Neustadt Meyfarth mit schmerzenden Beinen auf Platz zwei

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Hassloch (kle). Frühlingsgefühle beim Nikolauslauf in Haßloch: Am Samstagnachmittag freute sich der Vorsitzende des LC Haßloch, Joachim Tremmel, über hohe Teilnehmerzahlen beim 42. Volkslauf. 972 Läufer meldeten sich für die vier Distanzen.

Das waren viele wie nie zuvor, sieht man von einer Aktion vor einigen Jahren ab, die damals unter dem Motto von „Null auf 42“ neue Läufer für das Land suchte und damit mehr als 1000 Sportler zur Teilnahme motivierte. Bei frühlingshaften Temperaturen, also durchaus idealen Laufbedingungen, wenn auch nicht winterlich stimmungsvoll, siegte über 21 Kilometer Isaac Kibrom. Der Mann aus Eritrea, der für die LG Kurpfalz startet, hatte in Lokalmatador Marius Meyfarth seinen härtesten Widersacher. Nach sieben Kilometern lagen die beiden noch gleichauf, doch dann setzte sich der 28-Jährige, der erst seit sechs Monaten in Deutschland lebt, mit einigen schnellen Schritten ab. Meyfarth lief seinen „ersten richtigen Halbmarathon mit professioneller Vorbereitung“. Einen Lauf über diese Distanz vor einigen Jahren zählt er nicht in seiner Statistik. In Runde zwei blieb sein afrikanischer Kontrahent zwar noch in Sichtweite, doch Kibrom lief wesentlich lockerer. Und es reichte zum neuen Streckenrekord. Nach drei Runden blieb die Uhr für ihn bei 1:10,23 Stunden stehen, 13 Sekunden später war auch Meyfarth im Ziel. Und hoch zufrieden. „Es lief alles nach Plan. Mein Ziel war eine Zeit unter 1:12 Stunden. Die letzten zwei Kilometer waren aber sehr hart“, so Meyfarth. Er rettete sich trotz „Schmerzen in Bauch, Kopf und Beinen“ ins Ziel. Dritter wurde Roger Nachbur aus der Schweiz. Der 34-Jährige aus der Nähe von Basel wurde von Ludwigshafener Freunden auf den Lauf aufmerksam gemacht. Lobende Worte hatte der Neustadter Thomas Weishaar. Der Ultratrailläufer, der Distanzen bis 60 Kilometer abspult, siegte in der Altersklasse M 50 in 1:21 Stunden. „Der Lauf ist immer super organisiert. Der Waldboden ist nicht so hart wie ein Lauf auf der Straße. Das hat hier richtigen Trailcharakter.“ Bei den Frauen siegte Nadine Mielke vor Eva Katz aus Speyer, die bereits mehrfach in Haßloch erfolgreich war. Über sieben Kilometer war der Wettbewerb fest in der Hand der Läufer der Fitness-Studio-Gruppe „Stimmel Sports“ aus Worms. Gleich sieben Athleten landeten unter den ersten Zehn. Sieger Linus Stimmel setzte sich am Ende gegen seinen Teamkollegen Domen Dornig im Spurt durch. „Das war hart. Wir liefen ein angenehmes, gleichmäßiges Tempo. Aber dann auf den letzten Metern nochmals zu beschleunigen, das kostete alles“, sagte der 19-Jährige. Für seine Mannschaftskameraden, allesamt Triathleten, ist der Lauf in Haßloch schon zur Tradition geworden. Bester regionaler Läufer war der erst 16-jährige Emil Leibrock auf Platz acht in 24:01 Minuten. „Ich habe gewusst, dass die Wormser Läufer Tempo machen werden. Zwar wollte ich heute 20 Sekunden schneller sein, aber die Zeit ist schon okay“, betonte er. Bei den Frauen siegte Tanja Griesbaum (LG Rülzheim). „Es war ein Formtest für die Winterlaufserie in Rheinzabern. Ich wollte eine Zeit um 3:30 Minuten pro Kilometer laufen. Das ist gelungen“, bilanzierte sie zufrieden. Eine Premiere gab es mit einem „Mini-Halbmarathon“ über 2100 Meter. Für Philipp Baron, Mittelstreckenläufer des LC Haßloch, war diese Distanz anstrengend. Er habe die Strecke in vollem Tempo gelaufen, eben so wie bei 800 Metern auch, erzählte Baron. Er wurde in 7:49 Minuten Sechster. Bei den Mädchen siegte seine Teamkollegin Antonia Katz. Für die 13-Jährige ein „gutes Wintertraining“. Beim Lauf der Bambini über 800 Meter stand der Spaß im Vordergrund. Für die Jüngsten gab es keine Zeitnahme, dafür aber eine kleine Bescherung durch Nikolaus Heinrich Hensel. Es war sein 33. Auftritt in Haßloch im rot-weißen Plüschkostüm. Allerdings nicht als Läufer, sondern als Starter. Veränderungen kann es indes vielleicht beim nächsten Nikolauslauf geben, wie Vorsitzender Tremmel berichtete. Da der VfB Haßloch 2016 sein Vereinsheim renovieren werde, müsse sich der LC Haßloch nach einer neuen Wegstrecke umsehen.

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