Neustadt Minimalziel erreicht
Neustadt. Es war knapp. Fast hätte es für das Wasserball-Bundesliga-Team des SC Neustadt noch gereicht, um in die Zwischenrunde mit den Aufstiegsspielen zur A-Gruppe einzuziehen. Am Ende fehlte nach 14 Hauptrunden-Begegnungen nur ein einziger Punkt oder eine um 27 Tore bessere Trefferquote. So bleibt der SCN in der Tabelle der B-Gruppe Fünfter, punktgleich mit dem Tabellenvierten Wedding Berlin.
Allerdings hat Berlin ein Plus von 33 Toren, der SCN nur eines von sieben. Das Team der Pfälzer wurde zu Saisonbeginn in wesentlichen Punkten umgestellt. Für Torhüter Michael Knelangen kam der Kroate Luka Sucic. Mit Bojan Matutinovic und Barnabas Albert verlor der SCN auch zwei wichtige Feldakteure. Sucic entwickelte sich ebenso zu einem Leistungsträger wie seine Landsleute Luka Kolar und Karlo Erak. Kolar gewann die Torjägerkrone der B-Gruppe mit 38 Treffern, Erak wurde mit 20 Toren Vierzehnter. Der bescheidene Kolar lobte indes im jüngsten Heimspiel gegen Cannstatt SCN-Keeper Sucic: „Er ist einfach ein toller Rückhalt, wir arbeiten auch sehr gut als Mannschaft zusammen.“ Entscheidenden Anteil daran, dass die drei Neuzugänge trotz der Sprachbarriere nach dem etwas holprigen Saisonstart immer besser in die Gänge gekommen sind, hat der kroatische Sportlehrer Davorin Golubic. Er trägt seit September die Verantwortung beim SCN. „Wir haben unser Minimalziel Platz fünf erreicht, aber leider nicht übertroffen“, kommentiert SCN-Manager Michael Heinz die momentane Situation. Der SCN sei für einige Schwächen während der Hinrunde bestraft worden, als das Team noch in der Findungsphase gewesen sei. Jetzt geht es für die SCN-Spieler ins Trainingslager nach Zagreb (Kroatien), während die vier erstplatzierten Teams der B-Gruppe im April gegen die vier Tabellenletzten der A-Gruppe antreten. Damit wird die Durchlässigkeit zwischen beiden Gruppen gewährleistet. Es gelingt in fast jeder Saison, dass ein vermeintlich schwächeres B-Gruppen-Team eine Mannschaft der A-Gruppe bezwingt und dann deren Platz in der A-Gruppe einnimmt, während die unterlegene Mannschaft die Abstiegsrunde der B-Gruppe bestreiten muss. „Bis auf zwei Spieler ist die gesamte Erste Mannschaft beim Trainingslager in Zagreb“, informiert Heinz. Sogar der 42-jährige Stefan Ehrenklau sei dabei. Zudem trainieren 14 Spieler der Neustadter U19-Mannschaft in der kroatischen Hauptstadt, der Heimat von SCN-Trainer Davorin Golubic. „Wir erwarten Ende April als Gegner im Modus ,Best of three’ den Verlierer der Zwischenrunden-Partien Bayer Uerdingen gegen Wedding Berlin“, erklärt Manager Heinz, wie es für den SCN in der Abstiegsrunde weitergeht. Heimrecht hat dabei zunächst das besser platzierte Team, so dass der SCN nur ein Heimspiel bestreitet. Sollte der SCN diese Serie verlieren, gibt es im Saison-Show-Down einen Krimi: Die Neustadter müssten voraussichtlich gegen ihren Ex-Trainer Janusz Gogola und seine Wasserfreunde Fulda antreten, diesmal mit dem Vorteil des ersten Heimrechts. Die Hessen belegen momentan Rang acht und müssten schon ein Wunder vollbringen, wollten sie sich in den ersten Abstiegsspielen gegen den Ersten der B-Gruppe durchsetzen. Auch dieser Gegner wird im April in den Relegationsspielen des OSC Potsdam (Sieger der B-Gruppe) gegen SVV Plauen (Letzter der A-Gruppe) erst noch ermittelt. Die weiteren Paarungen der Zwischenrunde lauten: SV Duisburg (B-Gruppe) gegen White Sharks Hannover (A-Gruppe) und Neukölln Berlin (B-Gruppe) gegen SV Krefeld (A-Gruppe). Unabhängig vom restlichen Saisonverlauf plant Heinz bereits die nächste Saison. „Wir gehen davon aus, dass das Team größtenteils zusammenbleibt. Natürlich rechnen wir nicht mehr fest mit Stefan Ehrenklau, aber er wird noch aushelfen, so wie ich das selbst bis vor wenigen Jahren noch getan habe“, sagt Heinz. Bei drei Eigengewächsen, die regelmäßig das Erstligateam verstärken, ist noch nicht klar, wohin sie nach dem Abitur ziehen werden, wenn sie studieren. „Aber das ist eben das Schicksal der kleinsten Stadt Deutschlands in der höchsten Spielklasse. Wir sind keine Metropolregion und müssen jedes Jahr kämpfen, egal wie gut unsere Jugendarbeit am Ende ist“, betont Heinz. (kle)