MAIKAMMER
Motorsport: Vater Karsten und Sohn Luca Kiefer fahren im gleichen Auto
Zwei Generationen von Rallyefanantiker saßen in der vergangenen Rallyesaison zusammen im Auto – Vater und Sohn. Der Vater Karsten Kiefer kam über seine Eltern zum Rallyesport und genoss schon in jungen Jahren als Zuschauer die Rallye „Vorderpfalz“ und die Rallye „Südliche Weinstraße“. Da dauerte es nicht lange, bis der heutige Fahrlehrer in Maikammer selbst ins Lenkrad griff. Er pilotierte von 1999 bis 2006 einen BMW 318 IS. Nach einer Pause sah man ihn dann wieder auf den Wertungsprüfungen. Seit 2012 als Beifahrer in der Retro-Rallye-Serie.
Da lag es nicht fern, dass sein Sohn Luca sich ebenfalls für den Motorsport interessiert. Es dauerte nicht lange, und er hatte das Mindestalter zum Start im Jugend-Kart-Slalom erreicht. Es folgten zunächst gute Platzierungen in der Juniorwertung, darunter auch ein zweiter Platz in Herxheim. In der Pokalwertung steigerte sich der junge Pilot immer mehr. 2017 qualifizierte er sich für den Bundesendlauf. Dann wurde es ihm auf den Strecken zwischen den rot-weißen Pylonen zu langweilig. Luca Kiefer wechselte in ein Rennkart und startete auf der Rundstrecke. Insbesondere im Winter-Cup in der Rotax-Max-Challenge fuhr der Motorsportler aus Maikammer in der Spitze mit. Da gab es in den Endwertungen jeweils die Plätze eins bis drei.
Arbeit für die ganze Familie
Für den 16-jährigen Schüler bot sich zu Beginn der Saison als Fahrer der Einstieg in den Rallyesport. Das Fahrzeug, ein Citroen DS 3 R 1 Cup, stellt der ADAC-Regionalverband Weser-Ems. Der Motor leistet 125 Pferdestärken. Das in etlichen Belangen verbesserte Fahrzeug hat ein Gewicht von 1180 Kilogramm. Betreut wurde das Fahrzeug von Knacker-Motorsport-Service. Inhaber sind Ralf Knacker und Nico Knacker, der als Teilnehmer an der deutschen Rallye-Meisterschaft bekannt ist. Natürlich reicht alleine diese Betreuung nicht aus.
Daher greifen nicht nur die Eltern Kiefer, sondern auch die Großeltern und die Schwester dem Rallyeteam unter die Arme. „Es ist ja nicht nur das Fahrzeug, das betreut werden muss. Es sind auch viele Formalitäten zu erfüllen, es sind die Übernachtungen zu organisieren und zu buchen“, sagt Luca Kiefer. Das Team blickt auf eine erlebnisreiche und erfolgreiche Saison zurück. Mit Stolz erzählen sie vom dritten Platz in der Gesamtwertung beim Rallyesprint „Estering“.
Lehrjahr und Freundschaften
Die im Norden des Landes eingefahrenen Punkte reichten für Luca Kiefer zum vierten Rang in der Fahrerwertung und für Karsten Kiefer zum fünften Platz in der Beifahrerwertung der ADAC-Pfalzmeisterschaft im Rallyesport und zu einem Platz im vorderen Mittelfeld in der Landesmeisterschaft des Motorsportverbandes Rheinland-Pfalz.
„Es war ein Lehrjahr mit vielen positiven Erlebnissen und besonderen Eindrücken, auf die sich für die Zukunft aufbauen lässt“, erklärt der Schüler. Allerdings ist mit dem Ende des Sportjahres das Abenteuer in Norddeutschland zu Ende. „Wir hatten die richtige Entscheidung getroffen, den Einstieg im Norden zu beginnen“, unterstreicht Karsten Kiefer. Dort gebe es die vorbildliche Unterstützung für den Nachwuchs von den international erfahrenen Rallyepiloten Christian Riedemann und Nico Knacker. „Aber auch das Umfeld stimmt, in dem man sich jederzeit wohl fühlte“, betont der Motorsportler. Die überlassenen Fahrzeuge sind auf dem neusten Stand und somit wettbewerbsfähig. „Dann die Strecken, auf die sich jeder Rallyefahrer freut. Beispielsweise Estering, das IVG-Gelände und Schlüchtern sind Aushängestrecken für den Rallyesport“, lobt Luca Kiefer. „Die Konkurrenz vor Ort hat uns vorbildlich aufgenommen. Wir haben uns gleich sehr wohlgefühlt“, blickt der Vaer Kiefer zurück. „Das Alter spielte keine Rolle“, ergänzt der Sohn. „Es wurden viele Tipps ausgetauscht. Es wurden viele Freundschaften geschlossen, die lange Zeit Bestand haben werden“, resümieren die beiden Pfälzer.
Eigener BMW in Bau
Der Blick geht schon seit Wochen in Richtung der nächsten Saison. Das neue Sportjahr wird komplett in eigener Regie bestritten. Dafür hat sich ein eigenes Betreuerteam herauskristallisiert. Aufgebaut wird ein BMW 318 ti mit einer Motorleistung von 150 Pferdestärken, der dem Team Kiefer/Kiefer gehört. Damit starten die Pfälzer in der Gruppe der Serienfahrzeuge der Leistungsklasse G 3. Einschreiben wird sich das Team in die HJS-DRC-Serie. Zwölf Läufe stehen auf dem Programm, jeweils sechs in den Regionen Nord und Süd. Daneben sind Starts bei regionalen Rallyeveranstaltungen geplant.
Vorgesehen sind auch zwei bis drei Einsätze bei Läufen zur deutschen Rallyemeisterschaft. Das ganz große Ziel ist es, eine komplette Saison in einem Rallyefahrzeug der Klasse II R 5 zu fahren, den leistungsstärksten Motoren bei deutschen Rallyeveranstaltungen.
Beruflich geht es bei Karsten Kiefer als Fahrlehrer weiter. Sein Sohn Luca will diesen Beruf ebenfalls ergreifen, „um später mal die Fahrschule weiterführen zu können“. Bis dahin bleibt auch noch etwas Zeit für seine weiteren Hobbys: die Musik und der aktive Dienst in der freiwilligen Feuerwehr.