober 2014 sei die Empfehlung gewesen, sagen die „Reblaus“-Vorsitzende Heidi Kling und ihre Stellvertreterin Adelheid Buemann-Schmidt: „Wir sind froh, dass wir den jungen Sympathieträger für uns gewinnen konnten.“ In seinem Programm „Zeit-Loope“ nimmt sich der Träger des Deutschen Chanson-Nachwuchspreises 2012 mit Klavier und Loopmaschine zwischenmenschlicher Alltagsgeschichten an und nimmt die Zeit, von der wir denken, dass wir sie nicht haben, unter die „Loope“. Die Jury hob bei dem Wahl-Hamburger unter anderem „seinen schrägen Nonsens und seine skurril-poetischen Einfälle“ hervor. Mit den „Queenz of Piano“, Anne Folger und Jennifer Rüth, kommt dann im Oktober ein mittlerweile bestens bekanntes Fernseh-Duo an die Weinstraße : „Verspielt“ heißt das Programm, das die beiden Pianistinnen in Ermangelung eines zweiten Flügels in der „Katakombe“ auf einem Flügel und einem Klavier auf die Bühne bringen werden. Für ihr „musikalisch-akrobatisch-kabarettistisches Gesamtkunstwerk“ wurden die „Queenz“ zuletzt 2015 mit dem Thüringer Kleinkunstpreis ausgezeichnet. In „Verspielt“ beschäftigen sich die beiden unter anderem damit, wie schön es ist, nicht perfekt zu sein. Sie zeigen dabei auch, wie neue Musikinstrumente aus Konstruktionsfehlern entstanden und anschließend die Musikwelt revolutionierten oder wie sich in Zeiten zunehmender Migration die deutsche Nationalhymne generalüberholen ließe. Ganz ohne Musik kommt hingegen ein alter Kämpe des deutschen Kabaretts und Stammgast der „Reblaus“ aus: Thomas Freitag will skeptische Europäer in seinem brandneuen Programm „Europa – der Kreisverkehr und ein Todesfall“ davon überzeugen, dass mit dem Tod eine ganz entscheidende Veränderung des Lebens einhergeht. „Es freut uns ganz besonders, dass Thomas Freitag nach Jahren mal wieder zu uns kommt“, sagt Heidi Kling: Sie sei gespannt, welches Bühnenbild Freitag zu seinem neuen Programm entworfen hat, und freue sich neben dem kabarettistischen Aspekt auch auf die schauspielerische Leistung des Kabaretturgesteins. Martin Zingsheim – auch er schon bei der „Reblaus“ bestens bekannt – zeigt dann im November sein Programm „Kopfkino“, in dem es um Kulturgeschichte, Pauschalreisen, Veganismus und den Sturz des herrschenden Systems durch getanzte Revolution geht. Zingsheim überzeugte das Neustadter Publikum zuletzt an Weihnachten 2014 mit seiner Scharfzüngigkeit und Musikalität. Das Halbjahresprogramm endet dann im Dezember mit einem Geheimtipp, der eigentlich gar keiner mehr ist: Wer Armin Fischer bei einem seiner Auftritte bei der „Reblaus“ schon einmal erlebt hat, wird sicher auch auf sein Weihnachtsprogramm „Freude schöner Weihnachtstrubel“ gespannt sein. Darin beschäftigt sich der Pianist unter anderem mit der Frage, warum Beethoven kein einziges Weihnachtslied geschrieben hat, obwohl er doch sein Leben lang komponierte, und was mehr Licht ins Dunkel bringt als die Weihnachtsdeko in die Fußgängerzone – Pointen und Piano vom Feinsten. Noch Fragen? Alle Veranstaltungen finden im Theater Katakombe im Jugenddorf, Sauterstraße 6, in Neustadt statt und beginnen um 20 Uhr. Karten in der Neustadter Bücherstube, in den RHEINPFALZ-Geschäftsstellen und beim Media Markt, unter der RHEINPFALZ-Ticket-Hotline 0631/37016618 sowie im Internet unter www.reblaus-kleinkunst.de. Restkartentelefon am Veranstaltungstag jeweils ab 17 Uhr unter 06321/929912. |hox

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