Neustadt Morden wie die alten Kelten

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NEUSTADT. Spannung pur erwartet die Besucher der Neustadter Stadtbücherei am kommenden Freitag, wenn Benno Liebheit seinen neuen Pfalzkrimi „Letzter Tanz mit einem Geißbock“ vorstellt. Hatte der Haßlocher Autor sich im Vorjahr mit seinem Krimidebüt „Requiem für einen Saumagen“ selbst erfolgreich einen Traum erfüllt, so steigert er jetzt mit dem zweiten Fall seines Kommissars Stephan Bick noch einmal sein kriminalistisches Talent.

Erneut ist die sonnige Pfalz Schauplatz einer blutigen Tragödie. Bereits der Prolog zeigt, dass es hier gar nicht immer so weinfroh-heiter zugeht, wie die Werbung vorgaukelt. Eine junge Malerin, die eben noch die imposante Flusslandschaft auf ihren Bildern festhielt, stürzt sich jäh von der Rheinbrücke bei Speyer in den Tod. Was hat ihr Selbstmord mit der folgenden Geschichte zu tun? Erst am Ende des Romans wird der Leser die Antwort erhalten. Deidesheim ist der Schauplatz des weiteren Geschehens. Hier hat es der Industrielle Arthur Otterbach in der Kosmetikbranche zum Millionär gebracht. In den Räumen seiner hochherrschaftlichen Villa stellt er sein neuestes Produkt, „Celtic Dreams“, vor – werbewirksam am Tag der traditionellen Geißbock-Versteigerung. Vor dem Höhepunkt der Präsentation mit prominenten Gästen dann das Entsetzliche: Angeheiterte Jugendliche, die den Tribut-Bock Benno im Stall mit Farbe besprayen wollen, machen einen grauenvollen Fund. Neben dem Geißbock entdecken sie die Leiche einer jungen Frau. Es ist Peggy, Otterbachs Referentin, die dieser eben erst den Gästen als seine Verlobte vorgestellt hatte. Bei der Spurensuche stößt der von seiner für das Catering zuständigen Freundin Janne alarmierte Kommissar Bick auf mysteriöse Details, und die weiteren Ermittlungen führen zu der Erkenntnis, dass der Mord Parallelen zu einem alten keltischen Ritual aufweist. So weit hergeholt, wie es zunächst scheint, ist der keltische Aspekt durchaus nicht, hatten doch Archäologen bei Ausgrabungen in der Nähe Bad Dürkheims das Skelett einer jungen Frau entdeckt, die auf rituelle Weise geopfert wurde. Die Zahl der Tatverdächtigen scheint zunächst überschaubar, handelt es sich doch offensichtlich um einen oder mehrere Experten, die als Archäologen über einschlägige Kenntnisse der altkeltischen Kultur verfügen. Doch je länger die Fahnder ermitteln, desto länger wird die Liste der Tatverdächtigen. Der leitende Archäologe Dr. Wellis gerät ebenso in Verdacht wie seine Assistentin, Otterbachs Söhne, seine Exfrau oder der Werbefachmann, der die neue Kosmetikserie effektvoll vermarktet. Welches Motiv hatten der oder die Mörder? Eifersucht oder Konkurrenzneid, Angst um das Erbe? Mit wachsender Spannung taucht der Leser in die Geschichte der Otterbachs und in die Vergangenheit der gar nicht so unbescholtenen Peggy ab. Benno Liebheit versteht es, den Leser in die entlegensten Richtungen zu locken und ihm neben der Schönheit der Landschaft die Abgründigkeit der Menschen vor Augen zu führen. Die Handschrift Guido Dieckmanns, bekannt als Autor historischer Romane, der sich hinter dem Pseudonym Benno Liebheit verbirgt, erkennt man nicht zuletzt an der kenntnisreichen Schilderung der einstigen keltischen Siedlungen in der Pfalz, an der genauen Recherche und an der präzisen Charakterzeichnung. TERMIN Benno Liebheit stellt seinen Krimi „Letzter Tanz mit einem Geißbock“ am Freitag, 27. November, um 20 Uhr auf Initiative des Literarischen Forums Neustadt in der Stadtbücherei vor. Karten (8/5 Euro) in der Buchhandlung Quodlibet (06321/88930). Das Buch ist als Taschenbuch im Aufbau-Verlag erschienen, hat 384 Seiten und kostet 9,99 Euro. (wss/Foto: frei)

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