Neustadt Mehr Unterricht, weniger Steuern
Die Bundestagskandidaten: Der Jura-Student Markus Dürr tritt im Wahlkreis Neustadt-Speyer für die FDP an
Markus Dürr gehört zu denjenigen, die „nicht nur meckern“ wollen. Deshalb hat der 23-Jährige schon als Schüler Parteiprogramme gelesen und beschlossen, sich politisch zu engagieren. 2010 trat er bei den Jungen Liberalen ein. Da war er gerade mal 16 Jahre alt. Die Werte der Liberalen überzeugten ihn, sagt der junge Neustadter und nennt als Beispiele Datenschutz und die Freiheit des Einzelnen. Handlungsbedarf sieht er in der Politik vor allem bei den Themen Bildung, digitale Infrastruktur und in der Steuerpolitik. In Letzterer hat er Fachkenntnisse. Dürr ist diplomierter Finanzfachwirt, nach dem Abitur 2013 besuchte er drei Jahre lang die Finanzhochschule in Edenkoben. Inzwischen hat er damit begonnen, ein Jura-Studium anzuhängen, arbeitet aber bereits parallel dazu auf einer halben Stelle in der Finanzverwaltung – beim Finanzamt Speyer. „Der Staat soll in finanziellen Angelegenheiten so handeln wie ein Unternehmen oder eine Privatperson“, sagt Dürr. Sprich: Er soll nicht mehr ausgeben, als er einnimmt. Zurzeit jedoch seien Überschüsse vorhanden, die Spielräume gäben, um die Belastungen der Bürger zu reduzieren, erklärt Dürr. Und folgert: „Der Soli sollte langsam abgeschafft werden.“ In der Bildungspolitik hält der 23-Jährige vor allem eine bessere technische Ausstattung der Schulen und eine Reduzierung des Unterrichtsausfalls für wichtig. „Jeder Schüler hat ein Smartphone, und im Unterricht sind wir im wörtlichen Sinn noch in der Kreidezeit.“ Und wenn der Unterricht erst gar nicht stattfinde, seien Defizite in der Bildung programmiert. Unzufrieden ist Dürr auch mit der digitalen Infrastruktur in Deutschland. Wenn er mit dem Auto zwischen Neustadt und Mainz unterwegs sei und über die Freisprechanlage telefoniere, passiere es regelmäßig, dass die Gespräche unterbrochen würden. „Der Netzempfang ist einfach zu schlecht.“ Dürr ist der Meinung, dass die Bürger sich flächendeckenden Mobilfunk-Empfang und Internet verdient hätten. Viel Zeit für Hobbys hat der junge Mann zurzeit nicht, für Urlaub schon gar nicht. Während seine Kommilitonen die Semesterferien genießen, steht Dürr in Fußgängerzonen, diskutiert mit Bürgern und gibt Interviews. Er tut es aus Überzeugung. „Das schönste Programm hilft ja nichts, wenn man es den Bürgern nicht vermittelt“, erklärt er. Und es mache ihm Spaß, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Dass er dabei in der Regel der Jüngste ist, hat er bisher noch nie als Nachteil erlebt. „Im Gegenteil“, sagt Dürr. Viele Bürger seien überzeugt, dass die Dinge sich immer schneller änderten und deshalb jüngere Menschen mit in die Verantwortung müssten. Tischtennisschläger und Trompete führen unterdessen ein Schattendasein in Dürrs Leben. Während seiner Schulzeit war das anders. Da war Dürr Mannschaftsspieler beim Tischtennisclub (TTC) Diedesfeld und spielte regelmäßig in der Kolpingkapelle Hambach mit.