Neustadt „Mari“ vereint Riesling und Matetee

Auf dem Stadtplatz Deidesheim gab es beim Markt der Genüsse unter anderem ein großes Angebot an südländischen Vorspeisen.
Auf dem Stadtplatz Deidesheim gab es beim Markt der Genüsse unter anderem ein großes Angebot an südländischen Vorspeisen.

Die Stadt Deidesheim präsentierte sich am Wochenende mit den beiden Messen, dem Markt der Genüsse auf dem Stadtplatz und in der Stadthalle sowie der Slow-Food-Messe im Weingut Reichsrat von Buhl als „Stadt der Genüsse“. Bei der 19. Auflage wurden die Erwartungen der Veranstalter erfüllt. Dennoch gibt es genügend Potenzial, diese Angebote noch auszuweiten.

Es waren wieder viele bekannte Gesichter unter den Ausstellern mit allerlei Feinkost aus den verschiedensten Ländern. Es gab aber auch einige Neuigkeiten, die ein wenig die Fachwelt verblüfften. Die Jungunternehmer Denis und Philipp Hach sowie Jens Fischer haben während ihres Studiums der Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften einen Kaffeelikör kreiert den sie zu besonderen Anlässen mit ihren Kommilitonen genossen. Jetzt sind die drei jungen Männer in die Feinschmeckerszene eingetaucht und präsentierten den Besuchern ihr leckeres Getränk mit dem Namen MoCo, einen in hundertprozentiger in Handarbeit gefertigten Kaffeelikör. Es ist eine Komposition mit milder Kaffeenote, gepaart mit einer leicht karamelligen Süße. Da gab es ausreichende Kostproben für die Besucher. In der Stadthalle stand Probieren und Einkaufen auf dem Plan. Ob schwarze Walnüsse in Sirup, Steinpilz-Pesto, allerlei Salami, unter anderem mit Chili, Knoblauch oder Steinpilzen verfeinert, edle Senfsorten, Mango-Curry oder Knoblauch-Chili bis zu feinstem italienischen Mandelgebäck: Da kamen die Liebhaber edler Leckereien voll auf ihre Kosten. „Mari“ heißt eine neue Errungenschaft von Jan Klein, Christian Goergen, Niklas Oberneder und Björn Linse. Ihre Devise: „Wein mal anders“. Sie warben für ihren neuen Weincocktail aus feinstem Riesling aus Rheinland-Pfalz und südamerikanischen Matetee, verfeinert mit fruchtigem Holundersirup oder aromatisch- würzigem Ingwersirup. „Das ist ja was ganz anderes“, stellte Friedhelm Dasbach fest und ließ sich gleich nochmals einen Probierbecher geben. Benedicte und Daniel Bauer aus dem elsässischen Mittelhausbergen überraschten mit feinster Gänse- und Entenleber, aber auch geräucherten Entenbrüsten. Das Ehepaar, das einen Bauernhof bewirtschaftet, war erstmals nach Deidesheim gekommen. „Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz“, sagte Daniel Bauer. Auf dem Stadtplatz, wo neben Dampfnudeln, Feuerlachs, Kastanienbratwürste, Gemanenspießen auch Spezialitäten aus Ghana, Marokko und dem Libanon angeboten wurden, hatten die Besucher noch eine große Auswahl. Klein, aber fein war die Devise beim Slow-Food-Markt. Elf Aussteller präsentierten im Innenhof des Weingutes von Buhl ihre Spezialitäten. Die Besucher konnten sich beim Verkosten auch auf den Liegestühlen im Garten ein wenig ausruhen. Besonders die vielen Brot- und Kuchenspezialitäten von Peter Kapp standen hoch im Kurs. Axel Hubach lässt historische Obstsorten zu edlen Destillaten werden. „Welch ein Aroma. Wow!“, meinte Anneliese Mühlbeyer. Dagegen genoss Martin Sammel bei strahlendem Sonnenschein auf den Terrassen einen Pulled-Chicken-Burger mit hausgemachtem Weißkrautsalat und Tomaten-Whisky-Soße des Hoflädchens Oehlschläger. Da passte das Zitat von Francois Rabelais: „Essen ist ein Bedürfnis, Genießen ist eine Kunst.“ Dennoch gibt es noch Luft zu Verbesserungen: Auf dem Stadtplatz wurden die örtlichen Winzer vermisst. Auch bestand der Wunsch vieler Besucher nach einem Schaukochen. Denn Essen und Trinken soll bei der „Stadt der Genüsse“ auch zu einem besonderen Erlebnis werden.

An Segelboote erinnerten diese spanischen Tapas mit Serrano-Schinken auf dem Slow-Food-Markt.
An Segelboote erinnerten diese spanischen Tapas mit Serrano-Schinken auf dem Slow-Food-Markt.
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