Neustadt Mit Naturerlebnissen punkten

Soll erneuert werden: die Brücke in der Straße „Am Ehrenfelsen“.
Soll erneuert werden: die Brücke in der Straße »Am Ehrenfelsen«.

Mit einer 85-prozentigen Förderung der Europäischen Union soll in Elmstein das Projekt „Reisen für Alle“ in Angriff genommen werden. Ob in der Gastronomie, auf einem informativen Naturrundweg oder beispielsweise bei der Elmsteiner Pit-Pat-Anlage – das örtliche Motto lautet: Barrierefreiheit. In der jüngsten Ortsgemeinderatssitzung fiel der Beschluss einhellig. Auch die Themen kostenloses W-Lan und die Brücke in der Straße „Am Ehrenfelsen“ wurden behandelt. Barrierefreier Tourismus bedeutet in Elmstein vor allem eines: „Wir wollen einen Tag kompletter Auslastung in Form eines Naturerlebnisses ermöglichen“, beschreibt es Ortsbürgermeister Stefan Herter. Denn die Verbandsgemeinde Lambrecht mit ihren zugehörigen Ortsgemeinden befindet sich in einer Modellregion für den barrierefreien Tourismus. Der Vorteil: Die Europäische Union unterstützt das Projekt und finanziert 85 Prozent der anfallenden Kosten. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Daher sollen in Zukunft das Umfeld des Besucherinformationszentrums und der Minigolfanlage in Elmstein barrierefrei werden. Sprich: Diese Räumlichkeiten und Freizeitanlagen sind für alle Menschen zugänglich und nutzbar, also beispielsweise für die Räder eines Rollstuhl genauso wie für Wanderschuhe. Ersten Schätzungen zufolge wird das Projekt 35.000 Euro kosten. „Bei uns in der Region wird es dann Fünf-Tages-Urlaube geben“, so Herter. Die jeweiligen Tagesstationen sind unteranderem in Bad Dürkheim, Haßloch und Neustadt. Letzteres „wird bestimmt mit dem Hambacher Schloss ins Rennen gehen“, so die Meinung der Elmsteiner Verwaltung. „Bei uns hingegen geht es um das Naturerlebnis“, betont der Ortsbürgermeister. Ein Tag kompletter Auslastung könnte in Elmstein so aussehen: Mit einem Kleinbus kommen die Urlauber in der Gemeinde an und haben dann die Wahl zwischen einer kleinen Stärkung im Bistro oder einem Spaziergang um ein angelegtes Biotop. „Informationstafeln sollen dort die landschafts- und ortstypischen Besonderheiten beschreiben“, heißt es im Ideenpapier von Peter Sahm. Im Zentrum des Umbaus steht vor allem die Zugänglichkeit zu den einzelnen Stationen. Beispielsweise der Weg zwischen Parkplatz und Minigolfanlage. Aber auch ein barrierefreier Zugang zum Wasser gehört dazu. Es handle sich um eine dauerhafte Infrastrukturmaßnahme, sagte Manfred Kirr, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Lambrecht (parteilos) in der jüngsten Sitzung. Die Barrierefreiheit werte das generelle Bild Elmsteins maßgeblich auf. Die Ratsmitglieder stimmten dem ersten Schritt – einem Zuschussantrag an die Europäische Union – einstimmig zu. Außerdem wurde – genau wie in Lindenberg – eine weitere Bewerbung an die Europäische Union in Sachen W-Lan geschickt. „Es sieht zwar aus wie ein Preisausschreiben“, witzelte Stefan Herter, aber eigentlich sei es die Chance auf einen 15.000 Euro- Gutschein. Das Geld soll – sofern die Bewerbung erfolgreich ist – für den Ausbau des öffentlichen W-Lans in der Gemeinde Elmstein genutzt werden. Des weiteren beschäftigten sich die Mitglieder des Gemeinderates mit der sanierungsbedürftigen Brücke in der Straße „Am Ehrenfelsen“. Die Zustandsnote vier sei dieser nach einer Prüfung im Jahr 2018 zugeteilt worden. Erhebliche Schäden am Brückenbauwerk führten dazu, dass die Last, die die Überbrückung noch tragen könne, sich auf neun Tonnen beschränke. „Da ist Not am Mann“, so Herter und empfiehlt den Schaden schnellstmöglich zu beheben. Denn das eigentliche Problem ist nicht, dass die Brücke saniert werden muss, wohl aber der Zeitpunkt: „Fast jeden Dienstag kommen Anwohner und beschweren sich“, berichtete der Ortsbürgermeister. Beispielsweise bei der Anlieferung von Heizöl sei die Beschränkung auf neun Tonnen ein Problem: Die Lkw wögen deutlich mehr als die Brücke noch tragen kann. „Wir schneiden die Menschen momentan von ihrer Umwelt ab“, illustrierte Herter. Um das nicht zum Dauerzustand werden zu lassen, müsse die Sanierung vorzeitig beginnen. Konkret bedeute das den Ausbau der Brücke auf 40 Tonnen, „mit dem Risiko, dass wir keinen Zuschuss bekommen.“ Denn eigentlich war die Instandsetzung erst für das Jahr 2021 geplant, womit der Gemeinde Fördermittel aus dem Investitionsstock sicher wären. Durch den Baubeginn bereits im nächsten Jahr spiele Elmstein hingegen auf Risiko, habe aber keine andere Wahl, so Herter. Auch bei diesem Vorhaben sind sich die Ratsmitglieder einig und stimmen zu.

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