Neustadt Mit Nachhaltigkeit punkten
Die Stadt Deidesheim beteiligt sich am „Bundeswettbewerb nachhaltige Tourismusdestinationen“. Tourist-Geschäftsführer Stefan Wemhoener ist gerade dabei, die Unterlagen zu komplettieren: Die Bewerbungsfrist läuft bis 31. Januar.
Der Bundeswettbewerb 2016/17 wird ausgelobt vom Deutschen Tourismusverband (DTV) und unterstützt durch das Bundesamt für Naturschutz. Finanziell gefördert wird er vom Bundesministerium für Umwelt. Deidesheim muss bei dem Wettbewerb unter anderen nachweisen, wie sorgsam es beim Tourismus mit der Landschaft und seinem Kulturerbe umgeht. In den Bewerbungsunterlagen „wird das gesamte Angebot abgeklappert“, sagt Wemhoener. Punkten will Deidesheim zum Beispiel damit, dass es Vorreiter bei der Barrierefreiheit ist. Der Erlebnisgarten hat Angebote für seh- wie gehbehinderte Menschen. Die Alla-hopp-Anlage soll barrierefrei werden, wenn die neue Toilettenanlage dort installiert ist. Nicht nur die Tourist-Service GmbH ist entsprechend zertifiziert, es gibt auch Betriebe, die in diese Richtung gehen. Das Gästehaus Ritter von Böhl will sich zudem als klimaneutrales Hotel anerkennen lassen. Auch der Bezug von 100 Prozent Naturstrom aus Wasserkraft (über die Stadtwerke Deidesheim GmbH) spielt ein Rolle. Als touristisches Leitbild wird das Konzept von Cittaslow eingebracht, der internationalen „Vereinigung der lebenswerten Städte“. Deidesheim gehört diesen Netzwerk seit mehreren Jahre an. Mit Brauchtum kann die Stadt der Geißbock-Versteigerung sowieso werben. Zum Erhalt der Landschaft tragen bei, dass der Haardtrand nicht bebaut werden darf, oder das Samba-Projekt, bei dem Langzeitarbeitslose Trockenmauern in den Weinbergterrassen instandsetzen. Und auch die Lage im Biosphärenreservat Pfälzerwald und das Naturschutzgebiet Marlachauen sind mögliche Pluspunkte. „Der Bundeswettbewerb bietet deutschen Tourismusgemeinden und -regionen die Möglichkeit, sich auf dem nationalen und internationalen Parkett als herausragende nachhaltige Qualitätsdestination Deutschlands zu präsentieren. “ So wirbt der Deutsche Tourismusverband für die Teilnahme am Bundeswettbewerb. Die feierliche Preisverleihung findet am 17. Mai mit der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und dem DTV-Präsidenten Reinhard Meyer in Berlin statt. Alle Nominierten werden dem deutschen Fachpublikum sowie ausgewählten Medien mit inhaltlichen Beiträgen vorgestellt. Es werden nicht nur die Finalisten ausgezeichnet, sondern auch Sonderpreise vergeben. Was kann man bei dem Wettbewerb gewinnen? „Image“, sagt Stefan Wemhoener schmunzelnd. Den Finalisten winkt neben der festlichen Siegerehrung eine Präsentation bei einer bundesweiten Plakatkampagne und ein Logo, mit dem sie dann werben können. Und die Sieger werden ins Auslandsmarketingpaket der Deutschen Zentrale für Tourismus aufgenommen. Das Thema Nachhaltigkeit wird im Tourismus eine immer größere Rolle spielen, meint Wemhoener. Und Deutschland gelte dabei international als Vorreiter. |ff