Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Mobiler Garten auf dem Hetzelplatz aufgestellt

Waltraud Blarr und Markus Dotterweich nehmen den Garten in Augenschein.
Waltraud Blarr und Markus Dotterweich nehmen den Garten in Augenschein.

Auf dem Hetzelplatz steht seit Dienstag wieder ein mobiler Garten. Er ist Teil eines Forschungsprojekts, das sich damit beschäftigt, wie Innenstädte ohne großen baulichen Aufwand begrünt werden können. Sollte das Projekt Erfolg haben, könnte der einzelne Garten nur der Anfang sein.

Zwischen den Außensitzplätzen der City-Lounge grünt es. Wolfsmilch, Reitgras und Funkien wachsen an der Wand empor, die auf einem Holzkasten auf Rollen angebracht ist. Hinter den mobilen Gärten steckt das Forschungsprojekt „Mobiga“ der Hochschule Bingen, dem Neustadter Umweltunternehmen Udata und der Palaterra Betriebs- und Beteiligungsgesellschaft.

„Es geht darum, zu ermitteln, welchen Effekt die Gärten auf das Klima auf überhitzten, innerstädtischen Plätzen haben“, erklärt Projektleiter Markus Dotterweich. Dadurch, dass die Pflanzen Wasser verdunsten, erhofft er sich einen Kühlungseffekt. Außerdem wolle man herausfinden, inwieweit sich die Gärten, die mit einer Solarzelle und einer Wasserpumpe ausgestattet sind, autark betreiben lassen.

Viel Grün auf wenig Fläche

Besonders auf Plätzen, auf denen sich wegen Leitungen im Boden nichts anpflanzen lässt, oder die zum Teil für Feste genutzt werden, sollen die mobilen Gärten ein angenehmeres Klima schaffen. Im Vergleich zu Hochbeeten bieten die vertikal angelegten Gärten deutlich mehr Fläche – der Prototyp auf dem Hetzelplatz verfügt über die dreifache Fläche eines Hochbeets seiner Größe, andere Modelle erreichen bis zu acht Mal so viel. Weitere solcher Gärten mit unterschiedlichen Pflanzenarten werden in diesem Jahr auch noch in Landau sowie in Ingelheim aufgestellt.

Im vergangenen Jahr stand auf dem Hetzelplatz bereits ein ähnliches Modell. „Da haben wir vorwiegend positive Rückmeldungen bekommen“, sagt Umweltdezernentin Waltraud Blarr. Der Hetzelplatz sei als Standort für das Projekt ideal. „Der Platz wird im Sommer sehr heiß und bietet kaum Schatten“, erklärt Blarr.

Mehr Pflanzen in die Stadt

Außerdem hat die Grünflächenabteilung der Stadt, die dafür zuständig ist, einmal wöchentlich den Wassertank des Gartens aufzufüllen, ganz in der Nähe einen Standort. Deren Leiter Michael Fuhrer hofft, in Zukunft mehr Pflanzen in die Innenstadt zu bringen: „Mit einer grünen Wand an der Straße könnte man den Verkehrslärm vom Hetzelplatz abhalten.“ Ihm sei aber wichtig, zuerst ein System zu finden, mit dem das auch funktioniert, anstatt gleich etwas Teures anzuschaffen. Dadurch, dass das Projekt „Mobiga“ vom Bundesbildungsministerium gefördert wird, muss die Stadt dafür kein Geld ausgeben.

Bis Ende Oktober soll der Garten stehen bleiben; eventuell soll in einem bis zwei Monaten ein weiterer dazukommen. Über einen Briefkasten, der an seiner Seite angebracht ist, können Besucher ihre Kritik, Anregungen und Verbesserungsvorschläge an das Projektteam weitergeben. Über einen QR-Code auf den Fragebögen geht es zur Website des Projekts. Hier soll es in wenigen Wochen Informationen zur Funktionsweise des Gartens und zu den Pflanzen geben, die dort wachsen.

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