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Marius Meyfarths berühmte Tante feiert 65. Geburtstag
Auf seinen Nachnamen werden meist die älteren Sportfans aufmerksam, die 1972 die Olympischen Spiele in München aufmerksam verfolgt haben: Marius Meyfarth trägt nicht nur denselben Nachnamen wie die erfolgreiche Hochspringerin Ulrike Meyfarth. Er ist auch ihr Neffe. Der 29-Jährige, der in Lachen-Speyerdorf aufgewachsen ist und mit 18 Jahren beim LC Haßloch (LCH) mit dem Mittel- und Langstreckentraining begonnen hat, erwartet zu ihrem 65. Geburtstag in der Corona-Pandemie keine große Familienfeier.
Letztes Treffen vor drei Jahren
„Das letzte Mal trafen wir uns vor drei Jahren bei der Beerdigung meines Opas Günther“, erzählt Marius Meyfarth. Auch als Kind war ihm zunächst nicht bewusst, welche großartigen sportlichen Erfolge Tante „Uli“, die heute den Doppelnamen Nasse-Meyfarth trägt, errungen hat. 1972 gewann sie als 16-Jährige in München die Goldmedaille im Hochsprung und gilt bis heute als jüngste Olympiasiegerin eines Leichtathletik-Einzelwettbewerbs. Zwölf Jahre später holte sie erneut Gold bei den Spielen in Los Angeles. Dazwischen lagen viele gute Platzierungen bei internationalen Wettkämpfen und auch Weltrekorde. Ihre Bestleistung war ein Satz über 2,03 Meter.
Am 4. Mai wird sie 65 Jahre alt. Ob Neffe Marius seine berühmte Tante an ihrem Geburtstag telefonisch erreichen kann, ist unklar. Eine persönliche Begegnung oder gar große Feier ist wegen der aktuellen Corona-Bestimmungen nicht möglich. Sein Vater Wolf-Dieter ist zwei Jahre jünger als dessen Schwester Ulrike und zog vor vielen Jahren in die Pfalz.
Vom Fußballer zum Läufer
Marius Meyfarths eigene sportliche Karriere begann zunächst als Fußballer. Weil er sich damals schon mit Langstreckenläufen zusätzlich fit hielt, fand er den Weg zum LCH. Dort startete er durch und holte einige gute Bestzeiten. So über 1500 Meter in 3:52 Minuten sowie 31:25 Minuten über zehn Kilometer und 1:10 Stunden für den Halbmarathon. Doch mittlerweile hat er die Wettkampfschuhe an den Nagel gehängt. Jetzt arbeitet er in Heidelberg als Industriemechaniker im Schichtbetrieb und wohnt in Mannheim.
„Das ist schon schwer mit dem Training zu vereinbaren. Und dann kam 2020 Corona. Ich hätte nicht gedacht, dass es dann so schwierig wird mit Training und Wettkämpfen“, erzählt er. Dennoch war er im Vorjahr noch sehr motiviert, nachdem er bei einem Bahnrennen in Ettlingen über 5000 Meter in 15:17 Minuten seine alte Bestmarke über diese Distanz nur um sechs Sekunden verfehlt hatte. Doch ohne Veranstaltungen, ohne Wettbewerbe, ohne Konkurrenz fehle ihm mittlerweile ein Ziel vor Augen, um darauf hinzuarbeiten, gesteht er. Heute läuft er nur zum Ausgleich dreimal in der Woche, freut sich aber dennoch über seine Erfolge. „Eigentlich habe ich alles erreicht, was ich nach einem relativ späten Einstieg erreichen konnte. Die Schichtarbeit nimmt einfach zu viel Einfluss auf das Thema Leistungssport“, überlegt er.
Zeit für Gespräche
Auch wenn er schließlich weder im Hochsprung noch bei Olympischen Spielen angetreten ist, eines verbindet Neffen und Tante. Denn auch Marius ist ein sehr sympathischer, offener und immer ansprechbarer, fairer Athlet. Schon kurz nach den Zieleinläufen nahm er sich in seiner aktiven Zeit für erste Gespräche über den Rennverlauf.
Dass seine Tante indes eine besondere Größe in der nationalen und internationalen Sportwelt ist, wurde ihm im Grundschulalter bewusst. Damals wurde er meist von Lehrern auf seinen besonderen Namen angesprochen. Und von Tante Ulrike bekam er an Weihnachten als Kind, dank ihrer Verbindung zum Ausstatter, immer Sportklamotten mit den berühmten drei Streifen.