Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Maximale Erleichterung bei TSG Haßloch nach erstem Saisonsieg

Der Haßlocher Lukas Klein hebt ab zum Sprungwurf.
Der Haßlocher Lukas Klein hebt ab zum Sprungwurf.

Drittligist TSG Haßloch feiert den ersten Saisonsieg. Teamgeist und individuelle Klasse geben im Heimspiel gegen den TV Homburg den Ausschlag.

Der Aufwärtstrend des Handball-Drittligisten TSG Haßloch setzt sich fort. Nach einer eher misslungenen Vorbereitung auf die Saison 2025/26 haben die „Bären“ im vierten Spiel die ersten beiden Zähler eintüten können. Gegen den TV Homburg feierte die Mannschaft einen 30:29 (16:13) Sieg und verließ den letzten Tabellenplatz. Es war ein Willensakt des gesamten Kollektivs.

Das war nichts für schwache Nerven. Sechs Sekunden vor dem Abpfiff sicherte Niklas Glindemann nach einem Ballgewinn und einem Pass von Yannick Treiber und donnerte frei vor Homburgs Torhüter Michael Schulz den Ball in den rechten Torwinkel. Es war sein siebter Treffer des Abends. Da kannte der Jubel keine Grenzen. Mit dem Abpfiff stürmten die Spieler zu ihrem Top-Torschützen und feierten den doppelten Punktgewinn.

Sieg des Kollektivs

„Wir sind maximal erleichtert. Es war ein hartes Stück Arbeit, aber endlich haben wir uns für die Arbeit in den letzten Wochen selbst belohnt“, sagte Spielmacher Yannik Treiber. „Dass wir als Team zusammengehalten haben, das hat am Ende ausgezahlt. Es war der erhoffte Befreiungsschlag, der sehr wichtig für das Selbstvertrauen ist. So müssen wir weiterarbeiten“, ergänzte Kapitän Florian Kern. Der Triumph war ein Sieg des Kollektivs. Es war auch ein Wechselbad der Gefühle, denn in der fünften Spielminute humpelte Glindemann gestützt von Physiotherapeut Bastian Uhl nach einem Zusammenprall mit Homburgs Kapitän Robin Egelhoff vom Spielfeld. Es waren bange Minuten für Interimstrainer Kevin Seelos, aber der Torjäger, der als vorgezogene Spitze in der Defensive gereift ist, kam wieder zurück.

Der Spielverlauf war zumindest in der zweiten Hälfte an Spannung kaum zu überbieten. „Vier vor, drei zurück, das war schon hart. Wir haben uns an unser Konzept gehalten, nicht aus der Ruhe bringen lassen und wurden dafür am Ende belohnt“, war Seelos sichtlich erleichtert. Einziger Schwachpunkt in den ersten Spielminuten war die Torhüterleistung, weshalb der Trainer nach zehn Spielminuten gegenüber Eigengewächs Loic Modzinski einen Wechsel andeutete. So weit kam es dann doch nicht. Das 26 Jahre alte Eigengewächs steigerte sich von Minute zu Minute, entnervte mit seinen Paraden die Gäste und hielt die Führung bis zum Pausenpfiff fest. „Loic ist schon so lange bei uns, er hatte sich seinen Einsatz von Beginn an verdient und hat auch gezeigt, was er kann“, lobte Seelos den Keeper, dem er seinen Einsatz am Vormittag des Spieltages angekündigt hatte. Legendär seine Emotionen nach jeder Parade, die positiv auf seine Vorderleute ausstrahlten.

Mit Ruhe und Geduld

Auch auf die Abwehr, die Routinier Sebastian Bösing mit seiner Erfahrung steuerte und wo er seinen Nebenleuten wie Glindemann und Niklas Klein die nötigen Tipps gab, war Verlass. Im Angriff sorgte Yannik Treiber mit viel Übersicht, aber auch mit Tempo dafür, dass die Mannschaft ihre Torchancen generieren konnte. Haßloch bestimmte über weite Strecken das Spiel und lag in der 45. Minute mit 21:17 in Front. Eine neunminütige Torflaute der „Bären“, aber auch einen 6:0-Lauf der Homburger sorgte dafür, dass die 21:17 Führung kippte und der Aufsteiger mit dem 23:21 das Zepter übernahm.

Von dem Rückstand ließ sich Haßloch wenig beeindrucken, bewahrte Ruhe und Geduld und erkämpfte sich immer wieder in der Defensive den Ball, um gegen das Spiel Sieben gegen Sechs zu bestehen. Homburgs Coach Pedro Vieira setzte in der zweiten Hälfte fast durchgängig auf das Angriffsspiel mit zwei Kreisläufern und brachte neben Jan Ole Schimmel, noch den Ex-Haßlocher Robin von Lauppert ins Spiel. Eine Taktik, die Homburg zur Führung um den wurfgewaltigen Rückraum mit Egelhof, Valda und Grbavac brachte, aber am letztendlich ihnen auch die Chance zum Sieg raubte.

Niklas Klein nervenstark

Mit vier Toren in Folge ins leere Tor durch Yannik Treiber und den starken Abwehrchef Sebastian Bösing kam die TSG Haßloch zurück. Da wirkte Haßloch abgezockter und als Bösing zum 28:28 (58.) traf, saß kaum noch ein Zuschauer auf seinem Platz. Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt. Zwar legte Jan-Philipp Valda, mit neun Toren der erfolgreichste Torwerfer für die Gäste aus dem Saarpfalz-Kreis vor, aber im Gegenzug bewies der sichtlich aufgrund einer Erkältung angeschlagene Niklas Klein Nervenstärke und traf zum 29:29. „Ich bin froh, wenn ich gleich wieder ins Bett komme“, bekannte Klein.

Genau 60 Sekunden waren noch zu spielen. Stark wie die Haßlocher den nächsten Angriff des Gegners vereitelten. Treiber schnappte sich den Ball aus einem Zuspiel von Jose Baptista zu Kapitän Robin Egelhoff und sichertet seinem Team die letzte Chance zum Sieg. Diese Möglichkeit ließ der mitlaufende Glindemann nicht nehmen und vollstreckte eiskalt. Schon im vorherigen Angriff hatte Haßloch die Möglichkeit zur Führung, nach dem Tino Gläßgen ebenfalls einen Ball aus einem Querpass sicherte, allerdings Sebastian Bösing nach Zuspiel von Treiber den Ball verlor und die „Bären“ weiter zittern mussten.

Homburg fehlten in den Schlusssekunden die letzte Konzentration und Präzision, um zumindest einen Punkt mit nach Hause zu nehmen. „In den letzten beiden Spielen haben wir uns immer wieder zurückgekämpft, aber nicht dafür belohnt. Deshalb ist der heutige Sieg so wichtig für die weitere Entwicklung der Mannschaft“, sagte Haßlochs Vize-Kapitän Patrick Buschsieper.

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