Neustadt „Medaille muss verlässliche Empfehlung sein“

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Über 6000 Weine und fast 200 Verkoster: Das Interesse am internationalen Weinwettbewerb „Mundus Vini“, der bis gestern zum 20. Mal im Saalbau stattfand, war so groß wie nie. Welche Weine ausgezeichnet werden, steht in Kürze fest. Dass der 2016er ein guter Jahrgang wird, weiß man schon jetzt.

„Weinfreunde dürfen sich quer durch die Herkunftsländer auf einen spannenden Jahrgang freuen“, sagt Christian Wolf. Er ist Verkostungsleiter der 20. Auflage des internationalen Weinwettbewerbs „Mundus Vini“, bei dem eine international besetzte Fachjury an vier Tagen bis gestern im Neustadter Saalbau wieder Weine aus aller Welt unter die Lupe genommen hat. Mit 6167 angestellten Weinen sei – wieder einmal – ein Rekordergebnis erzielt worden, sagt Wolf. Und mit 200 Verkostern aus 40 Nationen sei auch die Anzahl der Tische auf 31 gewachsen und damit die Kapazitätsgrenze des Saalbaus so gut wie erreicht. Dafür, dass die in zwei Isoliercontainern hinter dem Saalbau temperierten Weine rechtzeitig an den Tischen ankommen, sorgen 40 Schülerinnen und Schüler der Hotelfachschule in Edenkoben – ebenfalls so viele wie nie zuvor. „Das zeigt, dass wir mit Mundus Vini zu den internationalen Spitzenwettbewerben zählen“, meint Wolf: Ob in Spanien, Italien, Frankreich oder in den USA – überall stoße man im gut sortierten Fachhandel auf Produkte mit den Auszeichnungen Silber, Gold und Großes Gold, die in Neustadt verliehen werden. Dass die Medaillen nicht inflationär verliehen werden, dafür sorgt die Kappungsgrenze, die sich der veranstaltende Neustadter Meininger Fachverlag selbst auferlegt hat: Maximal 40 Prozent der angestellten Weine werden prämiert – mit der Folge, dass bei Spitzenjahrgängen mitunter auch mal Weine ohne Auszeichnung bleiben, obwohl deren Qualität eine solche verdient hätte. „Wir legen Wert darauf, dass eine Mundus-Vini-Medaille eine verlässliche Empfehlung für den Verbraucher im In- und Ausland ist und bleibt“, erklärt Wolf. Nicht zuletzt deshalb sei es den Veranstaltern auch so wichtig, bei der Verkostung für eine Atmosphäre zu sorgen, in der sich die Juroren voll und ganz auf die Weine konzentrieren können – und damit spiele eben auch der Saalbau seine Trumpfkarte aus: „In einer Turnhalle könnte man das nicht machen“, findet Wolf. Dafür, Mundus Vini auch bei etwas beengteren Platzverhältnissen in Neustadt zu halten, spreche neben einem gewissen Lokalpatriotismus des Verlags die Nähe zum Sitz in der Maximilianstraße und die zentrale Lage am Bahnhof. „Wir haben handwerklich wirklich gut gemachte Weine probiert“, sagt Michael Hornickel. Der Neustadter Weinjournalist ist von Anfang an bei Mundus Vini dabei und freut sich nicht nur darüber, alljährlich eine Vielzahl spannender Gewächse probieren zu können, sondern auch alljährlich auf seine Kollegen aus aller Welt zu treffen. „Da hat sich schon eine gewisse familiäre Vertrautheit entwickelt“, meint er. Selbst für Experten wie Hornickel hat der internationale Wettbewerb Jahr für Jahr auch Neues zu bieten: So zum Beispiel einen Durif, eine aus Frankreich stammende Rotweinsorte, die aus einer spontanen Kreuzung von Peloursin und Syrah schon 1880 entstanden ist: „Ein spannender Wein“, sagt Hornickel. Der Meininger Verlag bietet den Verkostern Jahr für Jahr auch ein Rahmenprogramm an: Nach vier anstrengenden Verkostungsvormittagen standen für die Nachmittagsstunden in diesem Jahr unter anderem ein Ausflug nach Altrip und der Besuch einer Weinpräsentation des neu gegründeten armenischen Weinbauverbands an. Die Siegerweine werden wie jedes Jahr auf der Fachmesse „Pro Wein“ von 19. bis 21 März in Düsseldorf präsentiert. Dabei werden auch die Sonderauszeichnungen verliehen – beispielsweise für die beste Kollektion. „Da können Einkäufer aus aller Welt in der Verkostungszone des Meininger Verlags die prämierten Weine testen. Für die Erzeuger ist die Messe mit 55.000 Fachbesuchern aus aller Welt ein wichtiger Multiplikator in der Vermarktung“, ist Wolf überzeugt. |hox

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